Indikatoren-Trading

Erst vor einer Woche stiegen die Kurse an der Börse. Es hieß, den spanischen Banken gehe es nach der Milliardenhilfe besser. Die Freude hielt aber nicht lange an. Die kurzfristig steigenden Kurse wurden schnell wieder abverkauft. Gestern Morgen spielte sich erneut ein ähnliches Bild ab. Zunächst  freuten sich die Anleger über die Wahl in Griechenland, der DAX stieg stark, doch dann gab er seine Gewinne größtenteils wieder ab. Eines haben die beiden Ereignisse gemeinsam. Gute Nachrichten wirken an der Börse nicht mehr.

Früher, als an der Börse die Angst nicht so ausgeprägt war, da konnten positive Nachrichten ein wahres Kursfeuerwerk auslösen. An solchen Tagen kauften die Anleger unermüdlich. Nur die Schlussglocke konnte den Anstieg der Kurse bremsen. Da waren gute Nachrichten auch gute. Aber heute?

In Spanien half man den Banken und glaubte sich nun seiner Probleme, jedenfalls kurzfristig, entledigt zu haben. Aber wie soll das gehen? Wenn sie ein Loch in einem Eimer haben und dieser dadurch Wasser verliert, dann hilft es Ihnen wenig, wenn Sie in diesen Eimer neues Wasser nachgießen. So geschehen in Spanien.

In Griechenland hat man gehofft, dass die Parteien gewinnen werden, welche die vereinbarten Sparziele weiter verfolgen wollen. Das ist auch eingetreten. Nur was hat das am Griechenland von letzter Woche geändert? Nichts. Das Land hat die gleichen Probleme wie zuvor. Vor allem hat das Land keine handlungsfähige Regierung. Damit sind wir wieder zurück auf Los.

Worauf sich die Freude der Anleger begründet, die wegen der Banken Rettungsaktion in Spanien Aktien gekauft haben oder diejenigen, die beherzt zugegriffen haben, als der Ausgang der Griechenland-Wahl fest stand, bleibt deren Geheimnis. Denn einen wirklichen Grund Aktien zu kaufen gab es nicht. Manch einer wird wohl sagen, den gibt es niemals. Darin liegt auch ein gutes Stück Wahrheit.

Nach jedem Anstieg folgt dann sogleich die Quittung. Die Kurse bröckeln ab. Die Anleger erkennen das Dilemma, dass jede Rettungsaktion am Status Quo nichts verändert. Spanien krankt und Griechenland steht vor dem Euro-Austritt. Sobald die Börse Anleger findet, die gewillt sind Aktien zu kaufen, wird dieser Umstand genutzt, um seine eigenen Anteile zu veräußern.

In die neue Nachfrage hinein gibt es eine viel größere Zahl an Anlegern die bereit ist, ihre Anteile abzugeben. Als Resultat bröckeln die Kurse dahin. Schlussendlich notieren sie dann tiefer als zu dem Zeitpunkt, bevor das scheinbar positive Ereignis eingetreten ist.

Es ist auffallend, dass es kaum mehr Nachrichten gibt, die einen positiven, vor allem bleibenden, Eindruck an der Börse hinterlassen. Das spricht für die schlechte Verfassung der Anleger. Es kommt nicht mehr zu Erholungen, oder gar zu Trends, die wenigstens für einen mittelfristigen Zeithorizont eine Stabilisierung andeuten. Nein, die Stimmung ist dahin.

Die Stimmung an der Börse ist geprägt von Verlustangst und Sorge vor der Zukunft. Da will jeder sein Geld schützen und nicht investiert sein, wenn ihm die Kurse um die Ohren fliegen. In den letzten Monaten haben Anleger keine gute Erfahrung gemacht, wenn sie Aktien aufgrund von guten Nachrichten gekauft haben, denn heute notieren die Wertpapiere deutlich tiefer. 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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