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Finden Sie nicht auch, dass der Kursanstieg an den Börsen ein wenig verwunderlich ist? Wenn ein Anleger innehält und sich fragt, warum die Indizes so stark steigen und warum sie nicht mehr fallen wollen, dann dauert es erst mal einige Zeit, bis eine Antwort gefunden wird. Es gibt wenige Gründe, die für einen Anstieg sprechen, aber ein besonders wichtiger könnte die in Kürze anstehende amerikanische Präsidentschaftswahl sein.

US-Wahljahre sind meist gute Börsenjahre, das ist statistisch erwiesen. Die Politik gibt sich viel Mühe, während des Wahlkampfes jeder Gruppe von Investoren Honig um den Mund zu schmieren. Als Resultat sind sehr viele Branchen begünstigt, wenn der eine oder der andere Kandidat gewinnt.  Also werden Aktien aus „allen“ Branchen gekauft, um ja als erster investiert zu sein. Dadurch kommt es zu einem Anstieg im breiten Markt. 

Da der Ausgang einer Wahl sehr oft sehr knapp ist, will der Anleger seine Kohlen rechtzeitig im Feuer haben, wenn dann die Wahl entschieden wird.  Derzeit läuft ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Obama und Romney. Beide liegen bei einem Stimmenanteil von 45%.

Vor allem in den USA ist die Börsenentwicklung besonders wichtig. Auch langfristig ist der Kursverlauf an den Börsen wichtig für die Amerikaner, denn  ihre Pensionsansprüche sind in Aktien angelegt. Die amerikanischen Bürger interpretieren den Börsenverlauf als eine Art der Stärke und der Macht, während in Europa die Geschehnisse an den Finanzmärkten mit Vorsicht betrachtet werden und auch mit "Zockerei" gleichgesetzt werden. In den USA gehört der Blick an die Wallstreet zum täglichen Prozedere.

Was liegt also näher, als ein Umfeld zu schaffen, das den Anlegern gefällt? Nämlich steigende Kurse. Grüne Vorzeichen sind eben toll. Die Anleger freuen sich, die Bürger freuen sich, das Aktiendepot schwillt an und die Bürger gehen zur Wahl.

Die USA haben sich bereits an Europa gewandt und hat den Kontinent gebeten, eine Staatspleite bzw. eine Eskalation der Schuldenkrise bis zur Wahl zu vermeiden, denn man will kein Haar in der Suppe haben. Die amerikanische Notenbank FED lässt die Anleger bereits das ganze Jahr schon zappeln, ob und wann es eine neue Runde der lockeren Geldpolitik (QE3) geben wird. Das könnte Absicht sein. Auch die FED könnte auf die Wahl warten.

Anleger in Unwissenheit zu lassen hat nämlich seinen Grund. Es gibt ihnen Raum für Hoffnung und ist damit ein gutes Fundament für steigende Kurse. Anleger lieben die Hoffnung, sie meiden die Realität bzw. die Entscheidung.

Vor vier Jahren ist Obama  mit seinem einprägsamen Wahlspruch "Yes, we can" gewählt worden. Damit sollte eine Aufbruchsstimmung ermöglicht werden, die Bürger sollten Mut fassen und einen Neuanfang mit Obama als Präsidenten einleiten.

Verfolgt man den Anstieg der Börsenkurse, so fällt einem, trotz der vielen Krisen weltweit, die positive Grundstimmung auf. Auch die Annahme vieler Anleger, die Monate August und September seien schwache Börsenmonate, hat sich bisher nicht bewahrheitet. Sollten die nächsten Handelstage nicht überraschen, dann wird der August deutlich im Plus enden.

Gibt man den Anlegern Futter, dann kann man sie zum Erwerb von Aktien animieren. Das wissen auch die Präsidentschaftskandidaten. Dass es zu jeder Zeit möglich ist, Anleger entsprechend zu lenken, zeigen die Wahljahre in den USA besonders deutlich. Amerika kann es eben.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

 

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