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Die amerikanische Notenbank hat gestern Abend ihre Entscheidung verkündet. Es wird solange Geld zur Verfügung gestellt, bis der Markt Magenschmerzen bekommt. Das Schlüsselwort, das auch die europäische Zentralbank EZB benutzt hat, heisst hier "unbegrenzt". Besonders in Zeiten klammer Kassen kommt jedem normaldenkenden Menschen diese Illusion des unbegrenzten Geldes sehr suspekt vor. Es wird den Menschen eine Scheinwelt vorgelebt, in der nur lang genug geflutet werden soll, damit sich die Lage bessert.

Nur zur Erinnerung: die jetzt beschlossene Liquiditätsmaßnahme ist Nummer 3, d.h. die Notenbank FED hat bereits in der Vergangenheit mit den Programmen QE1 und QE2 versucht, die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt zu stimulieren. Dafür musste sie bisher 2,3 Billionen Dollar aufbringen (drucken). Eine unglaubliche Zahl. Und hier, liebe Leser, ist besonderes Augenmerk gefragt. So viele Programme und so viel Geld haben nicht geholfen, das amerikanische Problem zu lösen. Und alles, was der FED einfällt, ist jeden Monat weitere 40 Milliarden Dollar in den Markt zu pumpen. Das ist die genannte Höhe, in der sie hypothekenbesicherte Anleihen aufkaufen will.

Im Gegenzug erhalten die Banken das Geld und sollen es Unternehmen und Haushalten zur Verfügung stellen. Dieser Weg hat sich bisher als äußerst ineffektiv herausgestellt. Der Grund ist eigentlich ganz einfach. Haushalte, die kein Geld haben und einen Kredit wollen, bekommen keinen, und diejenigen, die Geld haben, beantragen keinen Kredit. Unternehmen, die die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse sehen, werden keine Investition in Millionenhöhe tätigen, nur weil die Zinsen günstig sind. Für Unternehmen kommt es darauf an, dass sich die Investition auch lohnt, also die produzierten Güter auch absetzbar sind und danach sieht es derzeit ganz und gar nicht aus.

Die obige Erklärung ist der Grund, warum die bisherigen Maßnahmen der Notenbank FED nicht gefruchtet haben und auch in der Zukunft nicht fruchten werden. Sie kann die Leitzinsen auch bis in das Jahr 2015 hinein an der Nulllinie festtackern, das wird niemanden mehr hinter dem Ofen hervorholen. Sie kann weiter ihren Operation Twist tanzen, indem sie kurzlaufende Anleihen gegen langlaufende tauscht, um damit die Zinsen zu senken. Die chronische Erfolglosigkeit der FED wird nicht besser, wenn ihr Chef Ben Shalom Bernanke kurz vor der US Wahl dem Präsidenten einen Gefallen tut.

Die Amerikaner und all diejenigen Menschen in der Welt, die jetzt die Geschehnisse rund um die amerikanische Notenbank FED verfolgen, sind Zeugen einer Illusion, die es in dieser Art und Weise nicht geben kann. Den Menschen soll vorgegaukelt werden, dass ein Staat sich nicht ändern braucht, dass veraltete Strukturen sich nicht verändern müssen und dass es scheinbar Geld vom Himmel regnen kann, ohne dass jemand dafür arbeitet. Nicht wahr, Helikopter Ben?

Warum arbeiten die Menschen in aller Welt überhaupt und warum haben Staaten Schulden, wenn jede Regierung doch einfach an die Druckerpresse gehen kann und neue Geldscheine drucken kann, zum Beispiel 40 Milliarden im Monat. Liebe Leser, so kann das nicht funktionieren. Durch das Bereitstellen von frischem Kapital kann ein Staat kann nur Zeit gewinnen. Das Ursprungsproblem wird aber nicht gelöst.

Jeder Eingriff in den Markt hat natürlich seine Nachteile. Mit dieser wilden Gelddruckerei ruiniert man seine Währung. Das Papiergeld wird stark an Wert verlieren. Diesen Umstand nehmen die Zentralbanken wissentlich in Kauf. Und das ist keine Illusion.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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