Indikatoren-Trading

Die Griechen sind raus. Aus allen Richtungen feuert es Austrittsmeldungen. Der Juncker (Eurogruppen-Chef) hat's gesagt, die Nachrichtenagenturen melden es, die Bundesbank sagt es ebenfalls. Die Medien haben alle Hände voll zu tun, um alle Meldungen sofort an ihre Leser weiterzuleiten. Alle eint die Aussage: die Griechen werden die Eurozone verlassen. Genau daran arbeiten viele fleißige Planer, um den Austritt schnell möglich zu machen und dass die Eurozone ohne Griechenland weiterbesteht.

Die Werbetrommel läuft auf Hochtouren. Die Medien lassen keinen Tag aus, um nicht über einen Austritt zu berichten. Es werden Szenarien durchgespielt, wie man sich des Landes entledigen kann. Man möchte die rettungsunwilligen Griechen nicht mehr weiter durchfüttern. Der Tenor lautet dementsprechend: die Griechen wollen ja nicht, und wenn sie die Sparziele nicht erreichen, dann wird uns nichts anderes übrig bleiben.

Meist geht es darum, die Sorgen der Bürger zu dämpfen. Ein Austritt wäre nicht das Ende der Eurozone, wird versucht zu vermitteln. Deutschland würde unbeschadet einen Austritt meistern. Die deutschen Banken wären in Sicherheit, Investitionen in Griechenland wären auf ein kleines Niveau zurückgefahren. Im Grunde sollte ein Austritt kein Problem darstellen. Es gibt auch ein paar mahnende Worte, in der Art, ob die Auswirkungen vielleicht doch unkontrollierter als erwartet sein könnten und einige warnen gar vor einer Kettenreaktion, dass andere Staaten vielleicht auch austreten würden, doch diese Meinungen sind stark in der Unterzahl.

Haben Sie den plötzlichen Schwenk in der Politik und in den Medien bemerkt? Plötzlich sind sich alle einig. Die Griechen müssen raus.

Das galt lange als undenkbar. Merkel und Co hatten kategorisch jegliche Diskussion unterbunden. Sogar ihrem Wirtschaftsminister Rösler ist sie über den Mund gefahren, als dieser einmal laut über eine Griechenlandpleite nachgedacht hatte. In Brüssel gab es ein ähnliches Bild. Die Griechen gehören zu Europa, hiess es oft. Man werde gemeinsam für die gute Sache kämpfen.

Die Medien halfen der Politik, bloss keine Griechenlandaustritts-Diskussion aufkommen zu lassen. Das war am Anfang der Krise vor wenigen Jahren. Es ging sogar soweit, dass ein Verlag seiner besonders "europäischen Haltung" Nachdruck verleihen wollte und griechische Staatsanleihen gekauft hat. Als Vorbild für die vielen Leser und sicher für eine Nachahmung empfohlen. Die wichtigste Nachricht: "Ihr sollt nicht an der Europäischen Idee zweifeln".

Und nun? Jetzt ist ein Austritt Griechenland möglich, ja sogar erwünscht. Natürlich zum Wohle Europas. In Brüssel spricht man von einer "Trennung in Freundschaft". Der Austritt und die Pleite Griechenlands stehen bevor.

Warum heisst dieser Artikel "Die Götter haben es gewusst"? Weil es in der Bloggerei (in der Kommunikation) wichtig ist, eine Meinung zu vertreten und zu dieser auch zu stehen. Sich je nach Windlage zu drehen, können andere. Die drohende Gefahr, die ausweglosen Rettungsbemühungen, die sinnlosen Geldausgaben, all das wurde rechtzeitig thematisiert und immer war der Tenor jedes Artikels der Gleiche. Der Austritt und die Pleite Griechenlands werden kommen.

Einige Beispiele:

 

07. Mai 2011 – Griechenland, der Euro, der Austritt

Griechenland ist Pleite. Das war bekannt. Doch man hat das kleine Land unbedingt retten wollen, die EU und der IWF haben sofort Rettungsmaßnahmen in Milliardenhöhe in die Wege geleitet. Es sollte gerettet werden, was nicht zu retten ist.

 

13. September 2011 – Warten auf die griechische Pleite

An einer Staatspleite wird Griechenland nicht vorbeikommen.

 

27. Januar 2012 – Es gibt keine Lösung für Griechenland

In den Medien tummeln sich wieder Schlagzeilen, wie man Griechenland retten könnte. Die einen fordern mehr Geld, die andern einen Marshallplan. Die Wahrheit ist, das Projekt Griechenland ist auf ganzer Linie gescheitert.

 

28. Februar 2012 – Griechenlandpleite: Wer spricht es aus?

Es ist nicht mehr mit anzusehen, wie Regierungen sich für eine Rettung Griechenlands einsetzen. Das Geeiere um Hilfen und um jede weitere quälende Abstimmung der letzten Jahre ist unerträglich geworden.

 

08. März 2012 – Griechenland: Und die Pleite kommt doch!

Egal, wie am Abend die Entscheidung zum Schuldenschnitt in Griechenland ausgehen mag, das Land der Götter kann nur den Weg in die Pleite gehen. Dieser Weg ist vorgezeichnet.

 

11. Mai 2012 – Verlässt Griechenland die Eurozone?

In Kürze werden Schlagzeile in den Nachrichten zu lesen sein wie "Griechenland verlässt die Eurozone". Fast schon amüsant sind dann im Rückblick die Beteuerungen der Politik.

 

Es ist immer das Gleiche. Zunächst sind Dinge unmöglich und plötzlich ändern sich die Dinge. In Hollywood arbeitet man fast immer mit diesem Drehbuch. Diese Technik scheint auch in der Politik zu funktionieren.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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