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Zur Nachmittagszeit notieren alle DAX-Aktien im roten Bereich. Es gibt keinen einzigen Gewinner. Der DAX ist fast zwei Prozent im Minus. Die Gründe sind auch gleich zur Hand. So hört man vom Parkett, die Schuldenkrise sei unlösbar, die Politik habe bisher versagt und von dem kommenden EU-Gipfel sei nichts zu erwarten. Das sind gute Gründe Aktien zu verkaufen, was die Anleger auch zu Hauf tun. Die Zeit für Aktien scheint vorbei zu sein.

Selten hat man an der Börse so klare Worte gehört. All die oben genannten Gründe sind nicht neu, aber dass sie von den Händlern so klar ausgesprochen werden, das ist neu. Denn auch diese sind wohl geläutert, nachdem so viele Rettungsmilliarden und Rettungsaktionen nicht gefruchtet haben. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, nicht nur an der Börse.

Lange haben auch die Börsen, respektive die großen Marktteilnehmer versucht, schlechte Dinge im Zusammenhang mit der Schuldenkrise schön zu reden. Man wollte nicht glauben, was einfach nicht zu leugnen ist. Die Schuldenkrise ist nicht lösbar, schon gar nicht von ein paar wichtigmachenden Politikern, die täglich ihre Meinung ändern, mal ja sagen, aber nein meinen und umgekehrt.

Die Aktionäre jedenfalls scheinen genug zu haben und für den Moment werden alle Aktien verkauft. Sowohl gute als auch weniger gute. Besonders konjunkturabhängige Titel, so hört man, seien vom Ausverkauf besonders betroffen. Denn, völlig überraschend natürlich, ist die Konjunktur auch im Musterland Deutschland am Einknicken. Der ifo-Geschäftsklimaindex hatte dies bereits in Zahlen zusammengefasst. Also verkaufen die Anleger ihre Anteile, solange sie dafür noch einen guten Preis bekommen

Manch einer ist wütend auf sich selbst, der seine Aktien zu besseren Preisen nicht verkauft hat. Die Aktienkurse sind bereits um einiges gefallen. Noch vor drei Monaten hat der DAX bei 7200 Punkten notiert. Aber zu der Zeit wollte kaum ein Anleger etwas von einer bevorstehenden Flucht aus dem Aktienmarkt hören.

Am Jahreshoch des deutschen Leitindexes DAX schreiben wir in unserem Artikel: "Aktienhype: Verlieren Sie nicht Haus und Hof":

Es wird passieren, was immer am Ende eines Hypes passiert. Die gleichen Anleger, die sich jetzt als Gewinner sonnen, werden zum Verlierer. Durch die Kraft der Märkte sind sie so in ihrer Wahrnehmung eingeschränkt, dass sie mit jedem Tag des Kursverfalls weiter an steigende Kurse glauben. Sie verkaufen einfach nicht, obwohl sie das noch mit einem Gewinn könnten. Sogar wenn später das Depot ins Minus rutscht, wollen die ehemaligen Gewinner immer noch nicht einsehen, dass ihr Standpunkt falsch ist.

Genau das spielt sich jetzt seit Monaten am Aktienmarkt ab. Die Kurse fallen, doch die Aktionäre glaubten noch lange an eine Erholung. Doch diese ist nicht eingetreten. Auch eine erneute Hilfe der Zentralbanken ist ausgeblieben. Jetzt wollen viele Anleger gleichzeitig aus dem Markt und verkaufen um jeden Preis. Das drückt die Kurse.

Aktien sind keine sichere Anlage, wie Ihr Bankberater Sie vielleicht glauben machen will. Aktien sind ein Investment mit einem enormen Risiko. Man muss wissen, was man da macht. Gute Aktien fallen im Preis, genauso wie schlechte im Preis steigen können. Nur weil zum Beispiel VW gute Autos baut und Siemens ein großes Unternehmen ist, heißt das noch lange nicht, dass sich das im Aktienkurs widerspiegelt. Darin vertun sich viele Anleger.

Im Moment ist es so, dass die Markteilnehmer ein Ende der Eurozone nicht mehr ausschließen können und wollen. Daher werden Aktien verkauft, um sie in der Zukunft günstiger zu erwerben.

Für den aktuellen Zeitpunkt jedenfalls, ist die Zeit der Aktien vorbei.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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