Angebot

Im Laufe der Krise haben sich mehrere Anlaufstellen gebildet, die sich als Krisenschutz für Ihr Geld anbieten. Besonders deutlich hat in letzter Zeit das Investment in Aktien aufgeholt, zusätzlich zu dem Run auf Immobilien und die Flucht in Gold und Silber. Aktien werden vermehrt nachgefragt, da auch sie als Sachmittel gelten und damit eine Krise überstehen sollen. Sie sind aber nicht ohne Risiko, so wie manch ein Investor sich das vorstellen mag, denn es lauern einige Gefahren für den Aktionär.

Der Kauf von Aktien ist ein Erwerb von Anteilen an einer AG. Ein Stück des Unternehmens gehört also dem Anleger. Er will damit vor allem die zukünftigen Turbulenzen an den Finanzmärkten und Verwerfungen im wirtschaftlichen Gefüge in der Welt überstehen. Die wesentliche Annahme ist, dass der Anteil an einer Unternehmen eben ein Anteil an diesem bleibt, egal was kommt.

Risiko: Pleite

Als Unsicherheitsfaktor sollte ein Scheitern des Unternehmens während der Krise in Betracht gezogen werden. Die Rezession legt sich bereits über die Weltwirtschaft. Kommt es zu einer Depression, dann wird es auch vielen Aktiengesellschaften schwer fallen, diese zu überstehen. Ist eine Unternehmung pleite, dann geht der Aktionär leer aus.

Jetzt gibt es natürlich verschiedene Aktiengesellschaften und die Anleger gehen davon aus, dass große Unternehmen nicht so schwer getroffen werden wie kleinere. Sie sollten die Krise schadlos überstehen, das können z.B. Nahrungsmittelproduzenten, Chemieunternehmen oder PKW Hersteller sein, diese werden immer gebraucht. Eine Anlage in große Firmen sollte also mit weniger Risiko behaftet sein, so die Vermutung, die dahintersteckt.

Im Grunde ist die Annahme richtig. Es soll hier dennoch darauf hingewiesen werden, dass es auch große Firmen trifft, die sich aus einer hervorragenden Position ins Abseits manövriert haben. Mit den entsprechenden Konsequenzen für das Aktien Investment. Wer hätte gedacht, dass z.B. Kodak pleitegeht? Das war in der Vergangenheit der führende Anbieter in seiner Brache Fototechnik. Oder Nokia, der ehemalige Weltmarktführer von Mobilfunkgeräten, ist direkt von der Spitze auf das Abstellgleis gerutscht. Ob sich das Unternehmen jemals wieder aufrappeln kann, steht in den Sternen. Auch Sony, der führenden Anbieter von Unterhaltungselektronik in den Achtzigerjahren, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Die Liste von guten Unternehmen, die jetzt um ihre Zukunft kämpfen, kann lange weitergeführt werden. Es geht hier darum zu verdeutlichen, dass ein gutes und solides Unternehmen von heute sich in der Zukunft auch zum Negativeren wandeln kann. Dieser Gedanke soll einfach in Hinterkopf behalten werden, wenn man Aktien als "ganz sicher" präsentiert bekommt.

Risiko: Kapitalerhöhung:

Es gibt weitere Vorgänge, auf die Sie als Aktionär keinen Einfluss haben, die aber Ihren Plan Aktien als Krisenanlage einzusetzen durchkreuzen können. Da ist zum einen die Kapitalerhöhung. Es ist anzunehmen, dass viele Aktiengesellschaften in der Krise (Rezession/Depression) Geld brauchen werden. Diese sammelt eine AG üblicherweise durch eine Kapitalerhöhung ein. Es werden dafür neue Aktien herausgegeben. Alteigentümer dürfen sich zuerst aussuchen, ob sie diese zeichnen möchten, nicht zugeteilte Aktien werden am Markt platziert.

Durch eine Kapitalerhöhung wird Ihr Anteil an der AG verringert, ohne dass Sie etwas dagegen machen können. Ihre Anteile verlieren an Wert. Ihnen gehört am Ende weniger von dem Unternehmen als vor der Aktion. Solche Dinge passieren regelmäßig und müssen bei einer langfristigen Anlage in Aktien bedacht werden.

Risiko: Übernahme

Ein weiteres wichtiges Ereignis sind Übernahmen. Es ist davon auszugehen, dass es in der Krise vermehrt zu Übernahmen kommen wird. Das wird Ihren Plan, Aktien durch die Krise hinweg zu halten, schwer durchkreuzen. Möglicherweise stehen Sie inmitten der Krise zwar mit Geld, aber ohne Aktien da. Das wollten Sie ursprünglich vermeiden. Der Vorgang ist wie folgt: Sie kaufen eine Aktie zu einem Preis von z.B. 18 Euro pro Stück. In der Krise notiert diese Aktie vielleicht bei 6 Euro. Dieser Preis ist ein Schnäppchen für die Konkurrenten, die sich diese Firma billig aneignen wollen. Der Konkurrent bietet vielleicht 9 Euro pro Aktie. Das ist ein Aufschlag von 50% zu den 6 Euro an der Börse. Wenn nun genug Aktionäre dieser Übernahme zustimmen, dann stehen Sie da und werden aus Ihrer Position herausgepresst, ohne dass Sie das so wollen und geplant haben.

An ein besonders schmerzhaftes Beispiel können sich die T-Online Aktionäre erinnern. Der Mutterkonzern Deutsche Telekom hatte im Jahre 2000 das Unternehmen T-Online für 25 Euro an die Börse gebracht. Als dann im Rahmen des Platzens der Neuer-Markt Blase die Aktien im Preis stark gesunken waren, witterte die Deutsche Telekom ein gutes Geschäft und machte den Aktionären ein Barangebot zum Preis von 8,99 Euro, um die Aktien zurückzukaufen. Das war bitter für die Anleger der T-Online Aktie, die eigentlich ihre Verluste aussitzen wollten. Dass Aktionäre aus ihrer Position gepresst werden, kann jederzeit passieren, das sollte sich der Aktionär vor Augen führen.

Aktien sind eine Anlage, die, wie jede Investition, ihre Vor und Nachteile hat. Diese gilt es vor dem Investment zu prüfen und abzuwägen. Die derzeit oft anzutreffende Meinung, Aktien seien in der Krise ein „sichere“ Anlage, trifft aber so nicht zu.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This