Angebot

Die Anleger haben zum Abschluss der letzten Woche Lethargie gegen Volatilität getauscht. Der DAX verließ seinen langweiligen Seitwärtstrend nach oben und erklomm die 7000er Marke. Jetzt fangen die Probleme für die Anleger erst an. Springt man nun auf den wieder schneller fahrenden Zug, oder wartet der Anleger lieber ab und lässt die heißen Anleger-Emotionen sich erst einmal entladen? Wie er es auch macht, es ist meist falsch. Für einen Einstieg fühlt er sich nicht bereit, denn die 7000 Punkte Marke zu erreichen ist eine Sache, sie zu verteidigen eine komplett andere.

Die Marktteilnehmer hatten sich den weiteren Fahrplan für den DAX nach dem Verlassen der zermürbenden Seitwärtsphase einfach ausgemalt. Jetzt, nachdem die Seitwärtsphase nach oben verlassen wurde, sollte es stramm nach Norden weiter gehen. Das ist aus der Charttechnik einfach abzuleiten. Man nimmt die Breite zwischen den Begrenzungslinien des Seitwärtskanals und setzt diese Länge auf die obere Begrenzungslinie drauf. Damit hat man ein Kursziel. Der DAX sollte also bis ca. 7090/7100 Punkte steigen. Mit dem Erreichen der 7086 Punkte am heutigen Handelstag ist dieses Ziel jetzt auch erreicht worden.

Wie geht es nun weiter? Hier könnte eine wichtige Komponente, nämlich die der veränderten Wahrnehmung, eine entscheidende Rolle spielen. Durch den dynamischen Ausbruch ist die Mehrheit der Marktteilnehmer der Überzeugung, dass die Kurse weiter in Richtung Norden unterwegs sind. Auch diejenigen, die sich in den letzten Wochen auf fallende Kurse eingestellt hatten, und damit nur Verluste eingefahren haben, werfen nun die Flinte hin und wechseln ebenfalls in das Lager der Käufer. Auch sie gehen nun von weiter steigenden Kursen aus.

Dies könnte sich auf den folgenden DAX Verlauf folgendermaßen Auswirken: Mit jedem Kursrückgang, der jetzt beginnt, wird sich der Anleger in seiner Long Position bzw. mit seinen Aktien wohl fühlen. Er ist sich seiner Annahme von steigenden Kursen nun vollkommen sicher. Das führt dazu, dass die Risikoeingrenzung nachlässt. Stopp Kurse werden weit weg vom Einkaufskurs gesetzt. Manch einer ist sogar gewillt, noch einmal nachzukaufen. Nicht nur um zu verbilligen, sondern auch, um die bisherige Position aufzustocken. 

In der Summe sind die Käufer jetzt bereit, die ihnen angebotenen Aktien zu sorglos zu erwerben. Damit saugen sie ihr Depot voll, welches in der Folge auf die Marktveränderungen viel stärker reagiert als vielleicht beabsichtigt. Für den Kursverlauf des DAX bedeutet das eine Umkehrung des bisher Gesehenen. Das heißt, der DAX fällt sagen wir auf die 7000-Punkte-Marke und die Anleger sind relaxed, da sie von einer normalen technischen Korrektur ausgehen. Sie nehmen die ersten Kursrückgänge nicht als Gefahr wahr.

Überraschend fällt der DAX dann unter die 7000-Punkte-Marke und auch gleich direkt wieder in den Seitwärtskanal. Das geht so schnell, dass die Anleger verwundert zusehen, anstatt zu verkaufen. Jetzt folgt die Phase des guten Zuredens. Der Anleger vermutet, dass es für den Index jetzt wieder Zeit ist, nach oben durchzustarten. Doch das passiert einfach nicht. Der DAX gibt einfach weiter nach. Plötzlich werden auch den negativen Nachrichten am Markt wieder Beachtung geschenkt. So zum Beispiel einer Griechenlandpleite im Herbst.

Sowohl die amerikanischen Indizes (auf Tagesbasis), als auch der DAX (auf Stundenbasis) sind heiss gelaufen. Für einen direkten weiteren Anstieg ist die Luft einfach zu dünn. Es wird also in Kürze zu einem Rücklauf kommen, der dann die Tragfähigkeit der gerade erst erklommenen 7000er Marke unter Beweis stellen wird.

Auch wenn die Mehrzahl der Anleger erst mal euphorisch einen weiteren DAX Anstieg bevorzugt, es kann auch, wie in diesem Artikel beschrieben, anders kommen. Das heißt: Immer vorsichtig sein und einen Alternativplan einplanen, wenn der DAX die 7000er Marke nicht verteidigen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This