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Staatsanleihen sind ein oft genutztes, international legitimiertes Mittel, damit Staaten sich Geld leihen können. Investoren besitzen Geld in Form von Einlagen, die sie den Staaten für eine bestimmte Laufzeit ausleihen. Am Ende der Laufzeit erhält der Kreditgeber sein Geld samt Zinsen zurück. Was hier nach einem ganz normalen Finanzgeschäft klingt, ist ein riesiges Schneeballsystem, bei dem kein Staat je seine Schulden zurückbezahlt hat. Es werden nur neue Schulden aufgenommen um die alten zu tilgen, das ist reine Augenwischerei. 

Ein Staat borgt sich Geld, welches es ausgibt. Kommt der Moment, an dem das geliehene Geld zurückgezahlt werden soll, dann werden einfach neue Schulden gemacht. Mit dem Geld, was man neu aufgenommen hat, werden die älteren Kredite bezahlt. Die Schulden werden gerollt, so heisst es in der Fachsprache. Aktuell kommt diese Masche ins Stocken, da viele Kreditgeber aufgrund des hohen Ausfallrisikos nicht mehr gewillt sind, neues Kapital zu leihen.

Im bürgerlichen Umfeld ist ein Schneeballsystem eine verbotene Sache. Es gibt keine Geschäftsgrundlage, sondern Kapital wird nur herumgeschoben. Sobald kein neues Geld akquiriert werden kann, bricht das instabile Konstrukt schnell in sich zusammen. Das gleiche Problem haben auch Staatsanleihen. Es fehlt an Substanz, dass mit dem geliehenen Geld etwas Sinnvolles geschieht. Dieses Grundproblem wird nicht thematisiert, da alle Staaten im selben Boot sitzen. Sie alle beschaffen sich auf diesem Weg frisches Kapital. Das ist auch der Grund, warum alle das Spiel (Schneeballsystem) mitspielen. Eine Krähe hackt der anderen bekanntlich kein Auge aus.

Damit aber das Schneeballsystem nicht als solches entlarvt werden kann, spricht man von einer Finanztransaktion. Das gibt der Sache eine Wichtigkeit. Die Gläubiger sprechen von einer Investition. Das alles passiert nur, um dem Ganzen eine Art Seriosität zu verleihen. Die meisten Menschen verfolgen die Finanzgeschehnisse nicht. In der Schule wurde es ihnen nicht beigebracht. Sobald Dinge kompliziert klingen, wird abgeschaltet und nicht mehr hingehört. Genau das will man. Der Bürger soll nicht verfolgen, was da gespielt wird.

Gelegentlich hört man Anleihehändler, wie sie von einer Investition sprechen. Eine Investition ist dann eine, wenn man Geld für etwas einsetzt, es sozusagen riskiert und dafür geliehenes Geld + Zinsen zurück erhält. Nur das ist nach allgemeinem Verständnis ein Geschäft (Investition). Worin bitte soll eine Investition begründet sein, wenn man dafür außer dem verliehenden Betrag nichts wieder erhält. Sie leihen Geld für mehrere Jahre und bekommen dafür keinen Ertrag, keine Zinsen. So passiert das gerade mit deutschen Staatsanleihen. Die Zinssätze sind so weit gefallen, das Investoren ihr Geld für 0%, in Worten Null, verleihen.

Daran erkennt man schon, dass es mit der Investition nicht weit her ist. Entweder der Chef-Investment-Stratege taugt nichts oder man macht eben das, was alle machen. Man kauft deutsche Staatsanleihen, weil sie als besonders sicher gelten. Tatsächlich macht niemand ein gutes Geschafft, wenn er sein Geld an den deutschen Staat verleiht. Auch Deutschland könnte nämlich Pleite gehen. Es ist nur so, Deutschland ist der Einäugige unter den Blinden, andere würden vielleicht sagen, der letzte Strohhalm in Europa.

In dem Spiel „Geldschieberei mit Staatsanleihen“ sind die Staaten beteiligt, die Kapitalgeber (Banken, Fonds und Versicherungen) und die Ratingagenturen. Die Staaten geben die Schuldscheine heraus, die Ratingagenturen benoten die Kreditwürdigkeit eines Staates (das Risiko) und die Kapitalgeber fordern deshalb entsprechende Zinsen, um das Risiko auszugleichen.

Das System läuft immer gleich ab. Der Bürger erarbeitet das Geld, spart es in seinem Fonds an, zahlt es regelmäßig in seine Lebensversicherung ein oder er hat das Geld auf dem Sparbuch seiner Bank geparkt. Mit diesem Schritt erhalten die großen Investoren ihr Kapital. Damit kaufen sie dem Staat die Staatsanleihen ab. Der Staat erhält im Gegenzug das Geld  und gibt es aus.

In der obigen Beschreibung ist von Geld einnehmen und Schulden zurückzahlen nie die Rede. Das kommt in der Realität eben nicht vor. Das Schneeballsystem lebt nur von immer neuem frischem Kapital. Jeder, der es wissen will, weiß das auch. Es gilt aber den Schein zu wahren.

Wie im normalen Leben auch, hört ein Schneeballsystem auf, sobald es keine neuen Schafe (Investoren) gibt die bereit sind, neues Geld zur Verfügung zu stellen. Dann kracht das ganze System in sich zusammen, so wie das schon immer der Fall war.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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