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Die Krise schlägt sich immer weiter auf den Arbeitsmarkt nieder. Ganz aktuell meldet Griechenland eine Arbeitslosenquote von 24,4%. Damit ist jeder vierte ohne Arbeit. Wer sich bei dieser Quote an Spanien erinnert fühlt, der täuscht sich nicht. Auch die Iberer müssen mit der höchsten Arbeitslosigkeit im Euroraum, nämlich 24,6%, kämpfen. Das sind Zahlen, die vor wenigen Jahren kaum für möglich gehalten wurden. Was jetzt in Südeuropa begonnen hat, kann und wird auch auf den Rest Europas überschwappen, auch wenn es für manche heute noch weit weg ist.

Erschreckend ist in diesem Zusammenhang, dass eine Arbeitslosigkeit als notweniges Übel im Verlauf der Krise interpretiert wird. Niemand nimmt sich des Problems der drohenden Massenarbeitslosigkeit an. Die Statistikbehörde erfasst die Daten, die Presseagenturen lassen die neuesten Zahlen über die Ticker laufen, die Medien vermelden diese, die Politik rührt sich nicht. Niemand nimmt sich dieser schlimmen Entwicklung an. Derzeit herrscht die höchste Arbeitslosigkeit in den 17 Eurostaaten. Im Juli waren 18 Millionen Menschen ohne Job, das entspricht einer Quote von 11,3%.

Ganz anders ging man da mit kriselnden Finanzunternehmen um. Da wurde schnell und unbürokratisch geholfen, es wurde keine Zeit verloren. Massiv und vor allem entschlossen wurde einer Pleite der Finanzunternehmen entgegengewirkt. Diese Entschlossenheit wird beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit vermisst. Das ist insofern gefährlich, da Menschen in Arbeitslosigkeit bald in Armut und Hoffnungslosigkeit verfallen. Das kann sich auch ganz schnell in Wut umwandeln.

Noch schlimmer ist die Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen. Bei den 15-24 jährigen in Griechenland (53,7%) und in Spanien(52,6%) ist gar jeder zweite ohne Arbeit.

Die Staaten, die mit der hohen Arbeitslosigkeit kämpfen müssen, sind (noch) weit weg. Das wird aber nicht so bleiben. In einer globalen Welt hat jedes Rädchen, das sich irgendwo dreht, eine Konsequenz an anderer Stelle. Wenn Menschen keine Arbeit haben, können sie weniger einkaufen, kaufen sie weniger ein, bestellen die Handelsunternehmen weniger bei den Produzenten. Diese müssen dann aufgrund der heruntergefahrenen Produktion ebenfalls Arbeitnehmer entlassen.

Viele Produzenten sitzen eben in Deutschland. Als starkes Exportland ist man abgängig von den Aufträgen der anderen Länder. Somit ist die Schlussfolgerung naheliegend, dass die steigende Arbeitslosigkeit in den Südstaaten sich bald auch auf den Rest Europas ausbreitet.

Die Politik darf die Augen vor dieser Entwicklung nicht verschließen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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