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Seit nun genau sechs Handelstagen macht der DAX nichts anderes als seitwärts zu tendieren. Es passiert einfach nichts. Das ist pure Langeweile. Vor allem ist es fast schon müßig zu analysieren, ob der DAX wohl steigen oder fallen wird. Die Ausgangslage ist nämlich schon länger klar und die Triggermarken bekannt, nur eine Auflösung kommt eben bisher nicht. Was nach Langeweile an den Aktienmärkten klingt, ist für die Trader besonders gefährlich. Diese suchen in der Langeweile nach Signalen, die es gar nicht gibt.

Plötzlich ist es ganz ruhig geworden an den Börsen. Die amerikanischen Indizes ziehen den Karren nicht mehr aus dem Dreck, wie das in den letzten Wochen so geschehen ist. Sobald der US Markt den Handel eröffnet hatte, wurde die Richtung Norden eingeschlagen und die europäischen Indizes im Schlepptau mitgenommen. Den Versuch machen die Amerikaner dieser Tage auch noch, aber viel zu "lahm“ und damit vorhersehbar, so dass auch jeder Aktionär in Deutschland gleich davon Abstand nimmt, auf den fahren den Zug aufzuspringen.

Die Kombination, dass es keine starken Signale mehr aus den USA gibt, plus die Unentschlossenheit der deutschen Anleger, lässt den nichtssagenden DAX Verlauf Realität werden. Es passiert einfach nichts. Der DAX wartet in seiner Seitwärtsrichtung auf eine Entscheidung nach oben oder nach unten. Dass die Möglichkeit fallender Kurse leichte Vorteile hat, wurde in dieser DAX-Analyse angesprochen.

Langweilige Börsen bergen Gefahren. Während Aktionäre bei seitwärts tendierenden Phasen die Füße still halten und zusehen, ist das bei kurzfristig orientierten Tradern anders. Sie versuchen, trotzdem Geld zu verdienen, denn warten bedeutet für manchen Trader nämlich "Geld verlieren und Chancen verpassen". Das stimmt zwar so nicht, aber jeder kann sich selbst ein Bild machen. Der Versuch, in einem langweiligen Markt Handelsentscheidungen zu finden und diese umzusetzen, ist besonders schwer.

Im Grunde lädt der Markt dazu ein, dass die Trader ihr Geld verzocken. Was passiert, wenn es keine klare Richtung im Markt gibt? Die Ausschläge werden kleiner, die Handelbarkeit einer bestimmten Punktezahl wird schwerer, und vor allem die Zuckungen des Indexes werden fast willkürlich. Widerstands- und Unterstützungslinien in einem kleinen Chartfenster (z.B. 1 min Chart) laden zum Handeln ein, werden aber regelmäßig vom Markt gerissen oder berührt, sodass der Tradingplan nicht aufgeht.

Langeweile im Markt kann für Trader besonders schmerzhaft enden. Durch die permanente Suche nach Einstiegsmöglichkeiten werden viel, meist zu viel Trades, eingegangen, die oftmals erfolglos enden. Zudem macht es der Markt dem Trader auch nicht leicht. Der Trader kann den Fehlern aus der Langweile nur entgehen, wenn er sich Handlungsschritte vorgibt und diese konsequent einhält. Also nur wenn eine Bedingung im Chart erfüllt ist, dann eröffnet der Trader eine Position, sonst muss er warten.

Dass Trading Geduld erfordert, ist in der Theorie jedem klar. Diese Geduld aufzubringen ist aber schwer. Trading, da geht es um die schnellen Bewegungen, um das schnelle Geld, um das Ausnutzen von Kursbewegungen, um die Spannung, die ein Trade mit sich bringt – beim Trading fließt Adrenalin durch den Körper.

Das sind alles Dinge, die überhaupt nicht mit Langweile zusammen passen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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