Buchtipp

Es ist bereits ausgemachte Sache, dass die Börsen tief fallen werden, sofern man sie lässt. Das wird geschehen, wenn die Euroschuldenkrise sich mit voller Wucht entlädt. Dieses Szenario sehen auch die Zentralbanken kommen. Sehenden Auges können sie einen Zerfall des Euros, der Eurozone, nicht geschehen lassen. Genau das ist die Unbekannte in der aktuellen Marktlage. Die Zentralbanken werden noch einmal die Märkte in Hoffnungsglaube versetzen, indem sie einen Liquiditätsschub in Gang setzen und letzte Versprechungen machen. Das wird ihr letzter Schuß sein.

Genauso wie die Trader den ganzen Tag auf den Bildschirm schauen und das Geblinke der Kurse verfolgen, so sitzen die Führungspersönlichkeiten der Zentralbanken täglich vor ihren Zahlen und hoffen und beten. Denn eines ist gewiss, die Eurostaaten werden fallen, nur wann? Muss die EZB sofort eingreifen, um eine Pleite noch zu verhindern oder lässt sie sich noch Zeit, bevor sie den kriselnden Staaten hilft? Wann fällt eine Bank in der Eurozone, wo kriselt es am meisten und welche Bank ist in besonderer Seenot? Überall in Europa lauern die Pleitegefahren.

Die Staaten sind an ihre Grenzen gestoßen. Sie können dem eigenen Volk keine Lasten mehr zumuten. Da Staaten nicht in der Lage sind Geld zu drucken, ist die Zentralbank die letzte Instanz, um noch retten, was nicht zu retten ist. Jedenfalls für den Schein wird es noch einmal eine wuchtige Reaktion geben, die einen Hauch von Rettung signalisiert.

Sowohl die FED Führung, Bernanke, als auch der EZB Chef Draghi haben klargestellt, dass sie mit allen verfügbaren Mitteln eingreifen werden, sofern der Markt das erfordere. Sie lassen keinen Zweifel an ihrer Absicht, auch ihren letzten Schuss zu vergeuden. Die Anleger hoffen, dass die letzte Kugel trifft, doch Hoffnung ist ein schlechter Begleiter.

Wie in den letzten Wochen zu verfolgen ist, hängen die Märkte an den Lippen der Zentralbanken, als wären sie Gott. Sie sind der letzte Rettungsanker, so werden sie gesehen. In den USA geht man bereits davon aus, dass die FED eine neue Runde des Quantitative Easing (QE3) einleiten muss. Der Markt rechnete schon gestern mit diesem Schritt. Es geht gar nicht anders, die FED muss etwas tun. Das größte Problem in den USA ist der schwache Arbeitsmarkt, der nicht anspringen will und damit die Wirtschaft bremst.

Auf einen Schritt der amerikanischen Zentralbank wird also bereits sehnsüchtig gewartet. Das gleiche passiert auch in Europa, hier spielt die EZB eine Hauptrolle. Sie soll alle Brandherde mit neuer Liquidität löschen. Sie druckt, rettet, stützt und senkt die Leitzinsen und es reicht doch nicht. Das gilt es zu verstehen, will man sich vom Verlauf der Krise nicht überraschen lassen.

Zur Mittagszeit hat der EZB Chef Mario Draghi während einer Konferenz in London folgendes von sich gegeben: "Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten". Daraufhin gaben sich die Börsen erfreut. Der DAX schoss wie wild nach oben und gewinnt innerhalb von Minuten 150 Punkte. So sieht der Chart aus:

Quelle: Deutsche Börse

Wie sehr die Anleger sich eine Rettung durch die letzte Instanz „Zentralbank“ wünschen, zeigt das wilde Treiben an den Märkten. Man hofft und betet, dass es nicht zum Äußersten kommt.

Trotzdem ist der Raum für Hoffnung sehr gering. Die Leitzinsen sind allerorts auf Tiefstände gesenkt, mehr Senken geht kaum noch. Auch das hat in der Vergangenheit nicht geholfen. Eine weitere Zinssenkungsrunde wird es auch nicht. Die EZB hat in der Vergangenheit Staatsanleihen aufgekauft bzw. Geld bereitgestellt, damit über Dritte Aufkäufe stattfinden konnten. Das ist entgegen ihren eigenen Richtlinien, aber trotzdem passiert dieser Rechtsbruch in Europa und alle schauen weg.

Die Lage ist nämlich außergewöhnlich. Es gibt keinen Ausweg. Was macht einer, der am Ertrinken ist, er schlägt mit letzter Kraft um sich. Dieser Rundumschlag der Zentralbanken der steht eben noch aus. Ein finales Aufbäumen, ein Widersetzen gegen die Gesetze des Marktes sowie gehen den Systemverfall.

Die Zentralbanken könnten jederzeit feuern. Vielleicht hat der Herr Draghi heute Nachmittag seinen Schuss bereits abgefeuert und die FED wird schnell nachlegen. Gemeinsam will man sich gegen das Unvermeidliche wehren. Wehe, wenn der Schuss danebengeht.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading team

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