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Man trifft schon wieder fluchende Mitmenschen, die sich an der Börse die Finger verbrannt haben. Nachdem nun die Aktienindizes in den Sturzflug übergegangen sind, ist die Angst zurück und die Verluste bereits da. Manch einer hat sich die Finger schon Mitte Juli mit Short Investments verbrannt, als der Markt sinnlos stieg und niemand den Grund dafür wusste. Manch einer hat sich verleiten lassen und hat am Hoch Aktien gekauft. Jetzt ist das Depot rot, der Kopf ebenso. Nie wieder werde man dieses Teufelszeug anfassen, so der schnelle Meinungsumschwung.

An der Börse wird zumeist Geld verbrannt. Das ist so. Die Anleger geben ihr Geld hinein und die Erfahrenen nehmen es. Wie schon einmal thematisiert wurde, ist das Geld an der Börse nicht weg, es gehört nur jemand anderem. Im Juli legten die Aktienkurse deutlich zu und Mitte des Monats wurde es ganz konfus. Der DAX stieg an fast acht Handelstagen hintereinander. Es gab zwischendrin nur einen Tag, an dem sich die Kurse kaum bewegt hatten, ansonsten ging es immer hoch und höher. 

Wer diese Phase als Anleger verfolgt hat, konnte nur staunend vor dem Bildschirm sitzen. Andere Märkte in Europa fielen teilweise, aber nicht so der DAX, der klebte permanent am Tageshoch. Besonders auffällig waren die Kursbewegungen im Nasdaq100. Der amerikanische Technologieindex ist in der Lage, den deutschen DAX zu ziehen. Das hat er auch getan, indem der Nasdaq100 nach der Eröffnung direkt nach oben schoss. Die deutschen Anleger sind sofort der Wegweisung aus Amerika gefolgt und haben den eigenen Markt ebenso nach oben getrieben.

Jetzt ist es so, dass es natürliche und unnatürliche Kursverläufe gibt. Die Kursbewegungen im Nasdaq100 Mitte Juli 2012 waren definitiv unnatürlich. Das hat den einen oder anderen zu der Annahme geführt, es gäbe Eingriffe in den Aktienmarkt. Die gibt es in den USA tatsächlich. Die Gruppe nennt sich PPT = Plunge Protection Team. Sie schützt den Markt vor einem Absturz und dreht die Stimmung zum Guten.

Wer diese Annahme als zu weit hergeholt abtun möchte, dem seien die vielen Skandale und die Tricks der Bankenwelt in Erinnerung gerufen. Den Libor-Skandal hätte auch kaum jemand für möglich gehalten und doch gab es ihn.

Was hat der Aktienanstieg bewirkt? Er hat die Stimmung der Anleger verleitet, die Marktlage als stabil anzusehen und einen positiven Ausblick zu wagen. Es ging sogar soweit, dass  manche Interessierte die Commerzbank Aktie als kaufbar interpretiert haben. Das ist ein deutliches Warnzeichen. Die Lage war also verzwickt.

Wenn die Aktien im DAX plötzlich Gas geben, dann will der Anleger nicht doof dastehen und sich mit 1,5% Tagesgeld Zinsen begnügen. Zusätzlich feuerten die Medien in die gleiche Richtung und berichteten, wie toll der DAX doch stieg. Das Gemisch wurde den Short Investoren zum Verhängnis. Diese verloren bei steigenden Kursen, da sie auf fallende Notierungen gesetzt hatten.

Bei den Käufern sollte das Elend mit Aktien erst losgehen. Kaum waren die Neulinge eingestiegen, da machte der Aktienmarkt auch schon kehrt. Das war am 20. Juli 2012. Seitdem geht es wie ein Strich nach unten. Im Moment ist es erst noch die Angst, die den Anleger begleitet. Der DAX ist ja zunächst einige hundert Punkte gefallen.

Die Dynamik macht aber Sorgen, es ging schnell und direkt. Die Nachrichtenlage bezüglich der Eurokrise macht auch keine Hoffnung auf steigende Kurse. Jetzt hat sich Anleger verleiten lassen, Aktien zu erwerben und hat sofort ein Minus in seinem Depot zu verbuchen.

Nun steckt er im Teufelskreis mit dem Teufelszeug. Er könnte die Aktien schnell wieder verkaufen und hätte seine Ruhe. Dann müsste er aber den Verlust verkraften. Behält er die Aktien und hofft wenigstens auf das Erreichen des Einkaufskurses, dann besteht die Gefahr, dass der Markt weiter abschmiert und wohl das Minus vergrößert. Wie er es auch macht, die große Unsicherheit bleibt. Das weiß der Anleger.

Mit dem Tagesgeldkonto hätte unser Anleger auf jeden Fall einen himmlischen Schlaf gehabt.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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