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Lange hat man gedacht, Europa könne an den Griechen scheitern. Nun kristallisiert sich ein noch größeres Land, ein mit noch viel mehr Problemen behaftetes Land als möglicher Sargnagel für die Eurozone heraus. Kein Tag vergeht mehr, an dem die Rezession in Spanien nicht schlimmer wird, die Konjunktur noch weiter einbricht und die Arbeitslosigkeit noch höher wird. Die Situation nimmt dramatische Züge an, wie viele Krisen kann Europa noch vertragen? Die Eurozone kann die Spanier nicht rauswerfen, retten kann sie das Land aber auch nicht.

Ein nichtheilbarer Körperteil muss in der Not abgetrennt werden, sonst wird auch der restliche Körper infiziert und stirbt ab. Innerhalb der Schuldenkrise in Europa haben wir ein ähnliches Bild. Spanien ist pleite, mehr als jedes andere Land in der Eurozone. Eine Rettung kann nicht mehr geschehen, darauf deuten die aktuellen Indikatoren hin.

Jetzt ist auch diese Krise nicht über Nacht über die Spanier gekommen. In dem sonnigen Land wurde eben nicht nur in Villariba gefeiert, sondern überall anders auch. Man hatte lange Spaß an dem scheinbar nie enden wollenden Immobilienboom. Ein besonderes Warnzeichen hätte sein müssen, als eine Zeitlang 40% aller Großbaukräne aus Europa in Spanien standen. Man hatte wie verrückt gebaut und jedes Risiko ausgeblendet. Das muss jeden normaldenkenden Menschen zur Vorsicht mahnen. Hat es aber nicht.

Es ist nämlich so, dass die Gier in den Menschen steckt, in dem einen weniger in dem anderen mehr. So kann kaum jemand aufhören, wenn das Geschäft brummt, wenn das Geld fließt, wenn Immobilien für einen Preis X erworben werden und für viele Prozent mehr verkauft werden konnten. Jeder kennt dieses Verhalten aus dem Sportlerleben.

Stellen Sie sich die vielen Boxer vor, die die Boxhandschuhe einfach nicht an den Nagel hängen können. Sie wollen immer mehr, obwohl sie ihren Zenit bereits überschritten haben. Stellen Sie sich den Formel 1 Fahrer  Michael Schumacher vor, wie Sie ihn in Erinnerung hatten (ein Ausnahmefahrer, ein einzigartiger Rennfahrer) und wie er sich heute im Mittelfeld abkämpft (einer von vielen). Am Ende verkehrt sich wie im Sportlerleben auch, der scheinbar ewigdauernde Ruhm ins Gegenteil. Die Staaten, die den Platz an der Sonne gepachtet hatten, kriechen nun unter den Rettungsschirm.

Auch wenn die Politik nicht müde wird, zu betonen, dass nur genug gespart werden muss, um der Krise zu entwachsen, so schnell wird sich die Lage in Spanien nicht bessern. Sie kann sich deshalb nicht bessern, weil der Teufelskreis nach unten führt. Firmen haben kein Geld um zu investieren, wenn sie welches hätten würden sie das wohl auch nicht tun. Es gäbe ja keinen Käufer für die zusätzlichen Produkte. Aufgrund der schwachen wirtschaftlichen Lage geben die Bürger kaum noch Geld aus, die Firmen reagieren mit Entlassungen und erhöhen damit die Arbeitslosen, welche bereits 25% der Bevölkerung ausmachen. So geht der Kreislauf weiter: Arbeitslose kaufen weniger ein, die Firmen verkaufen noch weniger, entlassen wieder, eben ein Teufelskreis.

Die wichtige Frage lautet wie folgt: Wie kommt die Eurozone aus diesem Dilemma heraus? Rettet sie noch mehr spanische Banken als bisher? Können die Rettungsfonds auch Spanien Hilfe bieten? Dass Spanien um Geld bitten wird, ist gewiss, nur wie reagiert Europa? Wie viel Geld kann man in den wirtschaftlich gesehen viertgrößten Staat in der Eurozone pumpen? 

Vor allem gerät mit jeder Hilfe Europa selbst in Schieflage. Die EZB schießt bereits aus allen Rohren, um noch zu retten, was nicht zu retten ist. Sie hat zugesagt den Euro, innerhalb ihres Mandates, zu verteidigen. Auch hier sollte der gesunde Menschenverstand fragen, woher kommt denn das Geld mit dem die EZB hier retten will? Sie hat ja keines, um damit Staatsanleihen aufzukaufen. Sie druckt es und das ist etwas, was mit besonderer Vorsicht zu handhaben ist. Die Zentralbanken spielen mit dem Feuer. Vielleicht werden sich die Bürger in ein paar Jahren fragen, ob sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben. So wie damals die Sache mit den vielen Kränen in Spanien.

Spanische Krisenmeldungen werden jeden Tag mehr und die Summen, um die es geht, werden immer größer. Da Spanien vom Finanzmarkt fast abgekoppelt ist, werden die Iberer von selbst nicht austreten. Sie brauchen das Geld aus Europa. Also muss Europa eine Entscheidung treffen. Je länger Europa mit einer Entscheidung wartet, umso schlimmer wird die Infektion sein, die aus Spanien herüberkommt.

Europa gerät mit jedem Tag, an dem seine Staaten tiefer in die Krise schlittern, in Schieflage. Europa musste bereits einen Dämpfer einstecken, denn der Ausblick auf die Bonität Deutschlands, seiner wichtigsten Säule, sowie des Rettungsfonds EFSF wurden von der Ratingagentur Moody‘s bereits auf "negativ" gesenkt. Kürzlich hat der Eurogruppenchef Juncker in einem Interview gesagt: Die Eurozone könne in wenigen Monaten zerfallen. Das sind Worte von jemandem, der jahrelang die gegenteilige Meinung beschworen hat.

Es ist ernst geworden in Europa. Die Zeit, als man noch diese oder jene Rettungsmaßnahme an Griechenland ausprobiert hat ist vorbei. Die Zeit, als man noch mit Versprechungen zur Beruhigung beitragen konnte ebenso.

Eine Entscheidung steht jetzt an. Zu viele Krisenherde kann Europa nicht stemmen. Wo es überall in Europa brennt, finden Sie in der folgenden Übersicht: www.krisenblick.de.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Start-trading Team

 

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