Buchtipp

Der komplette gestrige Anstieg im DAX ist heute Morgen in nur 70 Minuten ausgelöscht worden. Beim Verkauf will niemand Zeit verlieren, denn es geht um die Zukunft in Europas, so heißt es vor dem EU Gipfel. Der italienische Ministerpräsident Monti warnte gar vor einer „Katastrophe“, sollte man sich nicht auf eine Lösung einigen. Das sind keine guten Vorzeichen für die Börsen. Die Anleger wissen schon, warum sie der Politik nicht mehr trauen können und verkaufen vorsorglich. Bei einer Katastrophe will niemand investiert sein.

Die Angst geht um am Parkett. Die Angst vor einem erneuten Scheitern eines Gipfels. Wie schon bei so vielen Treffen zuvor passiert schlicht weg nichts. Man einigt sich nur auf kleine Floskeln, es wird ein Schlusswort gesprochen, das nicht das Papier wert ist, auf dem es verfasst wurde. Die Erwartungen an diesen jetzigen Gipfel sind so gering, dass schon eine kleine Einigung eine Überraschung wäre. Mit einer kleinen Einigung wäre aber niemand zufrieden. Nicht die europäischen Bürger, nicht die Ratingagenturen und schon gar nicht die Märkte.

Was sollte eine kleine Einigung bringen? Es wäre eher eine Offenbarung, dass man den großen Wurf wieder einmal nicht geschafft hätte. Die Aussichten sind bereits düster, die Fronten sind verhärtet, was also soll beschlossen werden, wenn niemand bereit ist, von seiner Meinung abzuweichen. Kanzlerin Merkel würde um ihr Leben nicht von ihrem Kurs abweichen.

Zum Verhandeln gehören bekannterweise mehrere und vor allem der Wille zu einer Einigung. Daran fehlt es in der europäischen Gemeinschaft. Jeder pocht auf seinen Standpunkt, jeder sieht sich im Recht und fühlt sich von den anderen nicht verstanden.

Wie also sollen die Anleger bei dieser Ausgangslage Vertrauen in ein Aktieninvestment finden? Wer Aktien hat, der verkauft lieber, um noch zu retten, was noch zu retten ist. Denn möglicherweise wird sich so bald keine Gelegenheit ergeben, noch mal zu Kursen um die 6200 Punkte zu verkaufen. Das wissen vor allem die großen Investoren.

Während den kleinen Anlegern noch mit Kaufempfehlungen Aktien schmackhaft gemacht werden, wissen die großen Investoren bereits länger über die Ausweglosigkeit aus der Schuldenkrise Bescheid. Die Lage ist im Moment nicht gut für Aktien. Möglicherweise ist es für eine längere Zeit keine gute Idee mehr, Aktien zu besitzen.

In diesem Zusammenhang sei noch einmal die besondere Wahl des Zeitpunktes einer amerikanischen Großbank erinnert. Diese hatte vor einigen Monaten bei Kursen über 7000 Punkten im DAX ihren Kunden zum Einstieg in den Aktienmarkt geraten. Aktien böten hervorragende Chancen, hiess es damals. All die Anleger, die diesem Rat gefolgt sind, sehen die Chancen jetzt in ihrem Depot dahinvegetieren.

Jede Bank ist Ihr Gegenspieler, sie nicht Ihr Freund. Das Institut verdient an Ihren Aktionen, es kann daher nicht für Sie halten. Das ist nicht neu, aber es schadet nicht, dies noch einmal in Erinnerung zu rufen. Sie können ein Finanzinstitut nur als Mittel zum Zweck betrachten, also als Ort Ihrer Depotverwaltung oder als Vermittler für Ihre Börsengeschäfte. Mehr nicht.

Im Moment ist es nur eine "kurze" Frage der Zeit, wann der DAX den nächsten Schub einleitet, um nach unten durchzustarten. Wer nicht muss, der lässt besser die Finger von Aktien. Es gibt einfach Zeiten, da sind die Risiken einfach zu groß. Wer jetzt ein erfahrener Anleger ist, der steht an der Seitenlinie und schaut dem Treiben zu.

 

Mit freundlichen Grüßen,

 

Ihr

start-trading Team

 

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