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Nach dem peinlichen Börsengang von Facebook ist die Finanzwirtschaft nun besorgt, ob man die Anlegerschar verschreckt hätte. Diese würden dem Markt für Börsengänge in der Zukunft vermutlich fern bleiben. Das Wort "verschrecken" erinnert an Schafe, die soll man nämlich auch nicht verschrecken, damit sie immer das tun, was der Hirte von ihnen möchte und artig zur Schurstelle trotteln, damit sie geschoren werden können. Das erinnert an die vielen Börenteilnehmer, die ebenfalls das tun, was die anderen machen. Kann man daher Aktionäre mit Schafen vergleichen?

Schafe sind gemütliche Tiere, die wenig Grips haben. Sie grasen den ganzen Tag, trinken mal einen Schluck und scheren sich nicht so sehr um das, was um sie herum passiert. Wenn sie sich bewegen, dann in Herden. Sie fühlen sich in der Gruppe wohl. Sie machen das, was die anderen auch machen, sie gehen dahin, wo die anderen auch hingehen. Genau das machen die Aktionäre auch.

Aktionäre fühlen sich ebenfalls in der Menge wohl. Zum Beispiel bei der IQ-Power-Aktie, da tummeln sich tausende Aktionäre in Foren, um sich auszutauschen, wie toll die Aussichten sind, wie der Kurs durch  die Decke gehen wird, sobald eine wichtige Meldung herausgegeben wird. Dabei wiederholt ein Aktionär, was der andere bereits gesagt hat. In Wirklichkeit passiert gar nichts und der Kurs fällt nur, und das schon seit Ewigkeiten. Solange man den Schafen gut zuredet, fühlen sie sich wohl. Aktionäre mit anderer Meinung werden von der Gruppe ausgeschlossen. Wie bei der Schafherde eben.

Die Sorge bei der Finanzindustrie beruht darauf, dass wenn die Aktionäre sich die Hände verbrannt haben, sie keine neuen neuen Aktien mehr kaufen werden. Das gilt für den normalen Börsenhandel, aber auch für einen Börsengang. Bei einem Börsengang müssen genug Aktionäre zusammengetrommelt werden, damit diese die herausgegebenen Aktien erwerben. Beim normalen Akitenhandel sind das Transaktionsgebühren. Man muss die Schafe bei Laune halten.

Es darf nicht vergessen werden, damit ein IPO (Börsengang) erfolgreich sein kann, muss es Leute geben, die die Party bezahlen, das sind die Schafe, die Käufer der Aktien. So generiert die Bank Einnahmen.  Den Käufern erzählt man von "großen Potentialen" von "Zukunftsmärkten" von "vielen Nutzern" und schon ist die Herde überzeugt. Schafe sind leichtgläubige Geschöpfe. Die Ahnlichkeiten zur Charakteristik eines Aktionärs sind groß.

Die Banken dürfen die Schafe nicht direkt zur Schur drängen. Dann bekommen die Anleger Angst und sträuben sich. Man muss es so gestalten, dass man angeblich nur ihr Wohl im Sinn hat. Dann fühlen sich die Anleger wohl. Im Falle von Facebook hat man den Hype ordentlich angefacht, lange hat man eine Aura des "Lasst uns gemeinsam gewinnen" aufrecht erhalten. Sehr viele Anleger sind den Rufen gefolgt.

An der Börse liegt die Masse falsch. Das ist nicht erst seit dem Flop von Facebook so. Mitte April hatte die Bank Goldman Sachs ihren Schafen zum Einstieg in den Aktienmarkt geraten. "Der Aktienmarkt böte große Chancen", hiess es damals. Da hat der DAX noch nahe dem Jahreshoch notiert. Auf der anderen Seite ist das Schaf so wie es ist, es kann nicht aus seiner Haut. Ebenso wie das Schaf ist auch der Aktionär ein Herdentier. Sie folgen sich gegenseitig und wenn es sein muss, stürzen sie auch gemeinsam ab.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-rading Team

 

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