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Die Medien verarbeiten gerade die neuesten Zahlen der Statistikbehörde aus Wiesbaden. Die Exporte der deutschen Wirtschaft, vor allem in die Krisenländer, seien eingebrochen. So so, mag man nun antworten, das bemerken die Medien erst heute, obwohl sie seit Monaten immer wieder betont hatten, dass die deutsche Wirtschaft "robust" und krisenresistent" sei. Die Medien haben wieder einmal die Augen vor dem Unvermeidlichen verschlossen, bis es nicht mehr zu leugnen war.

Was möglicherweise jedes Kind konnte, haben die großen Medien nicht geschafft. Nämlich die einfache Antizipation, dass wenn die europäischen Krisenstaaten massiv sparen müssen, dass diese auch weniger deutsche Produkte kaufen werden. Wer kein Geld hat, kann auch nichts kaufen. Klingt logisch? Ist auch logisch!

Trotz der aufziehenden dunklen Wolken am Konjunkturhimmel wurden die Medien nicht müde, die deutsche Wirtschaft zu loben. Deutschland habe sich nicht massiv verschuldet, wie die Krisenländer, daher brauche man sich jetzt nicht so stark einzuschränken. Außerdem sei man besser aufgestellt als die anderen Staaten. Zudem habe sich Deutschland in den letzten Jahren bei den Lohnsteigerungen zurückgehalten, das sei jetzt ein Vorteil. Viele weitere Vorteile wurden noch genannt und kritische Anmerkungen wurden schnell abgetan. Vor allem gäbe es ja noch die unermüdliche chinesische Konjunkturlokomotive, die einen Nachfragerückgang aus den Krisenländern locker ausgleichen könnte. In Wirklichkeit kämpft China mit dem gleichen Problem, nämlich einer nachlassenden Wirtschaft.

Tatsächlich war die deutsche Wirtschaft der Einäugige unter den Blinden in Europa. Man hatte den längeren Atem als die anderen, man saß aber im gleichen Boot. Es geht gar nicht anders, dass wenn die globale Nachfrage nachgibt, dass auch der Export-Vize-Weltmeister Deutschland Einbußen hinnehmen muss. 

Zusätzlich steigen jetzt auch die Arbeitslosenzahlen, wie aktuell gemeldet wurde. Das ist die Konsequenz des oben Dargestellten. Wenn die Aufträge wegbleiben, dann wird schnell am Personal gespart. Wer eins und eins zusammenzählen kann, ist stark im Vorteil, würde der Volksmund dazu sagen.

Nicht alle Medien sind gleich und sollen deshalb hier nicht über einen Kamm geschert werden. Viele kleine Medien und Blogs haben des Öfteren auf ein Nachlassen der wirtschaftlichen Tätigkeit in Deutschland hingewiesen. Es ist aber sehr deutlich, dass vor allem die großen Medien vehement die wirtschaftliche Lage zu positiv darstellen, bis es eben nicht mehr geht, so wie jetzt. 

Wieder einmal sind die Medien ganz überrascht.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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