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Sie kennen die Prozedur einer Abschreibung bestimmt aus dem Büro. Ein Gerät oder ein Stuhl wird abgeschrieben. Der Preis ist steuerrechtlich abgestottert und nun steht es mit einem Erinnerungswert in den Büchern. Es würde aber auch niemanden mehr stören, wenn man den entsprechenden Artikel ausbuchen würde. Genausoweit ist es mit Griechenland. Es würde niemandem mehr stören, wenn jetzt eine Staatspleite der Helenen, gefolgt von einem Austritt aus der Eurozone eintreten würde. Das Land Griechenland ist nämlich aus Sicht der Investoren vollkommen abgeschrieben. Vielleicht trennt man sich bereits Ende Herbst von dem "abgenutzen" Land.

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern: Die Griechenland Pleite steht bevor. Es geht nur noch darum, wie man die Ausbuchung durchführen soll. Ein plötzlicher Herztod (100%ige Wertberichtigung) für das Land oder ein langsames Dahinsiechen (Teilwertberichtigung). Welcher Weg auch gewählt wird, der Austritt ist beschlossen. Die deutschen Banken geben sich ganz ungeniert und bestätigen, dass sie für eine Griechenland Pleite vorbereitet sind. Die Finanzhäuser würden sich nicht mehr von einer Pleite überraschen lassen, hieß es kürzlich, und man habe alle Vorbereitungen getroffen.

Obwohl diese Meldung letzte Woche positiv durch die Medien gereicht wurde, darf trotzdem sachlich hinterfragt werden: Wieso sollten die Banken eine Griechenlandpleite auch fürchten? Es gab doch bis jetzt genug Zeit, die eigenen Investitionen abzuschreiben, umzuschichten bzw. sich von hochriskanten Papieren zu trennen. Jetzt geht es den Banken wieder gut, sie präsentieren sich in bester Laune, sind sie doch die Risiken, die sich aus den griechischen Investitionen ergeben hatten, losgeworden.

Die Finanzhäuser können sich bei der Politik bedanken, die nichts unversucht gelassen hat, Zeit zu schinden. Sie erklärt zwar unermüdlich, dass die gewonnene Zeit für Griechenland herausgeholt wurde, Leser, die sich mit diesem Thema befassen wissen aber, wem das Zeitschinden offensichtlich gegolten hat.

Dass Griechenland bereits vollständig abgeschrieben wurde, erkennt man an den unverblümten Austrittswünschen. Zu Beginn der Krise war das ganz anders, da durfte niemand einen Austritt fordern oder gar in den Mund nehmen. Die Banken waren eben noch nicht so weit. Aber jetzt, wen juckt das Land und die Bürger noch? Also wird regelmäßig der Wunsch nach einem Austritt in Richtung Athen geäußert.

Der deutsche CSU-Mann Söder hat schon unverblümt eine Pleite Griechenlands gefordert, und auch der österreichische Außenminister Spindelegger sucht bereits nach einer Möglichkeit, Staaten aus der Eurozone zu werfen. Er nannte Griechenland dabei nicht beim Namen, aber jeder konnte eins und eins zusammenzählen. Die Europäer nehmen kein Blatt mehr vor den Mund, wenn es um die europäische Zukunft und besonders um die Griechenlands geht.

Diese sieht eben nach einer Staatspleite aus. Ende Juni betrugen die Staatsschulden 300 Milliarden Euro. Der Schuh drückt an allen Ecken und von Besserung bisher keine Spur. Egal, wie lange Juncker und Co die Lage schön reden wollen und an die europäische Idee erinnern, es hilft nicht mehr. Griechenland ist abgeschrieben. 

Wie sagte Juncker letztens in einem Interview. „Die Pleite Griechenlands wird nicht vor Herbstende kommen“, dann aber ganz sicher?

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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