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Die Spannung ist kaum mehr zu überbieten. Der Vormittag hat den DAX zügig an die 7300 Marke geführt, danach kam es zu einem starken Rücklauf, der sich nun vor einer wichtigen Entscheidung wähnt. War das heutige Tagestief ein idealer Einstiegspunkt um nun neue Hochs anzugehen oder war der Kursverlauf ein Warnschuss, sich um einen zügigen Ausstieg zu kümmern? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die zweite Annahme richtig ist, denn die Bereitschaft zu verkaufen ist da. Der DAX ist angeschlagen.

Es ist für die Trader im Moment gar nicht einfach. Auf der einen Seite will die gierige Anlegerschar immer weiter und immer höher. Auf der anderen Seite ist irgendwann auch einmal Schluss. Da die Perspektive von Tradern eher kurzfristig ist, treffen sie ihre Entscheidung auch nur für eine kleine Anzahl von Punkten. Ein längerfristiges Aussitzen oder eine Stopp-Loss-Marke, die weit weg gesetzt wird, kommt für sie nicht in Betracht. Es muss also zeitnah eine Entscheidung getroffen werden.

Also zurück zur Grundfrage. Der Kursverlauf des DAX am Vormittag muss nun gedeutet werden. Es ist wie die Wahl zwischen Kopf und Zahl, oder die Wahl zwischen Rot und Schwarz. Es kommt auf die Betrachtungsweise an. Die schnellen Trader sehen jeden Kursrücksetzer als eine Einstieggelegenheit an, die ihnen in den letzten Tagen so schmerzhaft verwehrt wurde. Die Vorsichtigen betrachten einen Vormittag mit deutlich fallenden Kursen als Warnhinweis.

Es würde dem Index gar nicht so weh tun, wenn der DAX mal ein paar Tage zur Ruhe kommen würde. Die Sorge der Anleger ist ein unkontrollierter Abverkauf. Es könnte schnell rutschig auf dem Parkett werden, wenn Handelscomputer und menschliche Anleger auf die Idee kommen würden, es sei Zeit, Gewinne mitzunehmen. Vielleicht reagieren die Anleger panisch und verkaufen wie wild. Wer weiß schon, wie weit solch eine Verkaufsorgie gehen würde. Herumgereicht werden Zielbereiche wie: mindestens 7280, eher 7260 und im Idealfall 7200 Punkte.

Plötzlich ist man am Markt des Themas Geldschwemme überdrüssig. Die EZB und die FED haben ihren Standpunkt geäußert und nun sei es wieder an der Zeit, sich um die fundamentalen Dinge zu kümmern. Das bedeutet, was machen die Unternehmen eigentlich und wie sind deren Zukunftsaussichten? Dunkle Wolken sind über der Automobilbranche zu sehen, deren Absatzzahlen erneut schwächer notieren. Zwar können sich die deutschen Hersteller noch gut behaupten, aber wie lange noch?

Doch bleiben wir beim DAX. Die Weichen werden heute Nachmittag gestellt, jetzt nachdem die amerikanischen Börsen eröffnet haben. Im Schlepptau wird sich der DAX überdurchschnittlich entwickeln, besonders im Falle von fallenden Kursen. Der DAX hat einen Minustag des Nasdaq100 ausgelassen und würde den bei nachgebenden Kursen schnell wieder einpreisen.

Shortanleger liegen nach Punkten vorn.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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