Indikatoren-Trading

Kann am Roulette Tisch immer die Farbe schwarz kommen? Das würde jeder, der sich mit dem Spiel auskennt, sofort verneinen. Doch genau das passiert im großen Finanzcasino, nämlich an der Börse, bei dem die Indizes nur eine Richtung kennen, nämlich nach oben. Auch heute, an einem Tag, an dem der deutsche Leitindex DAX schwach begann und es kurzzeitig nach einem Minustag aussah, drehte die Stimmung wieder einmal in Richtung der Käufer. Jeder weiß, dass das, was gerade am Aktienmarkt passiert, nicht Wirklichkeit ist. Nur was soll der Anleger machen?

Derjenige, der bis heute gezögert hat in den Markt zu gehen, der traut sich jetzt auch nicht mehr. In seinen Augen ist der Markt schon weit gelaufen. Es müsste bald zu einer Phase der Beruhigung kommen, so hofft er. Mit jedem Tag, an dem diese Anlegergruppe auf fallende Kurse wartet, steigt der Index scheinbar zum Trotz. Das ist manchmal kaum zu glauben und doch Realität. Es stimmt etwas an diesem Anstieg nicht, so lautet die unausgesprochene Denke, welche die Anleger begleitet und doch passiert es.

Diejenigen, die das Aufblasen des Neuer-Markt-Hypes mitverfolgt haben, werden sich an die gleiche Szene erinnern. Über Monate konnte der Index steigen, ohne auch nur auf den Gedanken eines Rücksetzers zu kommen. Börsenjournalisten und Börsenreporter konnten nicht glauben, was das Auge sah. Berühmt ist der ehemalige Börsenreporter vom Nachrichtensender n-tv, Friedhelm Busch. Er sah die Spekulation, er sah die heiße Luft in den Kursen, doch niemand wollte ihm glauben. Warum?  Weil er mit seiner Annahme zu der Zeit nicht zum Erfolg kam, obwohl er in der Sache recht hatte. Steigende Kurse gaben den Käufern Recht.

So ist das auch heute ein Dejavu-Erlebnis für all die Marktteilnehmer von damals. Die Art der Befeuerung ist heute eine andere, aber das Aufblasen mit heißer Luft ist das gleiche. Heute ist es billiges Geld das "sinn- und planlos" in den Markt strömt. Wer auf eine Bereinigung dieser falschen Entwicklung wartet, wird enttäuscht. Die Masse will nach oben, sollte man meinen. Das muss nicht gleich die Mehrheit der Marktteilnehmer sein. Auch wenige Spieler, mit viel Geld, können die Richtung vorgeben. Also nicht die Masse, sondern das Kapital will nach oben. Denn frisches Geld haben die Finanzinstitute von den Zentralbanken erhalten, nicht die Privatanleger.

Es wird im großen Bild bereits von einem möglichen großen Kaufsignal im DAX gesprochen. Es kann, es wird sogar erwartet, nur noch weiter hoch hinauf gehen. Der englische Ausdruck dafür ist "the limit is the sky". Wo aber führt das hin? Wer eine Antwort sucht, sollte sich in die Geschehnisse an der Börse "Neuer-Markt-Blase" oder "dot.com-Blase" während des Jahrtausendwechsels einlesen. Einseitig verlaufende Entwicklungen an der Börse bergen die Gefahr, dass die Stimmung schnell kippen kann. Das Besondere: Am Anfang glaubt niemand an fallende Kurse.

Für den Moment sind scheinbar schwache Kurse immer Kaufkurse. Im Moment ist jeder in Zugzwang, der Geld hat, aber noch nicht investiert ist. Ebenso sind diejenigen in Zugzwang, die Kundengelder investieren müssen, weil auch die Kunden an dem Anstieg am Aktienmarkt teilhaben wollen. So drückt der Deckel des DAX täglich nach oben, ohne auch nur das kleinsten Anzeichen von Schwäche zu zeigen.

Egal, wie man die Entwicklung der Aktienkurse betrachtet oder welche Grundlagen man für eine Bewertung oder Entscheidung nimmt, nichts scheint in der Lage zu sein, eine Phase von fallenden Kursen einzuläuten. Das ist insofern besorgniserregend, da mit jedem Tag, an dem die Kurse steigen, die Blase mit mehr Luft gefüllt wird.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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