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Die Aktienmärkte steigen und die Anleger freuen sich. Jedenfalls diejenigen, die schon investiert sind. So ganz überzeugend ist der Anstieg dennoch nicht. Das kann man womöglich nur dann verstehen, wenn man schon einmal eine Blase am Aktienmarkt mitgemacht hat. Diejenigen, die das Platzen der Neuer-Markt-Blase miterlebt haben, werden wissen, dass dem schnellen Anstieg ein schmerzhafter Abstieg folgen wird, nur wann das passiert, ist schwer zu sagen. Die Frage ist also nicht, ob der Aktienmarkt in sich zusammen fallen wird, sondern wann?

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es eine deutliche Schere zwischen den Daten aus der Realität und den Hoffnungen der Anleger gibt. Das mahnt zur Vorsicht. Zum einen kühlt sich die Konjunktur in der Welt wie auch in Deutschland ab. Gleichzeitig schießen die Aktienmärkte in die Höhe, das passt nicht zusammen. Genau das ist der kritische Punkt. Die Schlussfolgerung ist, dass an diesem Anstieg etwas faul ist. Die Blase am Aktienmarkt füllt sich mit jedem Tag des weiteren Anstiegs.

Übertreibungen haben an der Börse die Eigenart, dass sie denjenigen, die den Anstieg mit Käufen befeuern, zunächst Recht zu geben und die Warner als Miesmacher darstellen. Je deutlicher vor dem Anstieg gewarnt wird, umso stärker steigt der Markt, könnte man sagen. Das geht eine Zeitlang so, wie wir es in den vergangenen Blasen schon verfolgen konnten.

Was wir derzeit an den Börsen sehen, ist eine mit Liquidität getriebene Hausse. Immer neues und frisches Geld strömt in den Markt und  sucht einen Weg, angelegt zu werden, egal wie hoch die Aktienkurse sind. An der Börse sind die Aktienkurse aber nicht egal, sobald sie egal sind, ist die Gefahr groß, dass wir uns schon in im Aktienhype befinden.

Während der Neuer-Markt-Blase waren zum Beispiel die vielen Börsengänge (IPO) egal. Das heißt, fast jedes Unternehmen konnte den Börsengang antreten, egal wie wenig fundiert die Geschäftsidee war. Hauptsache, die „Geschichte“ ließ sich verkaufen. Anleger waren völlig wirr vor Gier und zeichneten jedes neue Papier. Das sind Zustände, die man im Rückblick als völlig irrational interpretieren würde. Damals haben leider alle Anleger das gleiche gemacht. Warnende Worte waren fehl am Platz.

Das ist derzeit auch zu beobachten. Wer sich kritisch mit der Marktlage auseinandersetzt, wird komisch beäugt. Die Kurse steigen, also solle man nicht lange zögern, sondern einfach mitmachen, hört man von denjenigen, die den Anstieg begleiten. Die Käufer machen jeweils das, was die anderen Anleger auch machen, nämlich kaufen. Das Herdenprinzip kommt zum Tragen. Der schnelle Erfolg gibt ihnen eben Recht. Jeder Profit sei ihnen auch gegönnt. Es geht darum, nicht abzuheben und den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren. 

Ein fester Zeitpunkt, wann der Markt zusammenbrechen wird, ist schier unmöglich vorherzusagen. Es kann noch eine lange Zeit so weiter gehen und irgendwann plötzlich ohne Vorwarnung einbrechen. So war das in der Vergangenheit schon immer. So wird es auch diesmal sein.

Jedes Mal, wenn sich die fundamentale Lage der Unternehmen nicht mit der der Aktienkursentwicklung deckt, gibt es einen "Fehler" an der Börse, der korrigiert werden wird. Das kann man nicht vermeiden, sondern eben nur durch immer frisches Geld kaschieren. Der Crash kommt trotzdem.

Neulinge sind jetzt besonders in Gefahr, da sie die stetigen Anstiege der Kurse verfolgen und auch etwas vom Kuchen abhaben wollen. Sie sehen die Kurse davon galoppieren und sind  selbst nicht dabei. Irgendwann geben sie ihre Haltung auf und zocken mit. Das ist meist der Zeitpunkt, wo die Börsenparty sein Ende findet.

Wie sagt man einem Fahranfänger, dass, wenn er sein Fahrzeug zu schnell steuert, er über kurz oder lang einen Unfall bauen wird? Dass das passieren wird ist sicher, nur will der Neuling nichts davon hören. Das gleiche gilt auch für den Aktienmarkt in solchen Phasen. Wie lange die Anleger die irrationale Marktbewegung fortführen können ist ungewiss. Doch der „Fehler“ im Anstieg ist da und wird sich korrigieren müssen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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