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Alles wartet heute gespannt auf die EZB Sitzung. Auf diesen Tag haben die Anleger, aber auch die Schuldenstaaten lange Zeit gewartet. Heute ist der Tag, an dem die EZB den Spekulanten ein deutliches Zeichen entgegensetzen will, indem sie ankündigt, unbegrenzt Staatsanleihen aufkaufen zu wollen. Gleichzeitig will sie die Inflation gering halten, den Euro stabilisieren und vor allem ihre Unabhängigkeit wahren. Dass dieser Wunsch der Quadratur des Kreises gleichkommt, ist schnell erkannt. Aus diesem Grund wird es heute Nachmittag Tränen geben, nur bei wem?

Der Chef der EZB, Mario Draghi, hat sich klar positioniert. Er will ein deutliches Zeichen setzen und die Krisenstaaten vor ausufernden Anleihezinsen schützen. Wenn die EZB Staatsanleihen von Staaten wie Spanien oder Italien mit aufkauft, dann werden die anderen Finanzmarktteilnehmer keine so hohen, derzeit nahe der 7% Marke, Zinsforderungen stellen können. Soweit der Plan. 

Da die EZB nicht direkt Staaten finanzieren darf, nennt sie es anders, macht juristische Winkelzüge, macht aus einem A ein B und plötzlich glaubt sie, dass sie diesen Schritt doch machen darf. Wenig überraschenderweise unterstützen das die Medien ebenfalls. Die EZB handelt außerhalb ihres Mandats, das wird aber kaum thematisiert.

Die europäische Zentralbank nennt die Staatsfinanzierung eben anders und damit ist es keine. Man muss nur fest daran glauben. Die EZB will Staatsanleihen mit nur kurzen Laufzeiten (3 Jahre) erwerben. Dann können ja die besorgten Betrachter beruhigt sein, soll angenommen werden. Nicht ausgesprochen wird hingegen, dass ein Erwerb kurz laufender Staatsanleihen immer wiederholt werden kann. Wie bereits erwähnt, die EZB ist gut darin, aus einem X ein U zu machen.

Wenn die EZB sich für den unbegrenzten Aufkauf von Staatsanleihen entscheidet, dann freuen sich die Staaten wie Italien und Spanien. Ihre Zinsen werden sinken, für sie wird die Finanzierung günstiger. Gleichzeit schwächt die EZB aber die Währung Euro, da sie das Geld drucken wird. In der Folge wird sich Inflation nicht vermeiden lassen. Davon will die europäische Zentralbank derzeit nichts hören. 

Sollte sie sich nicht für den Ankauf von Staatsanleihen entscheiden, davon ist derzeit nicht auszugehen, werden sich die "echten" Währungshüter und die Warner von dem Inflationsgespenst freuen können, gleichzeit heulen aber die Staaten, die von einem Anleihekauf profitieren würden, ebenso heulen die Anleger am Finanzmarkt, die diesen Schritt bereits fest eingepreist haben.

Die EZB hat es heute nicht leicht. Wie sie es auch anstellt. Jedem wird sie es nicht Recht machen können.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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