Indikatoren-Trading

Man muss sich das einmal vorstellen. Da eiern und doktorn die vermeintlich wichtigsten Politiker Europas an der Lösung einer großen Krise und nichts, rein gar nichts kommt dabei heraus. Wenn solch eine Leistung im Berufsleben abgeliefert würde, nämlich gar kein Ergebnis, dann müsste man sich Sorgen um das nächste Beurteilungsgespräch machen. Denn das was die Euroretter abgeliefert haben, ist eben eine besonders schwache Leistung, das war ein Armutszeugnis. Von Lösung ist bisher keine Spur zu erkennen.

Die wesentliche Frage ist, warum niemand diese fast schmerzhafte Ahnungslosigkeit von Europas Elite in Frage stellt? Warum zeigt niemand Videos und Aufnahmen von vergangenen Tagen, an denen Merkel, Schäuble, Sarkozy, Baroso und Juncker den europäischen Bürgern das Blaue vom Himmel versprochen und nichts davon eingelöst haben. Ach ja, wer lügt, der muss im normalen Berufsleben gleich fristlos gehen. In der Politik ist das anders.

Am Anfang der Krise hieß es zunächst, "die Griechen müssen sich selbst helfen"oder "die Statuten würden keinen anderen Weg zulassen". Als der griechische Motor abzuwürgen drohte, hielt man sich an das im politischen Umfeld gern genutzte Motto, "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern". Plötzlich konnte doch geholfen werden. Würde das im Berufsleben auch so gehen, dass man sich an Zusagen nicht hält? Wohl kaum, jeder Kunde würde bei solch einem Vertragspartner sofort abspringen.

Die EZB, die europäische Zentralbank, hält sich genauso sehr an die Wahrheit, wie die politischen Elite. Die EZB hat lange ausgiebig klargestellt, dass sie keine Sicherheiten aus Ländern akzeptieren werde, welche eine Bonitätsnote unter "gut" haben. Das war einmal eine klare Aussage, an der sich die Bürger Europas orientieren konnten. Schnell, zu schnell, kam es zu dann ganz anders, als nämlich Griechenland von den Ratungagenturen auf Ramsch abgestuft wurde und kein Investor mehr den Griechen Geld leihen wollte. Still und leise akzeptierte die EZB plötzlich doch Sicherheiten aus Hellas, obwohl sie sich lange und laut dagegen ausgesprochen hat. Wie kann man solch einer Organisation überhaupt noch vertrauen?

Gar nicht, ist die treffendste Antwort. Fast jede Art von Beteuerung (z.B. von Frau Merkel), dass man einen Rettungsfonds nicht erweitern werde, hat sich rückwirkend als Unwahrheit herausgestellt. Entsprechend viele Dinge, wie die berühmte Hebellösung (auch von Frau Merkel), haben sich als Rohrkrepierer entpuppt. Nein, auf der Haben Seite können die Euroretter wirklich nichts aufweisen.

Im Berufsleben müssten die Damen und Herren ihren Stuhl räumen. Man würde ihnen im Abschlusszeugnis eine "sie haben sich stets bemüht" Floskel mitgeben. Unterschrieben würde das Zeugnis wohl vom Wahlvolk der einzelnen Länder, denn die sind es, die die Glücklosen vor die Tür setzen können. In Frankreich musste Sarkozy den Elysee-Palast räumen, in Griechenland musste Papandreou gehen, in Italien Berlusconi, in Spanien Zapatero und in Deutschland sind die Hoffnungen für eine Wiederwahl der Kanzlerin Merkel gering.

Man kann, wie im Berufsleben auch, eine schlechte Leistung nur kurzfristig kaschieren, permanent schlechte Leistung führt zum Jobverlust.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

Share This