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Im Fall der verschwundenen Akten beim Verfassungsschutz wird wieder einmal sehr deutlich, wie sehr der Staat versagt. Gar, wie hilflos dieser agiert. Der Innenminister Friedrich fordert zwar "knallharte Konsequenzen",  dass dies aber wieder einmal ein Ausspruch ohne Fundament ist, ist leicht erkannt. Es gibt gar niemanden, den man zur Verantwortung ziehen kann. Somit wird auch hier nichts passieren, es wird keine Konsequenzen geben.

Obwohl der Staat eine Heerschar an Beamten beschäftigt, die solchen "Ungereimtheiten" in den eigenen Fluren nachgehen sollen und können, weiß man bisher nur, dass man nichts genaues weiß. Das ist ein Armutszeugnis. Ein Teilnehmer des Untersuchungsausschusses sagte nach einer Befragungsrunde, es haben sich für ihn mehr Fragen ergeben als zuvor. Man stochert also weiter im Dunkeln.

Besonders auffällig ist, dass niemand Verantwortung übernimmt und übernehmen möchte. Herr Fromm als Leiter musste dem Druck weichen. Doch wo sind die Täter? Fakt ist: die Akten sind unerlaubterweise geschreddert worden. Damit gibt es zumindest eine Person, die diese Tat begangen hat. In der Regel gibt es aber mehrere verantwortliche Personen, denn ein kleines Licht traut sich so etwas "Großes" nicht. Es ist daher anzunehmen, dass es weitere Personen gibt, die geholfen haben und Führungskräfte, die diesen Schritt abgesegnet haben.

Wenn jetzt einzelne Führungskräfte auf ihre Abteilungen deuten und achselzuckend von unglaublichen Geschehnissen sprechen, dann ist es an der Zeit, dass diese Person von ihrem Ämtern zurücktreten. Der Chef trägt immer die Verantwortung, das ist nun einmal so. Dafür hat er mehr Befugnisse und erhält mehr Gehalt. Er muss den Kopf hinhalten, wenn etwas in seiner Abteilung schief geht. Bisher ist aber nichts passiert. Da kann der Innenminister Friedrich  weiter "knallharte Konsequenzen" fordern, es muss auch was passieren.

Das erinnert an den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, der in der Schwarzgeld Affaire der CDU eine "brutalstmögliche Aufklärung" gefordert hatte. Mit dem Ausspruch war es dann auch getan, denn danach wurde es brutal still um die Aufklärung.

Es ist leider ein Zeichen unserer Zeit, dass viele immer auf andere deuten, nur die Verantwortung will niemand übernehmen. Alle zeigen sich von der Situation überrascht, sind entrüstet und doch ist es geschehen. Jemand sollte jetzt den Besen in die Hand nehmen und auskehren. Es gab definitiv Leute, die mitgemacht haben und Kenntnis von den Vorgängen hatten. Diese müssen sich jetzt outen oder müssen von dem Untersuchungsausschuss erkannt und benannt werden. Und auch das ist eine Entwicklung unserer Generation. Es wird dann scheinheilig gekehrt, aber sauber wird es nicht.

Die Wahrscheinlichkeit, dass in dem unglaublichen Fall des Verfassungsschutzes wieder nichts passieren wird, ist groß. Dieser Ausblick ist bitter und ein Ausdruck staatlichen Versagens.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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