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Bei der Anlage in Aktien spricht der Anleger oft von einem Investment. Er recherchiert, er analysiert, er wählt mit Bedacht und investiert. Er spricht von einem Geschäft. Dabei ist der Anleger, der über sein Geschäft spricht, scheinbar der Seriöse, während die anderen (meist Banken) als die Zocker hingestellt werden. Die andern verspielen die Kundengelder, lassen Staaten wanken und zocken in Millisekunden. Verfolgt man als distanzierter Dritte die Geschehnisse an den Börsen und soll entscheiden, ob der Begriff Investition oder Zockerei zutrifft, dann ist die Antwort schnell gegeben.

Warum gibt es die Börse? Im Grunde ist es eine Plattform, die Menschen mit einem Spielerinstinkt eine seriöse Grundlage bietet, sich auszutoben. Der eine kann besser günstige Aktien auswählen, der andere ist besser beim Timing, es geht immer darum, wer besser ist. Wenn Ihnen diese Vorstellung zu fremd ist, können Sie dieses Verhalten in Finanzforen verfolgen. Es geht fast ausschließlich um das Machtgefühl, schneller und besser als die anderen gewesen zu sein.

Einige Leser, die die Börse aus der Literatur kennen, werden vieleicht widersprechen wollen. „Nein nein, Börse ist etwas Seriöses“, „Die Börse ist die Plattform bei der Unternehmen sich Kapital beschaffen können“, „sie ist ein wichtiger Baustein der Wirtschaft“ wären die anzunehmenden Argumente. Ein Unternehmen könnte auch Unternehmens-Anleihen ausgeben, wenn es an Geld kommen will, dafür braucht es die Börse nicht. Das wäre aber weniger sexy, die Firmen würden nicht dauernd in den Marktberichten genannt werden, die Banken hätten weniger zu tun, da sie nicht fortlaufend Empfehlungen aussprechen könnten und vor allem der lukrative IPO-Markt wäre dahin.

Für Unternehmen ist der Gang an die Börse ein Weg der Geldbeschaffung, und zwar eine der ganz besonderen Art. Sie sammeln Geld gegen Wertpapiere ein. Ein besonders gutes Beispiel ist der Börsengang von Facebook. Nachdem die Aktien fei handelbar sind, können sich die Anleger an der Börse um die Scheine streiten. Jeder nach seiner Interpretation, jeder nach seinen Hoffnungen und Wünschen. Es sind die Anleger, die sich Gedanken um Potentiale und Chancen machen. Das wichtigste ist aber, das Unternehmen ist dann raus.

In letzter Zeit hat sich der Aktienmarkt verselbstständigt, es geht es nicht mehr um Unternehmen, deren Aussichten und deren Erfolg (in der Theorie würde man sich auf die genannten Punkte stützen), sondern es geht nur noch um die wilde Zockerei.

Nicht Unternehmensdaten dominieren die Geschehnisse an der Börse, sondern computergestützte Handelssysteme, welche den Menschen um Längen voraus sind, vor allem sind sie bei ihren Transaktionen sehr viel schneller. Haben die Maschinen die Macht an der Börse übernommen? Warum handeln die Menschen überhaupt noch, wenn die Maschinen es viel besser können? Und wo bleibt die Investition? Computer investieren nicht, sie zocken.

An der Börse geht es schon seit längerer Zeit nicht mehr um die Investition. Die meisten Anleger reden von frischem Geld, von der Flutung der Märkte, sie reden von der EZB und FED und hoffen auf weitere  Schritte der  Zentralbanken. Seit Monaten spielen an der Börse ein gewisser Herr Draghi und ein Herr Bernanke die Hauptrollen. Sie sind in der Lage die Märkte zu bewegen, sie können manipulieren und die Anleger treiben. Wo bleibt da die Investition?

Auch wenn einige Anleger noch glauben mögen, sie investieren an der Börse, dann ist das nur Schall und Rauch. Es ist schon eine Weile her, da wurde der Mantel des Seriösen gelüftet und das wahre Gesicht der Zockerei wurde gezeigt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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