Buchtipp

An der Börse muss man Risiken eingehen. Wer nicht investiert, kann nichts gewinnen, heißt es treffend. Doch genau das ist ein wichtiger Punkt, denn Trader gehen meist zu hohe Risiken ein. Manchmal unterschätzen sie es und manchmal reden sie das Risiko herunter. Sie können nur so lange investieren, solange Sie Geld haben. Verlieren Sie Ihr Tradingkapital, dann sind Sie raus und können nur noch zusehen. Profite können Sie dann keine mehr erwirtschaften. An der Börse ist der Kapitalerhalt die wichtigste Strategie. Alle anderen Dinge kommen danach.

Wenn ein Trader sich positioniert, dann unter Berücksichtigung des Chance-Risiko-Verhältnisses. Es ist eine Abwägung der Wahrscheinlichkeiten und Begrenzung der Risiken.

Ist also eine Position eröffnet, begibt man sich, wie vor Gericht und auf hoher See, in Gottes Hand. Denn was der Kurs eines Wertpapiers während eines Trades oder einer Anlage macht, weiß man nicht. Zu jeder Zeit kann eine unerwartete Zinssenkung erfolgen, eine Gewinnwarnung vermeldet werden oder eine andere unerwartete Nachricht kann Ihr Investment in Schutt und Asche versetzen.

Und solche Überraschungen sind nicht selten. Erst kürzlich hat das DAX Unternehmen Infineon eine Umsatzwarnung ausgegeben, welche die Aktie innerhalb von Minuten tief stürzen ließ. Wer sich in diesem Moment ohne Risikobegrenzung im Markt aufgehalten hat, den hat es schwer erwischt. So sah der Chart aus:

Die wichtigste Erkenntnis ist, dass Sie nicht wissen, was im nächsten Moment mit dem Preis Ihres Wertpapiers passieren wird.  

Sie müssen aber nicht wie das Häschen vor der Schlange sitzen. Sie können Ihr Risiko begrenzen, indem Sie einen Stopp-Loss-Kurs eingeben, bei dem Ihre Position verkauft wird, sobald ein Kurslimit erreicht wird. In dem Chart Ausschnitt hätte das die Marke von 5,95 Euro sein können. Das Berühren dieses Stopp-Loss-Limits hätte Ihre Position zum nächsten Kurs verkauft.

Das Absichern durch die Stopp-Loss-Funktion kann man in jedem Buch nachlesen. Jeder, der mit dem Börsenhandel anfängt, wird damit konfrontiert. Nur umsetzen wollen es viele nicht.

Die meisten wissen in der Theorie über Stopp-Loss daher Bescheid, haben aber mit dieser Funktion schlechte Erfahrung gemacht. Der Anleger war z.B. long, wurde aber ausgestoppt, danach stieg der Markt. Der Anleger hatte die Stopp-Loss-Marke gesetzt, wurde zu einem wesentlich schlechteren Kurs ausgestoppt, danach beruhigte sich der Preis wieder. Ohne Stopp-Loss  hätte der Anleger einen besseren Verkaufskurs erzielen können, denkt er sich.

Die wirklich großen Verluste schaffen es nicht weit genug in die Medien. Über Verlierer will niemand etwas lesen. Das sind dann Fälle, bei denen die Stopp-Loss-Marke nicht gesetzt wurde, und dann die Aktie bis zur Nulllinie fiel. Das sind Fälle, bei denen  die Stopp-Loss-Funktion nicht genutzt wurde und das Knock-Out-Zertifikat ausgeknockt wurde. Damit war das Tradingkapital dahin.

Der Totalverlust kommt öfter, als der Trader glauben will, seine Versicherung dagegen ist die Stopp-Loss-Funktion. Der Vorteil ist, dass Sie nicht mit einem Trade in Schieflage geraten. Eine Position zehrt nicht Ihren gesamten Einsatz auf.

Es versteht sich, dass Sie mit jeder Position Stopp-Loss-Marken setzen und trotzdem verlieren können. Das liegt dann daran, dass der Trader die Stopp-Loss Funktion selbst aushebelt, indem er diese zwar setzt, aber sobald er ausgestoppt wird, gleich wieder dieselbe Position mit neuem Stopp-Loss eröffnet.

Worauf hat der Trader Einfluss? Auf das Risiko. Sie können nicht den weiteren Kursverlauf einer Aktie oder eines Indexes steuern, Sie können aber den Verlust begrenzen. Das sollten Sie auch tun.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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