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Wer es bis jetzt nicht glauben wollte, der bekommt jetzt die Bestätigung direkt aus erster Hand. Die chinesische Regierung vermeldete für das zweite Quartal ein Wirtschaftswachstum von nur noch 7,6%. Das ist zwar ein toller Wert für europäische Verhältnisse, doch für die Chinesen ist es ein schlechter. Sie spüren ebenfalls die Abschwächung der globalen wirtschaftlichen Tätigkeit. Lange haben sehr viele die Realität ignoriert. Die letzte funktionierende Konjunkturlokomotive kommt ins Stottern.

Wir hatten des Öfteren darüber berichtet, dass die Konjunktur in China erlahmen wird und erlahmen muss. Wenn alle gemeinsam im Regen stehen, dann werden auch alle nass. Dadurch, dass die Welt in den letzten Jahrzehnten globalisiert wurde, sind die Probleme am anderen Ende der Welt auch gleichzeitig die eigenen. Der berühmte Sack Reis, der umfällt, interessiert auch die deutschen Unternehmen. Diese sehen nun eine Phase schwächerer wirtschaftlicher Tätigkeit auf sich zukommen. Manch eine Statistik zeigt schon panische Sorge.

China war zunächst die verlängerte Werkbank der USA. Das heißt, alles was den Amerikanern zu mühselig war, alles, was kaum Geld eingebracht hat, wurde an die Chinesen ausgelagert. Diese hatten fleißige Arbeiter, die für wenig bis fast nichts die arbeitsintensiven Produktionsschritte übernahmen. Auf diesem Weg wuchs die chinesische Wirtschaft zunächst langsam, dann immer stärker.

Da die Welt eine globale ist, stehen alle Unternehmen mit allen anderen Unternehmen der Branche in Konkurrenz. Wenn also die amerikanischen Unternehmen als erste angefangen hatten, Produktionsschritte nach China auszulagern und damit billiger produzieren konnten, dann mussten auch die europäischen Unternehmen folgen. Der Vorteil der günstigeren Produktion musste schnell egalisiert werden. Während am Anfang des chinesischen Booms nur Teilschritte ausgelagert wurden, wurden später ganze Fabriken ausgelagert. Der Boom in China kannte keine Grenzen.

Das Problem mit den Fabriken in China ist schnell erklärt: Wenn die Arbeit nicht mehr im eigenen Land (USA, Europa) gemacht wird, kann bekommt auch der eigene Bürger kein Gehalt mehr – und ohne Gehalt kann er die billiger produzierten Güter nicht mehr erwerben. Somit schneidet sich jedes Unternehmen, das seine Produktion ins billigere Ausland verlagert, langfristig ins eigene Fleisch. Ein Arbeiter in China, mit einem Tageslohn von wenigen Dollar, wird keine Produkte für mehrere hundert oder tausend Dollar erwerben können.

Der kurzfristige finanzielle Vorteil ist schnell dahin. Zudem ist der Schaden für die eigene Industrie immens. Zuhause konsumiert der Bürger, sofern er noch Geld hat und lässt andere für sich arbeiten. Nach einer gewissen Zeit vegetiert die eigene Industrie dahin, da nicht mehr weiterentwickelt und keine Neuinvestitionen getätigt wurden. Marode Industrielandschaften findet man heute besonders häufig in den USA und in Großbritannien.

Auf diesen bereits getätigten Fehler werden immer mehr Unternehmen aufmerksam. Sie holen sich ihre Produktionsstätten wieder zurück ins Land. Das bedeutet im Umkehrschluss weniger Nachfrage nach Produkten aus China. Der Handel mit dem Land der aufgehenden Sonne erlahmt.

Eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung in der Welt muss auch China treffen. Wer es bisher nicht glauben wollte, der bekommt es jetzt schwarz auf weiß geliefert.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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