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Die gehasste Troika, das sind die Abgesandten von IWF, der EZB und der Europäischen Kommission, haben neue Forderungen an das schuldengeplagte Griechenland gestellt. Die Arbeitnehmer sollen, wenn nötig, 13 Stunden am Tag arbeiten und auf viele Arbeitnehmer-Errungenschaften verzichten. Will man die Griechen jetzt etwa knechten? Ist das eine neue Art seine Macht, seine Dominanz zu beweisen? Was die Troika jetzt macht, hat mit ihrer Aufgabe nichts mehr zu tun. Sie will den Griechen nur schaden.

Gestern berichteten die Medien "diepresse.com" und die "welt.de" über die Forderungen der Troika während ihres letzten Besuchs in Griechenland. Wobei Besuch zu freundlich klingt, es ist mehr eine Kontrollvisite. Die Troika überwacht, ob die Sparvereinbarungen eingehalten werden und wie deren Fortschritt ist. Es ist auch die Troika, die neue Milliarden freigibt oder eben nicht. Die Troika sitzt also am längeren Hebel. In den Ausführungen fordert die Troika, dass die griechischen Arbeitnehmer, wenn ein Betrieb das als notwendig erachtet, bis zu 13 Stunden arbeiten sollen. Zudem sollen Kündigungsfristen und Abfindungen halbiert werden, es soll zu einer Wiedereinführung der 6 Tage Woche kommen und das Rentenalter von 65 auf 67 erhöht werden.

Bei einer Arbeitslosenrate von 24% ist es unbegreiflich, wie die Troika auf die Idee kommt, Arbeitnehmer sollten 13 Stunden arbeiten. Für das Wohl der Allgemeinheit wäre es sinnvoller, wenn ein Betrieb einen weiteren Arbeitnehmer einstellt und beide arbeiten dann je 7 Stunden. Anstatt eines Arbeitnehmers würden zwei ein Gehalt erhalten.

Die Troika spielt hier ihre Dominanz aus, zu der sie nicht befugt ist. Man könnte sagen, die Troika handelt außerhalb ihres Mandates, sie mischt sich in die inneren Angelegenheiten Griechenlands ein. Das passt zu dem, was wir in der letzten Zeit auch von der EZB kennen, sie handelt auch außerhalb ihres Mandates und finanziert klamme Staaten, was sie nicht darf. Auch die EU handelt gegen geltendes Recht. Laut den Maastricht Vereinbarungen darf ein Land ein anderes nicht stützen, damit nicht mehrere Staaten sich infizieren und gleichzeitig umfallen, und doch macht man in der EU seit Jahren nichts anderes.

In der Europäischen Union ist ein Hang zu beobachten, dass man sich über Recht und Vertrag hinwegsetzt. Man fordert und beschließt einfach. Sie lobt zwar oft und gerne ihren Sinn für Freiheit und Demokratie aber wenn es Ernst wird, dann hat die EU das letzte Wort. Da muss die Demokratie vor der Tür bleiben.

Im Falle Griechenlands ist diese Art der Forderung nach dem 13 Stunden Tag schlichtweg eine Versklavung der Arbeitnehmer. Obendrein schadet man auf diesem Weg dem Land, mehr als dass man die Lage zum Besseren wendet.

Nur weil die Troika Geld geliehen hat, muss sie sich nicht auf diese Weise aufführen. Wenn es den Geldgebern aus IWF, EZB und EU-Kommission nicht passt, hätten sie ja kein Geld verleihen müssen. Die EU hätte ihr Geld behalten können und die Griechen in Ruhe lassen können. Mit den Konsequenzen können die Geldgeber aber nicht leben und deshalb lassen sie nicht davon ab, Athen zu knechten.

Bisher handelt es sich um Forderungen, entschieden ist noch nichts. Man rechnet bereits mit massiven Protesten aus der Bevölkerung. Das ist auch gut so.  Die Troika ist hier völlig auf dem falschen Dampfer. Sie spielt den Sheriff in einem autarken Land, das in der Not "ja und amen" sagen muss, sonst hätte es die Troika schon längst vertrieben. 

Erfüllt mit dieser Machtfülle, nämlich am Geldhahn zu sitzen, ist die Troika vom rechten Weg abgekommen. Anstatt zu helfen, schadet sie dem notleidenden Land. Das ist vollkommen Irre.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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