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Heute ist es soweit. Die Griechen treten an die Wahlurne. Sie entscheiden über das Schicksal der Eurozone, vielleicht auch über das von Europa.  Während die Griechen keine Angst vor dem Ausgang der Wahl haben, denn sie liegen schon am Boden, tiefer können sie nicht fallen, sieht das für andere Nationen ganz anders aus. Besonders Deutschland macht sich Sorgen.

Deutschland versucht immer wieder auf das Sparpaket hinzuweisen. Auf Abmachungen und auf Verträge. Man habe mit Griechenland Abmachungen getroffen, die eingehalten werden müssen, daran führe nichts vorbei. Egal, welche Partei gewinnt, die Deutschen pochen auf Verträge.

Das ist insofern verwunderlich, als das Deutschland nicht mit dem gleichen Nachdruck die EZB an ihre Verträge erinnert hat, als die europäische Zentralbank Griechenland schon einmal gerettet hat, obwohl sie es nach ihren Statuten nicht durfte. Sie erinnern sich, es ging darum, keine Staatsanleihen von Staaten zu akzeptieren, die eine schlechte Bonität haben.

Auch die Verträge von Maastricht, die eine Rettung eines anderen Landes durch die Mitglieder ausschloss (damit diese nicht auch in Schieflage geraten) sind von Deutschland unterschrieben. Auf diese Vereinbarungen hat man nicht so viel Wert gelegt, als in Griechenland die Krise voll ausbrach. Damals wurde schnell geholfen und gezahlt.

Dass auf einmal die Griechen unbedingt die Partei wählen sollen, die die Vereinbarungen einhalten und den Forderungen aus Brüssel und Berlin nachkommen soll, ist ein wenig illusorisch. Die Griechen interessiert gar nicht, was die Deutschen fordern. Sie haben genug von den Diktaten. Diejenigen, die sich Sorgen machen, sind die Deutschen selbst.

Denn wenn die Griechen ihre Schulden nicht mehr bedienen, dann wird es ganz schön eng für die Deutschen und davor haben sie Angst. Wenn die falsche Partei in Griechenland gewinnt, dann die Zahlungen einstellt und den Spardiktaten nicht nachkommt, dann wandert der griechische Staat in die Pleite. Damit sind die bisher geleisteten Gelder der Deutschen von einer Minute zur anderen weg.

Hinzu kommen auch noch die Forderungen der griechischen Gläubiger, die sich schnell an die Bürgen wenden, wenn das Geld nicht mehr aus Griechenland fließt. Deutschland hat in der Vergangenheit umfangreiche Garantien zugesagt. Wenn Griechenland nicht kann, dann muss Deutschland zahlen. Das ist nicht neu, nur der Moment, dass diese Zahlungsverpflichtung eintreten könnte, der ist wohl nicht mehr allzu weit entfernt.

Die Deutschen haben Angst. Sie können bei dieser Griechenland Wahl nicht nur ein blaues Auge davontragen, es könnte sie den Kopf kosten. Bei diesen Aussichten darf man auch Angst haben.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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