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Wir können es nicht oft genug wiederholen. Das Leben eines Traders ist ein besonders schweres. Von allen Seiten hagelt es Erwartungen, die an seiner Seele nagen. Er soll Profite erwirtschaften, aber keine Fehler machen, er soll nicht zu früh aussteigen, sich aber auch keinen Gewinn entgehen lassen, er soll den Chart analysieren, er soll der Erste sein, der den perfekten Einstieg findet. Er soll wertvolle Nachrichten von unwichtigen blitzschnell unterscheiden können. Hinter vielen Monitoren sitzt er nun, unser Trader, und versucht allen Erwartungen gerecht zu werden.

Wenn es um Nachrichten geht, dann muss der Trader vor allem um die Ecke denken können. Nicht, ob eine Nachricht gut oder schlecht ist, ist entscheidend, sondern wie werden die großen Marktteilnehmer Wirtschaftsdaten oder eine Konjunkturmeldung interpretieren, nur darauf kommt es an. Niemand an der Börse interessiert sich für die Meinung eines einzelnen. Für diese Fähigkeit muss man sich überwinden. Man muss sich von seiner eigenen Einzelmeinung lösen. Da der Mensch aber von Natur aus dazu neigt, an seiner Meinung festzuhalten, wird ihm dies beim Traden zum Hindernis.

Schnell kommt es zu einer Situation, in der eine Tradingposition ins Minus rutscht, weil z.B. der Dax steigt, obwohl er fallen müsste. Hier wären wir wieder bei der Meinung eines einzelnen. Das Resultat, nämlich durch das Festhalten an der eigenen Meinung ist meist ein schmerzhaftes, je länger man sich selbst glaubt, umso größer die Verluste. In diesem Dilemma befindet sich ein Trader Tag ein Tag aus. Wie viel von einer Entscheidung ist seine eigene Überzeugung und wie viel macht er, weil es die anderen so interpretieren?

Das nächste wichtige Ziel ist, Profite zu machen. Der ganze Stress, den sich ein Trader macht, ist nur um Profite zu erwirtschaften. Daraus folgt natürlich ein Druck, der den Einzelnen zur Eröffnung einer Handelsposition drängt. Ein Trader, der dem Markt nur zusieht, wird sein Konto nicht füllen können. Damit ist der Trader permanent unruhig. Er sucht nach Gelegenheiten zum Einstieg, in manchen Fällen schafft er sich auch die Gelegenheit, indem er sich den Chart zurechtlegt. Alles nur um dem Druck nachzugeben, handeln zu müssen.

Ist diese Hürde genommen, nämlich die der Positionseröffnung, dann folgen schon die nächsten Fragen: wo soll der Stopp-Loss gesetzt werden und vor allem wo die Take-Profit-Marke? Fragen über Fragen prasseln auf den Trader ein. Für die Stopp-Loss-Marke will er nicht zu viel Verlust riskieren, er will aber auch nicht, dass die Position zu früh ausgestoppt wird. Vor allem soll sie charttechnisch richtig sein. Es ist nicht einfach für den Trader.

Manch einer sagt, an der Börse sei das Verkaufen einer Position schwerer als die Eröffnung. Während man irgendwann einsteigen kann, stapeln sich die Fragen zum richtigen Ausstieg, da man es nie richtig machen kann. Steigt man nach 30 Punkten Gewinn aus, dann steigt der Index um weitere 20 Punkte. Man ist zu früh ausgestiegen und schimpft über sich selbst. Hätte man doch nur nicht zu früh gehandelt. Bei einem anderen Trade will es der Trader besser machen, diesmal setzt er keinen Verkaufskurs und verfolgt den Marktverlauf.

Auch jetzt steigt der Index um 30 Punkte, fällt dann aber um 40 Punkte. Jetzt hatte der Trader doch schon 30 Punkte Plus, diese haben ihm nicht gereicht und die Quittung folgt sogleich. Bei Einstand ist er ausgestoppt worden, so war das nicht gewollt. Das ist Stress pur. Gut, bleibt noch die dritte Alternative. Er folgt seinem positiven Trade mit einem Trailing-Stopp. Das heißt, der Stopp-Loss-Kurs wird manuell oder automatisch immer dem bisherigen Kursgewinn nachgezogen. Das können immer 10 Punkte unter dem aktuellen Kurs sein. Auch hier gilt: wie viel Luft lässt man dem Markt? Fast immer ist der Trader mit dem Verkauf einer Position unzufrieden. Es ist aber auch nicht leicht.

Es mangelt nicht an Ideen, wie man sein Traderleben einfacher gestalten kann: zum Beispiel, nicht dauernd vor dem Monitor sitzen, nicht jede Zeitung lesen, nicht jede Meldung verfolgen, sich die Meinung zu einem Trade inklusive Ausstiegspunkten vor einem Trade zu überlegen. Doch die Realität ist eine andere. In der Realität verfolgt man doch den Kursverlauf, man liest doch viele Nachrichten, denn die könnten Einfluss auf die eigene Position haben. Die Handlungsweise ist vollkommen verständlich.

Der Trader hat es nicht leicht, er hat sich für eine besonders schwere Disziplin entschieden. Wenn es so einfach wäre, könnte ja jeder traden, das ist es aber nicht. Es gilt, auch die schweren Dinge zu meistern.

Wir drücken die Daumen und wünschen viel Erfolg.

Ihr

start-trading Team

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