Buchtipp

Die spanische Bankenrettung ist durch. Die deutschen Parlamentarier haben im Bundestag weitere 100 Mrd. Euro in der Finanzkrise versenkt. Sie nennen es "Hilfe für Spanien", damit der Bürger sich nicht aufregt. Den Investoren hat man versucht, falschen spanischen Wein einzuschenken. Die Profis aber haben es sofort gemerkt, dass hier ein falsches Spiel gespielt wird. Sie fordern immer noch Zinsen über 7% für zehnjährige spanische Staatsanleihen, nach der Rettung sogar mehr als vorher.

Wenn die eilige Sitzung des Bundestags etwas in Richtung einer Rettungsmaßnahme gebracht hätte, dann müssten die Zinsen sinken. Doch das machen sie nicht. Nicht heute, nicht gestern und auch die Wochen zuvor nicht. Jede Art einer Hilfe, die fast immer in hastigen Gipfelbeschlüssen ausgelotet wird, hilft nicht das Land zu stabilisieren. Spanien steuert auf die Pleite zu. Die Zinsen für zehnjährige Staatanleihen kleben an der 7% Marke und wollen einfach nicht runter. 

Das ist auch verständlich, wenn man sich die prekäre Lage in Spanien ansieht. Während in Richtung der normalen Bürger noch beteuert wird, Spanien werde sich bessern, denn sie mühen sich und man sehe Fortschritte, lässt sich das harte Kapital nicht veräppeln. Die Investoren sehen, dass sich die spanischen Verhältnisse stetig abwärts bewegen und von einer Rettung ist bisher nichts zu sehen. Schlimmer noch, es ist auch keine zu erwarten, denn niemand hat eine Idee, wie die Schuldenkrise gelöst werden könnte.

Das Risiko eines Ausfalls des Kreditnehmers wollen die Investoren bezahlt haben. Das ist normal und richtig. 

Die spanische Regierung ist besorgt, denn sie kann dauerhaft ein Zinsniveau von 7% nicht finanzieren. Das können andere Nationen auch nicht. Es wurde bereits erklärt, dass der Handel mit Staatsanleihen ein Schneeballsystem ist, denn es muss immer frisches Geld nachkommen. Das geht aber nicht, wenn die Zinssätze zu hoch sind. Da wird aus dem Schneeball schnell eine unkontrollierbare Lawine.

Wenn Spanien Staatsanleihen ausgibt, dann muss es den geliehenen Betrag nach der Laufzeit wieder zurückzahlen. Da das geborgte Geld schon längst verbraucht und die Kassen leer sind, muss der Staat die geliehene Summe erneut aufbringen, also erneut leihen, plus die Zinsen dazu. Da es im Anleihegeschäft um Milliardenbeträge im dreistelligen Bereich handelt ist schnell klar, aus welcher Ecke die spanischen Sorgen kommen.

Aber nicht nur die Spanier haben diese, sondern Europa ebenso. Die anderen Nationen nutzen ebenfalls das Schneeballsystem. Es muss daher unter allen Umständen am Laufen gehalten werden. Das klappt eben noch mit Zinsen unter 5%, so nimmt man das an. Das System funktioniert nicht mehr, wenn die Zinsen dauerhaft bei 7% oder höher liegen.

Quelle: Bloomberg

 

Warum sind die Zinsen hoch? Da sind die Ratingagenturen. Diese haben sich in der letzten Zeit gemeldet und die Bonität der Iberer gesenkt. Das haben sie nicht aus Spaß gemacht, sondern weil in Spanien die Wirtschaft in die Knie gegangen ist, die Arbeitslosigkeit hoch und ein Ausweg aus dem Schuldensumpf nicht zu erkennen ist. Das heißt, wenn ein Investor dem Land Geld leiht, dann nur mit einem erhöhten Risiko. Die Gefahr besteht, dass er das Geld nicht wieder sieht, deshalb fordern die Gläubiger eine hohe Verzinsung für ihr Geld.

Jetzt steigt die Panik. Man spricht davon, dass Spanien "keinen Zugang zu den Finanzmärkten" mehr erhält. Schon die Wortwahl zeigt, im Anleihemarkt ist man schnell vom Futtertrog abgeschnitten. Das gefällt natürlich niemanden, schon gar nicht den Betroffenen. Spanien bittet, bettelt, fleht um Hilfe. Ob die Bitten erhört werden, darf bezweifelt werden.

Die Rettungsmaßnahmen haben sich bisher alle als wirkungslos herausgestellt. Das kann man sehr deutlich an dem Zinsverlauf für zehnjährige spanische Staatsanleihen erkennen. Er klebt geradezu an der 7% Marke. Die Lage ist ernst.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

 

Share This