Indikatoren-Trading

Trading ist erlernbar. Es beginnt meist mit Literatur. Was sind Börsen, was tun sie, welchen Zweck haben sie, warum gehen Unternehmen an die Börse und was sind Aktien? Das sind alles Grundpfeiler der Börsenwelt  und es sind Fakten. Man liest und versteht. Danach geht es einen Schritt weiter: Wie kann man Aktien bewerten, welche Kennzahlen sind relevant und welche Faktoren bestimmen den Preis einer Aktie? Auch hier kann das Erlernte angewandt werden. Danach kommt die spannende Frage "Wie wendet der Leser das Gelernte an?" und da wird es kompliziert.

Nehmen wir an, der Neuling hat sich entsprechend mit der Chartanalyse im Allgemeinen bereits beschäftigt, dann weiß er, wie ein Kursverlauf interpretiert werden kann, wie Trendlinien gezogen werden oder wie Indikatoren genutzt werden können. Mit dieser Ausrüstung wird jetzt versucht, rationell eine Akte zu handeln. Dabei soll der zukünftige Kurs das Gelernte widerspiegeln, d.h. zum Beispiel beim Berühren der unteren Trendlinie nach oben drehen oder offene Kurslücken schließen und was sonst noch in der Literatur vermittelt wird.

Schnell merkt der Trader, dass die Theorie und die Praxis ganz unterschiedlich ist. Die Kurse machen eben nicht das, was im Buch so "einfach" erklärt wurde. In einem Buch findet der Trader immer die "passenden" Beispiele. Wenn ein Kurs eine Widerstandslinie überwindet, dann gibt dieser Gas und steigt noch viel weiter.  Im Buch klappt das, in der Praxis gestaltet sich das schwieriger. Denn steigt der Trader ein, wenn die Aktie den Widerstandsbereich gerade überwindet, dann kann der Schuss auch nach hinten losgehen; dann nämlich, wenn der Kurs nur mal über die Widerstandslinie schaut und dann wieder darunter fällt. Dann war der Einstieg zu früh. 

Wartet der Trader bis zum Ende des Handelstages ab, um wirklich ein sicheres Überwinden zu erkennen, dann ist das oft auch nicht richtig, weil dann der Kurs schon ein beachtliches Stück gestiegen ist. Mit solchen "Unklarheiten"  hat der Trader am meisten zu kämpfen. Das, was in der Literatur leicht aussieht, ist im wirklichen Leben sehr viel schwerer umzusetzen.

Ein weiteres Beispiel ist das Anwenden von Indikatoren. Auch diese machen im Buch genau das, was sie machen sollen. Im Buch kreuzt am Beispiel des MACD die schwarze Linie die rote von unten nach oben und der Kurs fängt direkt an zu steigen. Das macht der Kurs im "richtigen Leben" nicht immer. Ein weiterer Indikator ist der RSI. Dieser signalisiert bei Werten über 70 einen überkauften Wert und kündigt ein baldiges Drehen des Kurses an. Im Buch klappt das auch, in der Realität kann der RSI tage- und manchmal gar wochenlang im roten Bereich verweilen, ohne das sich der Kurs zu einer Umkehr verleiten lässt.

Die Problematik für den Trader ist das Zusammenführen des Rationellen, das im Buch angelesen wurde, mit dem nicht Greifbaren im wirklichen Tradingumfeld. In der Literatur sind die Regeln klar, im harten Börsenalltag aber sind die Regeln verschwommen. Es hilft zu verstehen, dass Bilder und Beispiele in Büchern die Aussage des Autors unterstreichen, da muss das Bild passen. Für den Trader selbst gilt es zu verstehen, was erklärt wurde, d.h. der Trader versteht die Funktionalität, was ein Indikator ist und wie er angewandt werden kann, er muss aber darauf achten, dass die Wirklichkeit auch immer anders aussehen kann. 

Kein Buch und kein Ratgeber wird das tägliche Handeln so wiedergeben können, dass dies Eins zu Eins umgesetzt werden kann. Der Trader muss für sich die Erkenntnisse gewinnen, die für seinen Lernprozess sinnvoll sind. Als erstes ist es ein Schritt in die richtige Richtung zu verinnerlichen, dass die Literatur nur helfen kann zu verstehen, sie kann allerdings keine Profite generieren.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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