Angebot

Für einen Geisterfahrer fahren die anderen alle falsch. Man selbst hat alles richtig gemacht. So ist man von seiner Einstellung vollkommen überzeugt und verliert dabei die Fähigkeit, die eigene Situation aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Denn auch an der Börse fühlt man sich gelegentlich auf der falschen Seite der Autobahn. Die anderen fahren nach Norden, man selbst ist Richtung Süden unterwegs. Man selbst ist von der eigenen Handlung überzeugt und nimmt gar nicht wahr, dass man vielleicht selbst der Geisterfahrer ist.

Kennen Sie das? Sie wollen, dass der DAX fällt, doch der Index macht gar keine Anstalten zu fallen. Sie sind sich sicher, dass der Index fallen müsste, doch dieser steigt umso vehementer, je mehr Sie sich sinkende Kurse wünschen. Es scheint, als habe der DAX sich gegen Sie verschworen. Sie probieren alles, Sie fluchen, Sie schimpfen, Sie erhöhen sogar Ihre Positionsgröße, um sich dem Index in den Weg zu stellen. Sie tun alles in Ihrer Macht stehende, den Index wieder in die richtige Bahn zu führen, nur was ist die richtige Bahn? Vielleicht sind Sie selbst in der falschen Richtung unterwegs?

Die Hoffnung, dass der Index etwas tut, was der Trader sich wünscht, ist allgegenwärtig. Der Index soll an wichtigen Chartmarken drehen, das macht er aber oftmals nicht. Der Index soll Unterstützungslinien durchbrechen, er bricht diese aber nicht. Meistens macht der Index das Gegenteil von dem, was der Trader gerade macht. Sie haben sich auf steigende Kurse eingestellt und der Index fällt und umgekehrt.

Die Schuldigen sind schnell gefunden. Der Markt, der hat nämlich keine Ahnung, der ist vollkommen falsch unterwegs, so die vorschnelle Meinung der Trader. Der Markt könne unter den gegebenen Voraussetzungen unmöglich steigen und er macht es trotzdem. Der Markt ist schuld, dass der eigene Trade nicht aufgeht. Sehen die Käufer denn nicht, dass sie in ihr Verderben rennen, hört man den einen oder anderen Trader sagen, aber es hilft nichts. Der Markt macht was er will.

Oder es sind die Emittenten, diese haben den DAX hochgezogen oder runter geprügelt. Je nachdem, wie der Trader positioniert ist, passiert auch in diesem Falle immer das Gegenteil. Ist der Trader auf fallende Kurse eingestellt und ist Short gegangen, dann steigt der Index plötzlich, überspringt wichtige Marken und lässt die Trader bluten. Anleger die mit Knock-Out-Zertifikaten handeln werden ausgeknockt. Auch in diesem Fall sind immer die anderen schuld.

Stellen Sie sich einmal vor, der Markt würde steigen und Sie wären Long positioniert. Mit jedem DAX Punkt, den der Index klettert, würde sich Ihr Gewinn erhöhen. Wäre das nicht toll? Sie würden sich gar nicht darüber aufregen, dass der Markt irrational ist. Und wenn die Emittenten den Index noch weiter hochziehen wollen, was soll‘s, könnten Sie meinen und mit einem Schulterzucken den Anstieg quittieren, sollen sie eben machen. Merken Sie etwas? Wenn Sie als Trader richtig positioniert sind, dann ist der Grund für den Anstieg völlig egal, Hauptsache der Index steigt und Ihre Kasse klingelt. Nur darauf kommt es an.

Der Trader nimmt den Kursverlauf so wahr, wie er dabei positioniert ist. Geht der Trade auf, dann ist die Freude groß. Ist der Trader falsch investiert, dann bleibt ihm nur das Klagen und das Schimpfen, um seinem Frust etwas Luft zu verschaffen. Der gleiche Kursverlauf wird eben unterschiedlich wahrgenommen.

Sie selbst haben auf den Kursverlauf eines Indexes keinen Einfluss. Sie können nur mitmachen oder es lassen. Wenn Sie sich dann an die Börse getraut haben, dann haben Sie entweder das Richtige gemacht oder das Falsche. Auf jeden Fall waren Sie es selbst, der diese Entscheidung getroffen hat.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This