Indikatoren-Trading

Alle lieben die Börse. Jedenfalls diejenigen, die sich dort tummeln. Der Plan ist für alle gleich, sie alle wollen Profite erwirtschaften, doch der Weg dorthin ist unterschiedlich. Die einen riskieren immer nur wenig und lassen sich öfter ausstoppen, die andern lassen dem Trade viel Luft, denn für sie muss die Position atmen können, um sich entwickeln zu können. Damit treffen zwei unterschiedliche Ansätze aufeinander, was die Frage aufwirft, wie genau muss eine Analyse sein, damit sie auch ohne größere Verluste gehandelt werden kann?

Beide Fronten haben sinnvolle Argumente. Diejenigen mit den kleinen Toleranzen sind überzeugt, dass Verluste immer sehr klein gehalten werden müssen. Das macht auch Sinn. Die Kehrseite ist eben, dass die eingegangene Position oft ausgestoppt wird. Das kostet dann Geld, da jede Positionseröffnung Transaktionskosten mit sich bringt. Der berühmte Kostolany Satz mag jetzt bei einigen aufkommen, der den Sachverhalt auf den Punkt bringt: "Ständiges Hin und Her macht die Taschen leer".

Diejenigen Trader, die ihrer Position Platz lassen, um eben dem „schnellen-ausgestoppt-werden“ zu entgehen, argumentieren anders. Sie sagen, wenn man am Ende des Tages recht mit seiner Annahme hatte, dann braucht man sich nicht innerhalb des Handelstages dauernd ausstoppen lassen. Man geht eine Position ein, lässt dieser viel Platz und lässt den Basiswert (z.B. den Index oder eine Aktie) einfach machen. Solange am Ende der Trade aufgeht, ist alles in Ordnung, so die Überzeugung.

Jetzt hat jeder Weg auch seine Nachteile. Wie weit ist denn ein "weiter" Abstand und wie viel ist „viel“? Da scheiden sich die Geister. Mehrere hundert Punkte sind definfitiv viel. Eröffnet ein Trader eine Position auf einen steigenden DAX mit einem Stopp-Loss von 300 Punkten Abstand, dann ist das zwar möglich, aber ob das auch sinnvoll ist? Bei solch einer großen Toleranz ist der Zweifel gestattet, ob der Trader wirklich sicher ist, das Richtige zur richtigen Zeit zu tun.

Wenn der DAX also noch 300 Punkte fallen darf, bevor es in die analysierte Richtung, also aufwärts, geht, dann ist der Trade vielleicht zu früh eröffnet worden. Zusätzlich muss die eröffnete Position eine sehr kleine sein. Wer 300 Punkte Verlust im DAX aushalten will, muss kleine Brötchen backen, denn sonst kommst sein Tradingkonto schnell in Schieflage. Wer nach diesem Plan vorgeht und drei Trades vergeigt, der hat schnell knapp 1000 Punkte Verlust angehäuft.

Auch die Umkehrseite sieht nicht besser aus. Sagen wir die oben angesprochene Long Position ist eröffnet, und der DAX steigt, dann muss der DAX schon eine lange Strecke zurücklegen um wirklich profitabel zu sein. Der Grund ist einfach, die Positionsgröße war ja aufgrund der 300 Punkte Toleranz sehr klein. Der Anstieg muss also die Transaktionskosten reinholen und noch einen Profit abwerfen, der sich auch noch lohnt.

Doch bleiben wir bei dem Verlust, der den meisten Tradern Kopfzerbrechen bereitet. Es gibt viele Beispiele in der Literatur, die einen festen Wert für einen Verlust vorgeben. Zum Beispiel, dass dieser nicht mehr als 1% des Depotwertes ausmachen soll. Der Trader kann aber auch zur falschen Zeit in den Markt springen und immer wieder einen Verlust erleiden. Viel wichtiger als eine starre Zahl ist es, einen Plan zu haben, wie mit einer Position umgegangen werden soll, wenn der Verlust eintritt.

Es ist also von elementarer Bedeutung, einen Tradingplan zu haben, der eine „wenn / dann“ Aussage erfüllen kann. Zum Beispiel: Wenn dieser Wert erreicht wird, dann eröffne ich eine Position, wenn diese Unterstützung gerissen wird, dann verkaufe ich sofort. Denn wenn man einen Plan hat, dann gibt der Chart die Antworten bereits vor. Ansonsten stochert der Trader im Nebel.

Ein Verlust darf nicht zu groß werden. Es ist wichtig, das Tradingkapital zu schützen. Einen Vorteil hat der Trader am Markt, er allein entscheidet, wann er seine Position eröffnet. Auf den Zeitpunkt hat er nämlich Einfluss. Wenn der Trader dem Markt noch viel Luft nach unten zutraut, dann sollte lieber Abstand vom Trade genommen werden und auf eine bessere Gelegenheit gewartet werden.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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