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Obwohl Frankreich und Deutschland nicht so gut aufeinander zu sprechen sind, besonders Merkel und Hollande sind keine Freunde, gründen die beiden Nationen jetzt einen Arbeitsstab. Warum macht Deutschland das, obwohl sie gar nicht mit so gut miteinander können? Die Not muss wohl groß sein. Unter dem Druck sinkender Wirtschaftsleistung und einer größeren Wut in der Bevölkerung auf Europa ist man wohl zum Handeln verdammt.

Weiter dem Verlauf der Krise zuzusehen und den Dingen seinen Lauf zu lassen hat offensichtlich nicht zum einem guten Ende geführt. Die Krise ist nicht geringer geworden, sondern viel größer. Nun müssen Veränderungen in Europa in die Wege geleitet werden. Es beginnen sich Allianzen zu bilden, da man sich nun auf das eigene Wohl konzentriert und nicht mehr auf das der Gemeinschaft.

Jetzt klingt ein neuer Arbeitsstab innerhalb Europas zunächst eher ärgerlich als nützlich. Warum soll man innerhalb Europas, wo immer wieder Gemeinschaft und Gleichheit hoch geschätzt wird, nur in einem kleinen Kreis gemeinsame Positionen erarbeiten? Vor allem sind das die wichtigsten Nationen in Europa. Sofort überkommt dem Leser die Sorge, dass hier sich zwei zusammentun wollen, um die anderen Nationen mit ihren Positionen zu dominieren. Wohl nicht zu Unrecht.

Modern ausgedrückt würde man sagen, andere Nationen mit ihrer gemeinsamen Haltung zu überstimmen. Die anderen könnten machen was sie wollten. Wenn Deutschland und Frankreich an einem Strang ziehen, dann haben die anderen Länder kaum etwas zu melden. Natürlich wird der Druck hinter den Kulissen gemacht, vor den Kameras spricht man dann von "Win-Win" für Europa und einem richtigen Schritt in die richtige Richtung.

Dass Europa gar nicht so einig ist und gar nicht so demokratisch ist, wie es sich immer gibt, sieht man an solchen Schritten, bei denen sich Nationen zu Grüppchen verbinden, um so mit einer stärkeren Stimme zu sprechen. Das machen nicht nur Deutschland oder Frankreich so. Wenn es um die Durchsetzung von Forderungen geht, da finden sich auch andere Grüppchen (z.B. Italien und Spanien). Von einem gemeinsamen Europa ist man weit entfernt. 

Dieser Arbeitsstab soll unter anderem das weitere Vorgehen zum Thema Spanien und vor allem Griechenland behandeln. Immer lauter werden die Forderungen aus der deutschen Politik, die Griechen aus der Eurozone zu werfen. Laut Finanzminister Schäuble soll der Arbeitsrat "gemeinsame Entscheidungen" vorbereiten.

Dies würde auch zu der Aussage des Euro-Gruppen-Chefs Juncker passen, der eine Pleite Griechenlands nicht vor Herbstende vorausgesagt hatte, was aber passiert, wenn der Herbst vorüber ist?

Verläuft die  Krise so weiter wie bisher, werden die Länder Deutschland und Frankreich immer weiter in den Strudel der Schuldenkrise  hineingezogen. Erst heute verfestigt der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ausdrückt, seine fallende Tendenz und sinkt zum vierten Mal in Folge.

Auch wenn einige Leser bei der Ankündigung eines Arbeitsstab eilig an den berühmten Beamten- und Politikerspruch "Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis" gedacht haben mögen. Die Lage ist ernst und die Zeit läuft ab. Austrittsforderungen für Griechenland werden immer lauter. Die Entscheidung zum ESM Vertrag folgt in Kürze. Die EZB pumpt weiter Liquidität in den Markt, ohne dabei einen Erfolg vorweisen zu können. Das sind alles Dinge, die wenig Mut machen.

Der große Knall in der Schuldenkrise steht noch aus. Darauf müssen die beiden Großen in Europa, Deutschland und Frankreich, vorbereitet sein. Der erste Schritt könnte mit solch einem Arbeitsstab getan worden sein, um einen "heißen" Herbst schon mal auf dem Schachbrett zu planen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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