Indikatoren-Trading

Kann es sein, dass es einen unausgesprochenen Grund gibt, warum die EU Spanien gerne unter dem Rettungsschirm sehen möchte? Man könnte auch sagen, unter der Fuchtel. In der Vergangenheit hob man oft den Finger, wenn es um Spanien und Rettungsgelder ging. Zu groß zum Retten, hieß es. Dieser Tage schlägt man einen ganz anderen Ton an. Man scheint die Spanier gar locken zu wollen, indem man ihnen die Tür nach Brüssel und zu den Rettungsmilliarden weit aufhält. Will man hier einen Konkurrenten eliminieren?

Die EU will Spanien dazu animieren, endlich den Hilfsantrag zu stellen. Das machen sie nicht plump, sondern durch die Blume. Spanien muss nämlich hohe Zinsen bieten, um am Kapitalmarkt noch an frisches Geld zu kommen. Wer geringe Anleihezinsen braucht, der sollte die ausgestreckte Hand der EZB nicht ausschlagen, lässt man gelegentlich aus Brüssel fallen. Die Europäische Zentralbank hat eben genau dies (den Hilfsantrag) zur Bedingung gemacht. Man will die Spanier gefügig machen. Denn sobald Spanien unterschrieben hat, kann man sie mit einer eigenen Troika knechten und in die Knie zwingen, dann hätten die Euroretter wieder einen Konkurrenten ausgeschaltet.

Wem das zu abwegig erscheint, braucht nur zu schauen, wie es den Ländern ergeht, die sich bei den "falschen" Leuten Geld geliehen haben. Not und Elend haben sie sich damit ins Haus geholt. Zudem sind die Geldgeber auch gar nicht zimperlich, wenn nötig lassen sie den  Kreditnehmer am ausgestreckten Arm verhungern, wenn dieser nicht spurt. Die nächste Teilauszahlung wird einfach gestoppt.

Nehme man an, man blicke vom Mond aus auf Europa und würde die Ereignisse mit Distanz verfolgen. Könnte es nicht sein, dass die europäischen Länder hier gegeneinander kämpfen? Starke gegen Schwache, Starke gegen Starke, Vermögende gegen Verarmte? Nach außen wird immer mit den wohlwollenden Worten „Rettung“ und „Hilfe“ gesprochen. In Wirklichkeit bringt Brüssel Armut, Arbeitslosigkeit und wirtschaftlichen Rückgang.

Wirtschaftlicher Rückgang ist ein gutes Stichwort. Es könnte sich doch bei der Absicht, Spanien unter den Rettungsschirm zu bekommen, um wirtschaftliche Interessen handeln, damit diejenigen, die etwas verkaufen wollen, einen anderen Konkurrenten auf dem europäischen Markt ausschalten können. Wenn die Troika einmarschiert, dann stottert der wirtschaftliche Motor eines Landes sofort und bleibt bald stehen.

Wenn das betroffene Land aus dem Wettkampf um die immer weniger werdenden Kunden ausscheidet, dann würden sich exportorientierte Staaten doch ausgesprochen freuen können. Machen wir uns nichts vor, wenn es um Profite geht, da hört die Freundschaft auf.

Mit Spanien wäre das wirtschaftlich viertstärkste Land in der Eurozone aus dem Rennen. Es müsste sich mit dem eigenen Volk herumschlagen, unmögliche Spar- und Reformideen umsetzen und könnte sich damit nicht mehr um das große Ganze kümmern.

Mit Spanien hätten all diejenigen, die ein Interesse daran haben, dass dieses Land sich "endlich" unter den Rettungsschirm begeben sollte, einen wirklich harten Brocken aus dem Weg geräumt. Das mag vielleicht abwegig klingen, doch es passieren so viele Dinge auf der Welt, mit noch viel größeren Zielen, als das das normale Volk es je abschätzen könnte.

Deshalb lassen wir diese Interpretation mal so im Raum stehen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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