Indikatoren-Trading

Während die US-Börsen geschlossen haben, orientieren sich die Anleger in Europa an den Futures der amerikanischen Indizes. Diese geben eine Orientierung, wie die US-Börsen eröffnen werden. Notieren sie im Plus, kaufen die Anleger in Europa und sie verkaufen, wenn diese im Minus sind. Da nur die großen Indizes ein Gewicht haben, geben sie auch bei den Futures den Ton an und die anderen Börsen folgen ihnen. Das lädt natürlich ein, über die Futures einen steigenden Kurs anzutäuschen und bei Eröffnung abzuladen. So geschehen am gestrigen Tag.

Mit den Futures ist das so eine Sache. Die Anleger geben ihnen eine sehr hohe Bewertung, obwohl sie nur ein Indiz liefern. Eine positive Future-Entwicklung auf den Nasdaq100 und S&P500 wird wohl einen freundlichen Handelsstart ankündigen, aber es ist eben nur eine Art Vorbörse, sie sind nur ein Indikator. Wenige tummeln sich dort und können mit den Future-Ständen anstellen, was sie wollen. Wenn auf einem Markt der Umsatz gering ist, dann kann man mit wenig Kapital eine Trendrichtung erzwingen.

Was geschah also gestern? Kurz nach Eröffnung um 09:00 Uhr in Deutschland (und Europa) gaben die Futures plötzlich Gas, so wie selten zuvor, ist man geneigt zu sagen. Aus dem Stand gewannen die Futures mehrere Prozent. Der DAX legte einen Spurt um 130 Punkte hin uns das auch aus dem Stand. Die Futures gaben also die Leitrichtung vor und suggerierten folgende Erwartung: Die US Märkte werden vor Kraft strotzen, die Kurse werden nur so steigen. Wer jetzt nicht sofort einsteigt, wird den Börsenzug verpassen.

Das Ganze war zwar begleitet von nur durchschnittlichen Zahlen des Aluminiumherstellers Alcoa und schwachen Zahlen von AMD (Umsatzwarnung). Das passte nicht recht ins Bild. Doch an der Börse folgt man der Masse. Wenn die Futures anspringen, dann kaufen die Anleger, die elektronischen Handelssysteme, die Shortseller (die ihre Position zurückkaufen). Alle folgen dem Zeichen der grün blinkenden Future-Stände.

Nun, gestern zeigte sich das Dilemma mit den Future-Ständen ganz besonders deutlich. Sie halten nicht immer, was sie versprechen. Die Erwartung der europäischen Marktteilnehmer war ein steigender amerikanischer Markt. Stattdessen waren die positiven Indikatoren nur eine Finte. Sofort mit der Eröffnung wurde der US-Markt abverkauft. Die Verkaufswut kannte keine Grenzen, es ging nur bergab.

Eine Zusammenstellung, wie der Future-Verlauf und die Indexentwicklung des Nasdaq100 nach der Börseneröffnung ausgesehen hat, ist in dieser Grafik dargestellt. Links (gelb markiert) kann man den Future-Verlauf bis zu Eröffnung beobachten. Rechts ist dann der Indexverlauf sofort nach Börseneröffnung zu verfolgen. Der weiße Punkt zeigt den Stand, wo der Nasdaq100 eröffnet hat.

Die Börsianer konnten am gestrigen Tag wieder einmal mitverfolgen, wie vorsichtig man mit Future-Ständen umgehen muss. Nicht alles was glänzt, ist Gold. Bei den Futures hiesse das: nicht alles, was grün ist, muss auch steigende Kurse bedeuten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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