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Draghi hat selbst gezockt und verloren. Die EZB kann den Erwartungen der Märkte, die der Chef selbst geschürt hat, nicht gerecht werden. Jetzt sitzt er da, schaut aus seinen großen Brillengläsern und weiß auch nicht mehr weiter. Die Zentralbank hat genau das getan, was sonst die Märkte machen. Sie hat getäuscht, indem sie zu viel Raum für Spekulationen gelassen hat. Es ist einfach ein Armutszeugnis. Die Politik hat versagt, die Staaten sowieso und die EZB hat nun auch enttäuscht. Die Märkte reagieren sofort. Der DAX verliert in Minuten 230 Punkte.

Nachdem um 13:45 Uhr die Leitzinsen nicht gesenkt wurden, gab es schon ein die erste missgestimmte Reaktion der Märkte. Keine Veränderung der Zinssätze hatte den Anlegern nicht gefallen. Doch gleich wieder dominierte Hoffnung, dass auf der folgenden Pressekonferenz um 14:30 Uhr ein klares italienisches Bekenntnis ausgesprochen werde. In dieser kurzen Zeit macht der DAX nicht nur die kurzzeitigen Verluste wett, sondern startete sogar den Turbo und nahm den Kursanstieg vorweg, der den Worten Super Marios folgen sollte, sobald er den Mund aufmacht. Es kam anders. Es reichte nur bis zum Willkommensgruß.

Um 14:36 Uhr besannen sich gefühlt alle Anleger, inklusive der Handelscomputer, dass die EZB zu hoch gepokert hat und nun nichts liefern kann. Die Märkte waren enttäuscht und begannen die Abstrafung. Ihre eigene und die der EZB. Die Anleger waren wütend auf alles und jeden, denn man hatte sie an der Nase herumgeführt. Man hatte dem Kapital Hoffnung gemacht, süße Worte wurden gesprochen, die EZB wollte alles retten, jede Staatsanleihe in der Eurozone wollte man kaufen, sie wollte den großen Wurf machen. Nichts davon wurde jetzt umgesetzt. Der EZB Ballon, gefüllt mit viel heißer Luft, platzte mit einem lauten Knall.

So sieht eine Abstrafung im DAX aus:

Quelle: Deutsche Börse

 

Das Enttäuschungspotential ist auch deshalb so groß, da jeder Käufer viel Raum hatte, alles in die kommenden Aktionen der EZB hineinzuinterpretieren. Die Anleger hatten sich die Zukunft rosarot ausgemalt. Deshalb kauften sie wie verrückt Aktien.   

Unter anderem hatten die Anleger erwartet, die EZB könne dem ESM mit Krediten "zur Verfügung" stehen. Diesem Wunsch der Marktakteure erteilte der EZB Chef eine klare Absage. Das war wohl die einzige positive Meldung innerhalb der Pressekonferenz. Die EZB versucht ihr Gesicht zu wahren. Man hatte sie schon "fast" als ausübendes Organ zweiter Klasse abgestempelt.

Was den Märkten jetzt nicht gefällt, ist ein Pluspunkt für die europäische Zentralbank. Sie wahrt noch ein letzten Funken "Respekt", dass sie sich doch nicht vor den Karren der Finanzmärkte spannen lässt. Die Anleger müssen lernen, dass an der Börse nichts vorweggenommen werden kann, mögen die Worte noch so süß klingen. Wer hoch fliegt, der kann eben tief fallen, wer das Risiko eines Investments in diesem Marktumfeld eingeht, der muss die Enttäuschung verkraften können. Auch diese Börsenwunden heilen wieder.

Mit dem heutigen Tag kehrt ein wenig Normalität wieder zurück. Die Finanzmärkte geben sich nun alleine der Zockerei hin und die europäische Zentralbank wahrt die "Preisstabilität".

Also, alles wieder normal.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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