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An der Börse lockt das schnelle Geld. Damit geht der Wunsch auf ein sorgenfreies Leben einher. Das sind Hoffnungen und Wünsche, die jeder Anfänger mitbringt, der an der Börse spekulieren will. Der Spagat zwischen mangelnder Fähigkeit und Anfänger-Fehlern ist schwer zu bestimmen, so dass erste Verluste zu beklagen sind. Schnell ist der Traumstart ausgeträumt und der Anleger zurück auf dem Boden der Realität. Dieser Fehlstart wird nicht als Warnung verstanden, nämlich dass der Anleger vielleicht für die schnelle Börsenwelt ungeeignet sein könnte, sondern wird als Vorlage genommen, den Fehler zu wiederholen. Wenn diese Anfänger-Fehler nicht abnehmen und man keine Gewinne verbuchen kann, heißt es schnell Finger weg von der Börse, denn ansonsten drohen noch mehr Verluste

Wer nicht gut mauern kann, der wechselt besser das Handwerk und macht etwas, was ihm besser gelingt. An der Uni ist das nicht anders. Man schreibt sich in ein Fach ein, merkt eventuell, dass es einem nicht liegt und wechselt in ein anderes Fach, das dem Studenten besser zusagt. Nur an der Börse, da gilt diese Regel nicht. An der Börse wird jeder Fehltritt, jeder Totalverlust, jedes Auslöschen des Kontos als Grund genommen, erneut mit dem Börsenhandel zu beginnen. Man will es beim nächsten Mal besser machen.

Ein Spruch unter Tradern lautet "jeder gute Trader war schon mal pleite". Dieser Ausspruch besagt, dass niemand als Trader oder Anleger geboren wurde. Vieles wurde mühsam erlernt und das erste Mal an der Börse angewandt. Wie das so ist, liegen zwischen der Theorie der Literatur und dem harten Börsensaal Welten. Das gilt auch für das Ausprobieren mittels eines Börsenspiels. Bei dem Börsenspiel fehlt nämlich der psychologische Druck und die Angst, eigenes Geld zu verlieren. Sobald  ein Anleger den Börsensaal betritt, ist er mit einer fremden Welt konfrontiert, bei der Manipulation erlaubt ist, bei der Täuschen zum Programm gehört und bei dem es um sehr viel Geld geht. In dieser harten Börsenwelt versucht der Anleger sein Wissen umzusetzen und scheitert dabei oft.

Zu stark sind seine Gegner. Zu viele Tricks kennen die andere Teilnehmer. Es ist wie bei einem Fußballspiel auf der Playstation, wenn Sie die Kniffe und Tricks der Spieler nicht kennen, werden Sie nur mit Rennen, Passen und Schießen nicht weit kommen. Wer das erste Mal an der Börse handelt, der weiß noch nicht, was ihn erwartet, denn zu viele Dinge sind neu. Diese fehlende Kenntnis wird versucht durch das Aufsaugen von Nachrichten zu kompensieren. Dass dies wenig hilfreich ist, weiß der Anleger zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht.

Erst wenn der Aktienkurs fällt, obwohl ein Unternehmen hervorragende Quartalszahlen liefert oder der DAX nicht auf Nachrichten reagiert und eigene Wege geht, dann erst wird der Anleger lernen, dass alle Nachrichten der Welt den Börsenkurs nicht beeinflussen. Jede Kursbewegung hat nämlich ihre eigene Geschichte. Diese Erkenntnis hat natürlich ihren Preis, das Lehrgeld bezahlt der Anleger mit seinem Kapital.

Zusätzlich kommen Fehler hinzu, wie zu frühes Einsteigen, Nachkaufen oder Verluste laufen zu lassen. Im Ergebnis hat der Anleger sein Handelskapital verspielt. Das alles frustet ihn und lässt ihn zunächst verzweifeln. Nach einer gar nicht so langen Zeit kommt er zurück an den Markt. Diesmal will er es besser machen, er hat aus seinen Fehlern gelernt, behauptet er. Diesmal soll alles anders werden.

Sehr viele Leser werden sich in diesen Gedanken wiederfinden, denn es geht vielen so. Die weitere Geschichte ist schnell erzählt. Meistens, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, wird auch die zweite Ladung Tradingkapital in den Sand gesetzt und wieder ist nur Frust das Ergebnis. 

Jetzt ist der Punkt gekommen, an dem der Anleger sich fragen muss, ist die Börse etwas für mich? Ist das ein Umfeld, in dem ich mich wohl fühle? Kann ich an der Börse dauerhaft Geld verdienen? Wenn Sie diese Fragen nicht überzeugend mit einem ehrlichen „ja“ beantworten können, ist es Zeit, den Rückzug vom Parkett anzutreten.

Wenn Ihnen eine ehrliche, vor allem aber realistische (Selbst-)Betrachtung schwer fällt, dann können Sie sich auch fragen, ob Ihr Ausflug an die Börse mit Gewinn oder mit Verlust geendet hat. Wenn die Antwort hauptsächlich Verlust lautet, dann ist das schnelle Geld an den Finanzmärkten nichts für Sie.

Wenn Ihre Börsenaktivitäten nur Geld gekostet haben, dann haben Sie bereits einen gefühlten Gewinn, wenn Sie die Finger davon lassen. Das fällt manchen schwer, ist aber der erste Schritt in die richtige Richtung. Es ist nun einmal so, dass nicht jeder Mensch für die Börse geeignet ist. Dies zuzugeben ist keine Schwäche.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading.de

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