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Im Zeichen der Finanzkrise ist deutlich geworden, dass sehr viele Unternehmen wenig Eigenkapital haben. Eine Investition oder eine Neuanschaffung wird fast immer mit dem Kredit der damals noch freundlichen Hausbank finanziert. Die Kosten für den Kredit muss der Kunde tragen. Das bedeutet, dass auch die Unternehmen mit Geld arbeiten, das sie eigentlich nicht haben. Das ist eine wesentliche Ursache der aktuellen Schuldenkrise.

Es ist gängige Praxis, dass kaum ein Unternehmen in die eigene Kasse greift, wenn größere Investitionen anstehen. Das Geld, das benötigt wird, wird von der Bank geliehen, die Kosten auf den Kunden verlagert und am Ende hat ein Unternehmen eine Investition getätigt, die letztendlich vom Kunden bezahlt wurde. Kaum ein Unternehmen verdient das Geld, das es nachher ausgibt.

Noch besser funktioniert diese Strategie beim Lebensmittelhandel, dieser nimmt gar kein Geld in die Hand. Ein Beispiel:

Viele Menschen mögen meinen, die Produkte im Supermarkt, die in den Regalen zu finden sind, seien bezahlt. Dies ist ein Irrtum. Der vereinfachte Kreislauf läuft nämlich folgendermaßen ab. Der Produzent schickt seine Produkte an den Großhandel und räumt diesem ein Zahlungsziel ein. Ein Zahlungsziel bedeutet, dass der Käufer nicht sofort bezahlen muss, sondern erst in wenigen Wochen. Würde er dennoch früher zahlen, erhält er Skonto (einen Nachlass). Der Großhandel verkauft seine Produkte an den Einzelhandel und auch dieser bekommt ein Zahlungsziel eingeräumt. Die Produkte stehen nun im Regal.

Der Kunde kommt nun in den Laden und kauft die Lebensmittel/Güter und bezahlt an der Kasse. Das ist der Moment, an dem wirklich hart erarbeitetetes Geld ins Spiel kommt. Der Kunde zückt sein Portemonnaie. Der Einzelhändler nimmt das Geld aus der Kasse und bezahlt seine offene Rechnung an den Großhändler, das Gleiche macht der Großhändler mit seiner offenen Rechnung an den Hersteller. Am Ende sind alle Rechnungen bezahlt, die Produkte verkauft, sowie der Gewinn gemacht, ohne dass jemand von den beteiligten Unternehmen eigenes Geld eingesetzt hat.

Eine clevere Idee, muss man zugestehen, die eben am Ende vom Kunden gezahlt wird. Das ist im Wirtschaftsleben gängige Praxis, dass eben der Kunde für neue Kosten gerade stehen muss. Das gilt auch für neue Steuern, die vielleicht erhöht werden, die trägt selbstverständlich auch der Kunde. Natürlich werden auch gestiegene Rohstoffkosten freundlich an den Verbraucher weitergereicht.

Unternehmen haben es clever eingefädelt, dass der wirtschaftliche Kreislauf so weit wie möglich mit fremdem Kapital in Gang gehalten wird. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise war es gar verpönt, eigenes Geld für eine Investition einzusetzen. Erst nachdem die Banken begonnen haben, nicht mehr so "locker" Kredite zur Verfügung zu stellen, begann ein Umdenken.

Der allgemeine Grundsatz, nur das auszugeben, was man auch bezahlen kann, sollte nicht nur für den Kunden gelten, sondern auch für die Unternehmen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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