Indikatoren-Trading

Manch ein Gelehrter sagt, je mehr man von der Aktienanlage weiß, umso weniger kommt man am Markt zurecht. Nicht die komplizierte Analyse mit den zu vielen Linien (Charttechnik) oder den Unmengen an Zahlen (Fundamentalanlyse) ist an der Börse angebracht, sondern die einfache Logik kombiniert mit einer guten Risikokontrolle. Wenn die Zentralbanken jeden Monat über die Banken viel Geld in den Markt pumpen, dann kann die Börse gar nicht fallen. Im Umkehrschluss könnte der Anleger meinen, der Markt muss steigen, dafür braucht man nicht studiert haben. Die Liquidität ist das doppelte Netz des Anlegers. Bedeutet das Kaufen mit Garantie?

Wenn mehr Kapital Aktien kaufen will als verkaufen, dann ist die Antwort genauso einfach. Demnach machen sich immer mehr Anleger keine Sorgen, wenn es um den Aktienerwerb geht. Die Schlussfolgerung ist naheliegend: Der Anleger ist sich sicher, dass sein Investment gar nicht schiefgehen kann. Wenn es brennt, eilt die Zentralbank daher und schießt frisches Geld nach. Das neue Geld führt dann wieder zu steigenden Kursen. Das klingt einfach, ist es vielleicht zu einfach?

Wenn Geld das Lebenselixier der Aktienmärkte ist und scheinbar Geld im Überfluss vorhanden ist, dann braucht der Anleger nur Eins und Eins zusammenzuzählen. Die Rechnung sollte gut für ihn ausgehen. Je länger der Anleger über diesen positiven Zustand, diese Konstellation nachdenkt,  umso sicherer ist er mit seiner Überlegung. Eine Aktienanlage kann womöglich gar nicht schief gehen, so seine Annahme.

Und zu guter Letzt ist gerade Wahljahr in den USA. Die Regierung wird ein Interesse daran haben, dass gute Aktienkurse auch gut gelaunte Wähler an die Urnen treiben. Schlechte Nachrichten werden unter den amerikanischen Teppich gekehrt oder durch scheinbar noch bessere medienwirksam eliminiert. Da die US-Börsen Leitbörsen sind, ziehen sie die Kurse der anderen Börsen mit nach oben.

Alles oben Geschriebene ist zutreffend, die spannende Frage ist, ob die Annahmen noch gültig sind? Denn das, was jetzt jeder weiß, weil schon offensichtlich, reicht meist nicht mehr, um die Kurse noch weiter zu treiben. Im Grunde sind all diejenigen, die jetzt auf den Trichter kommen, dass die Anlage in Aktien ganz sicher zu sein scheint, möglicherweise zu spät.

Wieder einmal hat sich der Ausdruck "Kaufen wenn die Kanonen donnern" bewahrheitet. Das Geschäft haben alle Anleger gemacht, die vor einem Jahr eingestiegen sind, damals, als niemand Aktien erwerben wollte. Beherzt wurde zugegriffen und nun sind viele Investoren im Plus. Zur Einschränkung soll hierbei erwähnt werden, dass das beherzt zugreifen mit fremdem Geld (Kundeneinlagen) sehr einfach funktioniert, während der Privatanleger sein eigenes hart verdientes Geld nicht in einen fallenden Markt werfen will und auch nicht sollte. Den Vorteil haben eben nur die institutionellen Anleger.

Den Profit der letzten Monate haben die Banken und die Fonds gemacht. Sie haben sich rechtzeitig in den Markt positioniert und von dem Eigenhandel profitiert. Für sie ist die letzte Zeit eine sehr gute gewesen. Für sie stellt sich eher die Frage, wann sie aussteigen und Gewinne realisieren sollen. Ob die aktuelle Zeit eine gute sein wird, für diejenigen, die jetzt neu einsteigen wollen, darf bezweifelt werden.

Die Logik beim Aktienhandel ist nicht so einfach, wie es manchmal klingt. Handelt der Anleger nach seinem eigenen Urteil, entgegen der Meinung der Masse, dann wird er regelmäßig von der Herde überrannt. Handelt der Anleger dem Trend folgend, nämlich das zu tun was alle tun, dann ist es meist auch nicht Recht, denn dann kauft er die Aktien, wenn die Party oftmals schon vorüber ist.

Was im Rückblick logisch aussieht, ist es im Moment der Entscheidung meist nicht. Denn an der Börse ergeben 1 und 1 oftmals 3 und gelegentlich sogar 11, aber in den seltensten Fällen 2. So einfach ist das.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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