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An verschiedenen Flughäfen wird gerade gestreikt, denn die Flugbegleiter der Lufthansa kämpfen für mehr Lohn. Während einige Fluggäste lange Gesichter machen, weil ihr Flug ausfällt und das Unternehmen den Streik als "fluggastfeindlich" bezeichnet, möchten wir uns hinter die Streikenden stellen. Ein Streik ist etwas Gutes. Er stärkt die Position der Angestellten und zeigt, dass Mitarbeiter mitarbeiten (aber eben nicht ausgebeutet werden) wollen, wie der Name schon sagt. Dazu gehört ein angemessener Lohn. Zufriedene Mitarbeiter kommen auch den Flugästen zugute, das wird in der hitzigen Diskussion schnell vergessen. 

Lange Zeit mussten sich die Flugbegleiter mit Nullrunden abspeisen lassen. Es ging immer um das Wohl der Firma, um die schwierige Lage und um die globale Konkurrenz. Ausbaden mussten die Planlosigkeit des Managements die Angestellten. Wer als Unternehmen keine Strategie hat, kann auch keine Marktanteile gewinnen. So verliert die Lufthansa stetig Boden gegenüber der Konkurrenz aus Asien und aus dem mittleren Osten.

Um doch weiter konkurrenzfähig zu bleiben, will das Unternehmen die Mitarbeiter auf Sparflamme bezahlen (Einsparungen am Personal) und eventuell auch Leiharbeiter (weniger Gehalt, weniger Rechte) als Flugbegleiter einsetzen. Das ist ein Weg, wie man die Mitarbeiter noch weiter auspressen kann. In der Konsequenz zerstört das natürlich die Stimmung bei den Angestellten der Lufthansa. Sollte sich die Idee mit den Leiharbeitern durchsetzen, würde es nicht lange dauern, und die Lufthansa Angestellten würden mit Lohnkürzungen konfrontiert werden.

Der Kreislauf, den ein Streit mit den Angestellten mit sich bringt, ist immer nachteilig für beide Seiten, sowohl für das Unternehmen als auch für das Personal. Die letztgenannten müssen sich aber wehren, denn wer sich nicht wehrt, wird untergebuttert. Das ist nicht nur bei diesem aktuellen Streik bei der Lufthansa der Fall, sondern in jedem anderen Unternehmen auch.

Ein Streik zeigt dem Management, wann der Geduldsfaden zu reißen droht. Es ist wichtig, dass die streikenden Flugbegleiter an ihren Forderungen festhalten um damit deutlich zu machen, dass sie sich nicht über den Tisch ziehen lassen wollen. Die Bereitschaft, für ihren Anteil am Kuchen zu kämpfen, ist etwas Gutes. Zufriedene Flugbegleiter werden auch gegenüber dem Fluggast diese positive Energie weiterverbreiten.

Auf der Vorstandsetage wird oft vergessen, dass die Mitarbeiter ein wertvoller, nicht zu vernachlässigender Teil eines Unternehmens sind. Sie sind eben nicht nur Kostenfaktoren, die die Bilanz verhageln oder den Gewinn schmälern. Denkt man zurück an die erfolgreichen Tage der Lufthansa, dann erinnert sich der Fluggast an die gut ausgebildeten, freundlichen Flugbegleiter. Der Pluspunkt war die Qualität des Personals.

Die Flugbegleiter (aber auch die anderen Angestellten der Lufthansa) leisten ihren Anteil, damit der Flugbetrieb nahtlos laufen kann. Dafür eine angemessene Lohnzahlung zu fordern ist mehr als gerecht.

Wir drücken den Flugbegleitern die Daumen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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