Buchtipp

Heute Morgen fing der Handelstag noch ganz gewöhnlich an. Der DAX pendelte um die 6400 Punkte Marke. Während die Anleger noch am Überlegen waren, ob denn der Index noch ein wenig um diese Marke herumpendelt oder gleich herunterfällt, machte sich der Index auf, wieder einmal das Gegenteil von dem zu machen, was die Börsianer von ihm erwarteten. Während die Mehrzahl der Trader ein Fallen der Kurse erwartet hatte, stieg der Index vehement. Mit jedem Punkt wurden die Trader, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, aus ihren Positionen gedrängt. Das tat weh.

Wenn der Index sich aufmacht, die Anleger zu linken, dann macht er es richtig. Dafür sucht sich der DAX Marken aus, an denen eine Vielzahl der Investoren einen weiteren Anstieg vollkommen ausschließt. Dieser Bereich sollte heute bei 6440 Punkten liegen. Für die Mehrzahl der Marktteilnehmer war klar: Hier ist erst einmal Pause für den DAX. Er steigt ja schon seit Freitag ausgehend von 6100 Punkten und das ohne Luftholen.

Nun, die Anleger hatten sich den DAX zurechtgelegt. „Komm nur“, war der Trader geneigt zu sagen. Je näher sich der Index an die 6440 Widerstandsmarke pirschte, umso sicherer die Annahme der Anleger, dass Short das richtige Investment sei. Zusätzlich kommt hinzu, dass manch einer geneigt war die Positionsgröße zu erhöhen (das sollte schmerzhaft enden), da der Trader sich besonders sicher wähnte, dass der DAX am Widerstandsbereich drehen würde. Das war unausgesprochen eine ausgemachte Sache.

Es kam, wie es nicht erwartet wurde. Der Index dachte nicht daran, an dem Widerstandsbereich Halt zu machen. Es war sogar so, dass der Index den Turbo einschaltete und dann direkt durch diese Marke schoss, als wäre sie aus warmer Butter. Von Widerstand war nichts zu spüren. Für die vielen Shorties begann das Unheil genau jetzt.

Diejenigen, die den Index steigen sahen, sahen sich eingeladen, diesen Anstieg zu shorten. Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf. Mit jeder weiteren Kerze, die einfach nicht einknicken wollte, begannen die Trader den Index zu shorten, also auf fallende Kurse zu setzen. Das ging schnell schief. Während die erste Gruppe der Trader bereits niedergerungen war, dachte der Index gar nicht daran abzubremsen, er stieg einfach weiter. Das lud dann neue Trader ein, jetzt erst recht gegen den DAX zu wetten. Wieder wurden Short Positionen eröffnet, die dem DAX endlich Einhalt bieten sollten. Doch es kam anders.

 

Quelle: Deutsche Börse

 

Der Index war wie von der Tarantel gestochen, wie vom Teufel geritten könnte man meinen. Jede neue Short-Position schien den DAX nur noch weiter anzufeuern. Der Kreislauf, der sich abspielt, ist immer der gleiche. In der Theorie ist vollkommen klar, dass ein steigender DAX nicht geshortet werden darf. Hier geht es aber um die Praxis und da ist der Trader eben auch nur ein Mensch. Wenn ein Short-Investment bei 6440 Punkten günstig war, dann ist es bei 6480 Punkten geschenkt. Also lässt er sich verleiten, Dinge zu tun, die man sonst nicht tun würde. 

Zusätzlich ist Geiz geil, die Gier unbändig und die Zeit knapp (wenn Sie sofort kaufen, dann bekommen Sie…). Denn der Anstieg geht so schnell vonstatten, dass zum Denken keine Zeit mehr ist. Jeder weitere Anstieg ist ein weiterer Grund für den Trader, welcher Short investieren will, einzusteigen.

Dieses Unheil, so muss man es formulieren, passiert vielen Tradern. Der DAX Anstieg wird geshortet. Manch einer übernimmt sich und löscht sein Tradingkonto aus. Andere manövrieren sich in eine Sackgasse, indem sie short gehen und die Position nicht absichern. Am Ende des Tages sitzen sie tief im Minus, obwohl das nie so geplant war.

An Tagen wie diesem passieren Schicksale an der Börse, die einigen Tradern besonders weh tun.

Wir drücken Ihnen die Daumen, dass Sie sich dem Unheil entziehen konnten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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