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Der amerikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat sich oft als Präsident aller Amerikaner präsentiert. Mit seinem schnittigen Auftreten, seinem Maßanzug und seinem frischen Haarschnitt sieht er ganz und gar nicht aus, als würde er die Probleme seiner einfachen Mitmenschen verstehen können. Kann er als Multimillionär wohl auch nicht. Und doch hat er sich immer und immer wieder als Gleicher unter Gleichen dargestellt. Er täuscht etwas vor, was so nicht stimmt. Auch die EZB gibt eine Richtung vor, die so nicht stimmt.

Etwas vorzutäuschen, wohlwissend, dass man nicht die Wahrheit sagt, ist eine Lüge. In den medial sehr gut inszenierten Auftritten gab sich der Gegenkandidat von Präsident Obama als jemand aus, der die Amerikaner versteht, der sie liebt und sie in eine bessere Zukunft führen möchte. Alle Amerikaner wohlgemerkt, dazu gehören auch die einfachen Leute.

Das konnte man dem kapitalistischen Millionär einfach nicht abnehmen, egal wie oft er das Gesagte wiederholte. Er ist ein Mann des Geldes. Er fördert die Unternehmen und dient deren Wohl. So haben ihn einige in den USA bereits gesehen, sie konnten also hinter die Fassade blicken und doch wurden diese Stimmen schnell medial in den Hintergrund gedrängt. Nein, dieser Mann ist für alle Amerikaner da, hieß die klare Message.

Diese Woche ist Mitt Romney aufgeflogen. In einem heimlich gedrehten Video spricht er zu ein paar Leuten in seiner natürlichen, harschen Art. Er scheint sich wohl zu fühlen, die Kameras sind ja seiner Meinung nach aus. Er spricht aus, was ihm auf der Leber liegt. Und das ist, dass viele Amerikaner dem Staat nur auf der Tasche liegen würden, dass sie sich als Opfer sehen und sich ein ein Recht auf staatliche Hilfe ausmalen. Dies seien alles Obama Wähler, er könne sie nicht überzeugen.

Der Mann ist eben nicht sozial eingestellt, wie es bisher oft kommuniziert wurde. Er hält nichts von Geben und Neben und auch nicht von einem sozialen Netz, bei dem viele helfen, damit es der Gemeinschaft besser geht. Das hat er in diesem Video bewiesen.

Dieses Unheil, dass die Fassade fällt, droht auch der EZB. Diese wird nicht müde zu betonen, dass all ihre bisherigen und zukünftigen Maßnahmen keine Inflation hervorrufen werden. Das stimmt schlichtweg nicht, ebenso wie bei Mitt Romney. Die Flutung der Märkte bis zum Ertrinken führt am Ende zu einer Inflation, das ist so. Noch liegt das bereitgestellte Geld in den Tresoren der Banken und hat nicht den Weg in die freie Wirtschaft gefunden, aber irgendwann wird man das überschüssige Geld nicht mehr halten können und dann?

Wie schon einmal in diesem Blog erwähnt, Geld ist kein Wein, den man bei Nichtverbrauch wieder in die Weinflasche schütten könnte. Auch wenn die EZB sagt, sie würde dem Markt bei einer Besserung der Lage wieder Geld entziehen, eben das wird sie nicht können. Die europäische Zentralbank gibt etwas vor zu können, was sie nicht kann. Das hat der Präsidentschaftskandidat auch getan. Je länger die EZB sich der Argumentation hingibt, es werde nicht zu einer ansteigenden Inflation kommen, umso unglaubwürdiger macht sie sich.

Es bringt nichts, jedenfalls nichts für die Bürger, dass die EZB den Kaiser in seinen schönsten Kleidern betrachtet, obwohl dieser nackt ist. Eine Täuschung ist vorübergehend. Auch die EZB wird ihr wahres Gesicht bald zeigen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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