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Gestern war wieder so ein ganz besonderer Tag. Die große amerikanische Notenbank FED wurde vor dem Bankenausschuss des US-Senats gehört. Es sprach der FED-Chef persönlich. Die Aktionäre klebten an seinen Lippen und hatten dabei auf Zusagen gehofft. Der fromme Wunsch der Finanzmärkte wurde erhört, es kam zu einer Kursexplosion bei den Indizes. Die große FED, sie kann es noch immer, die Märkte in Bewegung setzen. Früher war es die Stimme von Alan Greenspan, die zu den Börsianern sprach, heute ist es Ben Bernanke. Mit Gottes Macht ist alles möglich.

Die Börsen stiegen bereits am Nachmittag, noch weit vor der Rede, in reiner Vorfreude, was denn Gottes Worte mit den Kursen anstellen werden. Seine Engel hatten schon in weiser Voraussicht ein paar Nachrichtenkrümel verkündet, so dass sich die Finanzmärkte auf positive Aussagen einstellen konnten. Die Hoffnung wurde dann am Abend erfüllt. Die FED "sei bereit", ließ der FED-Chef wissen. Die amerikanische Notenbank werde "alles zu tun was nötig ist", wurde verkündet. Diese Worte sind zwar nichtssagend, sie sind aber Musik in den Ohren der Aktionäre. Heute schon gekauft?

Der DAX stieg in den letzten zwei Stunden des Handelstags überraschend um unglaubliche 100 Punkte, das sind 1,5% Prozent. Für diese Performance braucht er sonst einen ganzen Tag. Der amerikanische Technologie Index Nasdaq machte es noch besser. Er stieg aus dem Stand heraus sogar um 2%. Der Kursverlauf sah aus wie ein gerader Strich. Normal ist das nicht. Solche Kursbewegungen gibt es sehr selten am Markt. Aber normal darf es auch nicht sein, wenn von weit hoch oben zu den Aktionären gesprochen wird.

So kam der Oberste der Bankenwelt vor den Ausschuss und sprach: Er "sehe" keinen Rückfall in die Rezession. Ein Heiliger kann natürlich mehr "sehen" als der einfache Bürger. Gebieter, was siehst du noch, fragten die kaufwütigen Anleger, um ihren Wissensdurst weiter zu stillen. Der FED-Chef sprach sodann, er sehe "moderates Wachstum". Das war eine weitere Kerze, die gezündet wurde, um die Finanzmärkte noch weiter hochzuhieven. Plötzlich wollte scheinbar jeder Aktien erwerben, koste es was es wolle. Wenn Gott verkündet, er habe alles unter Kontrolle und er werde "alles tun" und "unverzüglich handeln", um seine Anleger weiter mit Lebenselixier zu versorgen, dann sollte der Anleger nicht zögern zu kaufen. Die Aussichten sind himmlisch.

Die Aktionäre haben seit Monaten nach starken Worten Ausschau gehalten. Genau diese wurden gestern in Richtung der Finanzmärkte kommuniziert. Es spielte keine Rolle, dass die Worte genau das waren, was die Börsen hören wollten, es ging um die Wirkung. Und die hat fulminant eingeschlagen. Plötzlich sind alle Probleme am Aktienmarkt vergessen. Es gibt wieder eine Organisation mit Macht, die Hilfe zugesichert hat, sollte diese nötig sein. Die Anleger haben gestern wieder eine starke Schulter gefunden, die sie schützen wird.

Die Message für die Anleger ist somit klar formuliert: "Kauft was ihr wollt  und kauft so viel ihr könnt".

Wir die FED stehen hinter euch, Gott wird euch schützen (Good bless you).  Bei so viel zugesicherter Sicherheit konnten die Aktionäre nicht anders, als mit beiden Händen zuzugreifen. Wie benommen gaben sie ihre Aufträge an die Börse und kauften Aktien, so viel ihr Geld hergab.

Wenn es Gottes Wille ist, dann werden seine Finanzjünger seinem Wunsch folgen. Ein Hinterfragen des Gehörten kommt nicht in Frage, den eigenen Kopf benutzen auch nicht. Hauptsache, der Anleger hat sich besonders willig gezeigt, die Zeichen der FED umzusetzen. So soll es sein. Amen.

Warum wird in diesem Artikel von Gott gesprochen?

Die Gebietenden aus New York sehen sich als Abgesandte des Allmächtigen.  Larry Blankfein, der Chef von Goldman Sachs, sagte in einem Interview Ende 2009 wörtlich “Banken verrichten Gottes Werk“. Die FED ist die oberste Bank.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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