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Wieder einmal dominiert die Seuche Hoffnung an den Aktienmärkten. Es ist keine gute Grundlage für ein Investment, wenn ein Anleger hoffen muss, dass eine gute Meldung oder ein Ereignis eintrifft. Genau an diesem Punkt sind die Anleger zur Zeit. Sie hoffen auf eine erneute Flutung der Märkte durch die Zentralbanken. Hoffentlich werden sie nicht bitter enttäuscht werden.

Die Zentralbanken sind nun diejenigen, die den Ball zugespielt bekommen haben. Bei ihnen liegt das Wohl und Elend der Finanzmärkte. Sie können entweder die Hoffnung der Anleger mit Leben füllen oder sie werden beim Ausbleiben einer neuen Hilfsmaßnahme der Grund für einen massiven Abverkauf sein. Die Zentralbanken sollen das schaffen, was eine Bankenrettung in Spanien und die vielbeachtete Griechenland-Wahl nicht geschafft hat: Sie soll die Finanzmärkte mit einem deutlichen Zeichen stabilisieren.

Bereits letzten Freitag, am Tag vor dem Wahlwochenende in Griechenland, legten die Kurse im DAX und in den amerikanischen Indizes eine positive Kursentwicklung hin. Das war insofern verwunderlich, da die Börsianer angeblich Sorge um den Wahlausgang haben sollten. Wer Sorge hat, der verkauft seine Anteile. Tatsächlich hatten sich die Zentralbanken schon vor dem Wochenende zu einer konzentrierten Aktion bekannt, die sie einsetzen werden, sollte die Wahl nicht wie gehofft ausgehen. Das wiederum animierte zum Kauf.

Diese Vorlage nutzten die Anleger und kauften vorsorglich Aktien. Sie hofften bereits zu Wochenbeginn auf die Zentralbank. Die gleiche Hoffnung, die auch gestern die Anleger zum Kauf von Wertpapieren animierte. Wenn nichts mehr geht, dann kommt eben die Zentralbank und löscht das Feuer, in dem die Finanzmärkte sich befinden. Die Hoffnung ist nicht unbegründet. Auch in der Vergangenheit waren die Zentralbanken der letzte Anker, wenn die Lage besonders brenzlig wurde.

Nur eines scheinen die Börsianer nicht zu bedenken. All die Hilfen der Zentralbanken haben zuvor auch nicht gefruchtet. Das wissen diese Institutionen ebenso. Sie können nicht unbegrenzt Liquidität bereitstellen, auch wenn sie das wollten. Der Grund ist ganz einfach: sie spielen mit ihrer eigenen Zukunft. Sie erhöhen mit jeder Bereitstellung ihre eigenen Verbindlichkeiten und geraten so in Schieflage.

Daher sollte eine neue Runde eines QE3, also eine Bereitstellung von Liquidität für die Finanzmärkte, besonders bedacht sein. Die Zentralbanken sind selbst in Schwierigkeiten. Sie könnten nicht liefern, was sich die Anleger wünschen.

Da kommt wieder die Hoffnung zum Tragen, die an den Märkten allgegenwärtig ist. Wer hoffen muss, dass jemand anderes etwas für ihn erledigt, nämlich den Karren aus dem Dreck zu ziehen, oder das eigene Investment ins Plus zu hieven, der ist meist in gefährlichem Fahrwasser unterwegs.

Hoffnung ist kein guter Begleiter. An diesem Tag hoffen sehr viele Anleger auf die Entscheidung der amerikanischen Zentralbank FED. Hoffen wir, dass diese Hoffnung nicht jäh enttäuscht wird.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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