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Mit einer besondereren Verwunderung nahmen die Bürger den Vorschlag des DIW zur Kenntnis, wie man die Staatsfinanzen sanieren könnte. Den Reichen wolle man es nehmen und dem Staat geben, war die schlichte Idee. Das Besondere an diesem Vorschlag ist, dass er bisher völlig undeutlich formuliert ist. Es kommt aber auch nicht auf das Detail an, sondern man will vorfühlen, wie die Reaktion in der Bevölkerung ist. Gehen die Menschen nicht sofort auf die Straße, dann wird diese Idee weiterverfolgt und wird eines Tages Realität. So arbeitet die EU schon seit Jahren.

Bisher gingen die Menschen in Deutschland davon aus, dass es so etwas wie eine Zwangsabgabe, manch einer spricht auch von Enteignung, nur in diktatorischen Regimen in Afrika geben mag. Diese Bürger haben sich wohl getäuscht. Auch mitten in Europa finden sich jetzt "undemokratische" Mittel.

Was bei Robin Hood noch als Heldentat gefeiert wurde, ist jetzt nicht mehr lustig. Die Wohlhabenden sträuben sich gegen diesen Vorschlag, aber auch die Mittelschicht ist alarmiert, denn an der Definition soll ja noch gefeilt werden und da kann es sein, dass viel mehr Menschen in den Pool der "Spender" kommen, als man bisher annimmt.

Die ersten Zahlen wurden schon genannt. Die Vermögensabgabe sollte für all diejenigen gelten, die mehr als 250.000 Euro (Verheiratete 500.000 Euro) besitzen. Jeder Wert, der darüber liegt, sollte in Hohe von 10% abgegeben oder in eine Zwangsanleihe gesteckt werden. Nun ist die Frage aller Fragen schnell gestellt. Was gilt als Vermögen?

Bis jetzt ist das noch Definitionssache. Das Heikle ist, dass auch Immobilienbesitz als Vermögen definiert werden soll und da wird der einfache Häuslebesitzer hellhörig. Da stottert jemand sein Darlehen ab (der Kredit läuft noch) und soll trotzdem auch als superreich gelten? Oder sind diejenigen gemeint, die ihre Immobilie bereits abgezahlt haben? Viele Dinge sind noch nicht ganz ausgedacht, aber darum geht es ja nicht.

Der Vorschlag soll erst einmal ein Echo hervorrufen. Man will fühlen, wie die Reaktion zu solch einem Vorschlag ist. Denn klar ist auch, dass immer nur der kleine Steuerzahler die Schulden des Staates (und Europas?) nicht bezahlen kann. Wenn es also ein Kollektiv gibt, dann müssen die, die mehr haben, auch mehr bezahlen.

Aber auch das trifft den Punkt nicht ganz. Wie kam der Vermögende zu seinem Reichtum? Wenn jemand sich jeden Euro vom Mund abgespart hat und nun dafür "bluten" muss, das ist auch nicht fair. Diejenigen, die ihr Geld ausgegeben haben, freuen sich. In unserer Gesellschaft wird Sparen einfach nicht belohnt.

Den Armen und den Normalen, die gerade so über die Runden kommen, kann man nicht in leere Hosentasche greifen, irgendwo muss das Geld aber herkommen. Damit wären wir wieder bei dem Vorschlag des DIW. Nehmt es den Vermögenden. Auf diesem Weg würden nach Berechnungen der Gesellschaft 230 Milliarden Euro zusammen kommen.

In der Not ist die Politik offen für jeden Vorschlag, der Geld bringt. In der ersten Reaktion gab es sowohl Stimmen dafür als auch dagegen. Entrüstung ist etwas anderes, davon hat man nicht viel gespürt.

Enteignungen und Zwangsabgaben hat es in der Vergangenheit des Öfteren gegeben. Möglicherweise auch jetzt wieder, obwohl wir doch in einer kultivierten und modernernen Zeit leben.

Lassen wir uns überraschen. Die Zeiten sind rau, da ist alles möglich.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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