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Das ist einmal ein Wochenanfang an der Börse. Wums hat es gemacht und die Märkte sind zurück auf "Los" oder besser gesagt, auf dem Boden der Tatsachen. Letzte Woche haben die Anleger noch geträumt, diese Woche sind die Anleger aufgewacht. Das ist auch gut so, denn wenn der DAX zwischenzeitlich um 4% verliert, dann sollte man das gesehen haben. Es geht runter wie Öl, zu verfolgen wie die Vernunft an die Märkte zurückkehrt. Es tut gut, die Bären lachen zu sehen. Sollen die Aktien doch fallen. Immer weiter, immer tiefer, immer mehr.

Der schwarze Montag ist wirklich übel, er ist bitterschwarz. Alle Aktien im DAX notieren im Minus und die Anleger haben Panik. Sie wissen nicht, was sie machen sollen. Mit jeder Minute, in der sie mit dem Verkauf der eigenen Anteile zögern, fallen die Kurse weiter. Anleger, die sich nicht von der "heile Welt Idylle"  haben anstecken lassen, können sich nun freuen. Fallende Kurse sind doch auch etwas Gutes. Das wird oftmals vergessen, wenn über die Börse berichtet wird. An der Börse sind steigende Kurse eben gut zu vermarkten.

Ein Konsument freut sich doch auch, wenn sein Produkt der Begierde im Preis fällt. Er kann es billiger erwerben. Das ist bei Aktien nicht anders. Sie sind ein Gut und fallen jetzt im Preis. Für diejenigen, die Geld haben, ist das toll, super oder hervorragend. Müssen diese Investoren doch weniger für die Aktien bezahlen, als sie das letzte Woche tun mussten. Der Sachverhalt klingt einleuchtend.

Warum muss denn auf einmal alles ganz schlimm sein? Wer Aktien anfasst, weiß was er tut. Wer es nicht gewusst hat, bekommt eine Lehrstunde. Der Markt toleriert keinen Mangel an Wissen. Die Börse ist eine schwere Disziplin, bei der nur die Stärksten weiterkommen. An der Börse wird unfair gekämpft, es gewinnt nicht immer der Gute und es gibt selten ein Happy End. Wer das nicht gewusst hat, der weiß es jetzt.

An der Börse können die Kurse ohne Grund steigen, so wie letzte Woche. Und plötzlich kann die Stimmung drehen. Das kann ohne Grund passieren oder auch mit einem Grund. Für diesen schwarzen Montag hat der Markt sich den Grund bei den kriselnden Eurostaaten gesucht. Die Anleger hätten genauso gut mit dem falschen Bein aufstehen können oder ihnen könnte etwas quer sitzen. Das hätte genauso genügt, um Aktien zu verkaufen. Es gibt nämlich keinen Link zwischen fallenden Kursen und einer Nachricht. Wer das nicht gewusst hat, der hat es in den letzten Tagen verfolgen können.

An der Börse gibt es Anleger, die auf steigende Kurse setzen und welche, die auf fallende spekulieren. Das ist aus Sicht der Anlage betrachtet beides das Gleiche. Hier ein Vergleich: Fonds/Hedgefonds. Wenn Sie in die falsche Richtung spekuliert haben, dann sind Sie selbst schuld. Wenn Sie dagegen richtig liegen, dann können Sie sich freuen. Sie haben alles richtig gemacht. Es ist also eine Sache der Perspektive, ob fallende Kurse negativ sind oder eben positiv. Da hilft es auch nicht, wenn Nationen eilig Leerverkäufe verbieten, um fallende Kurse einzudämmen.

Wie weit Kurse fallen können, zeigt ein solcher Tag ebenso. Immer wenn der Anleger denkt, „das ist jetzt genug, mehr dürfe der Markt nicht fallen", dann macht er das trotzdem. Der Markt hat den längerem Atem, das größere Kapital und die stärkere Ausdauer. Wer daran gezweifelt haben sollte, der wurde jetzt eines Besseren belehrt.

An der Börse ist der Anleger ein kleines Licht. Wenn er an dem Auf und Ab teilhaben will, dann nur mit Schutzweste und am besten mit doppeltem Netz. Ansonsten wird ihn der Markt dahinraffen. Der Sturz wird "tief" oder "blutig", so nennt man das an der Börse. Meist endet ein unwissender Ausflug mit einer "Katastrophe".

Besonders die Marktteilnehmer, die dem Anstieg der letzten Woche nicht getraut haben, fühlen sich in ihrer Haltung nun bestätigt. Sollte die Eurozone den Finanzmärkten um die Ohren fliegen, dann sind die Kurse von heute noch "hoch" im Vergleich dazu, was noch folgen wird. Dazu ein Zitat aus dem Artikel: "Euro-Ende: Das letzte Kapitel beginnt" vom Dezember 2011.

Gestern wurde das letzte Kapitel im Buche der Eurorettung begonnen. Es sind die letzten Zeilen einer Lektüre, die auf das spannende Finale zusteuert. Eines ist gestern klar geworden. Mit Geld kann man nichts retten. Das hat man seit dem Ausbruch der Finanzkrise versucht und zu keiner Zeit damit Erfolg gehabt. Der Euro wird scheitern.

Wer sich einen Fall der Börsenkurse unter 6000 Punkte oder unter 5000 Punkte nicht vorstellen kann, der braucht sich nicht den Kopf zerbrechen. Der Markt wird es ihnen noch erklären.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-tradig Team

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