Indikatoren-Trading

Die Finanzmärkte sorgen sich um die griechische Grippe, heißt es. Niemand will sich vorstellen, wie ein unkontrollierter griechischer Ausstieg aus der Eurozone aussehen könnte. Während die Markteilnehmer noch über die einfache Grippe diskutieren, auch eine Erkältung wird als eine Grippe bezeichnet, steht mit Spanien die tödlichere Grippe, auch Influenza genannt, vor den Türen Europas. Während die Erkältung einen nur krank macht, bringt die Influenza den Tod.

Die Griechen haben die Sorgenfalten der Europäer wieder deutlicher werden lassen. Sie haben angekündigt, wir wollen nicht gedroht sagen, dass ein Austritt Griechenlands aus dem Währungsverbund schwerwiegende Konsequenzen haben werde. Sofort legten die Aktienmärkte daraufhin den Rückwärtsgang ein. Die Kurse fielen.

Natürlich ist solch eine Aussage gezielt und verfolgt eine Absicht. Nämlich, dass man die Griechen nicht so einfach abhaken soll (darf?). Die Griechen wollen sich damit Zeit erkaufen, indem sie noch eine Weile durch die europäischen Rettungs-Milliarden über Wasser gehalten werden. Solch eine Drohung macht es natürlich den Märkten, aber auch den Eurorettern schwerer, den Totenschein für Griechenland auszustellen.

Da niemand zu 100% sagen kann, wie sich ein griechischer Ausstieg auf die Eurozone auswirken wird, will auch niemand derjenige sein, der die Griechen lauthals hinausbittet. Man will ja nicht selbst Schuld an einer möglichen Katastrophe sein. Statt zu retten, hätte man die Eurozone auf dem Gewissen.

Wenn es heißt "mitgehangen – mitgefangen", darauf will die griechische Ankündigung hinaus, ist man mit einem raschen Urteil wesentlich vorsichtiger. Denn es stehen die bereits geleisteten europäischen Rettungsmilliarden auf dem Spiel. Zusätzlich kommen die geleisteten Bürgschaften hinzu. Bei einer Staatspleite (als Folge des Austritts) würden die Gläubiger nicht zögern, sich an die Bürgen zu wenden.

Die Sorgen um eine griechische Grippe, welche über Europa herziehen könnte, ist also berechtigt. Viel wird und wurde über Griechenland diskutiert. Nur ist es so: Die wirkliche Gefahr für die Eurozone kommt aus Spanien.

Die Probleme der beiden Staaten sehen von außen betrachtet beide ähnlich aus, die Symptome ähneln sich wie die einer Grippe. Die Wirtschaft siecht dahin, die Arbeitslosigkeit ist auf Rekordhoch, die Banken sind marode. Während die griechischen Probleme als möglicherweise einfache Erkältung zu interpretieren sind, sind die spanischen Problem weitaus schwerwiegender. Sollte sich die Währungsunion mit der spanischen Influenza, nämlich der gefährlicheren Grippe, anstecken, dann droht der Eurozone der sichere Tod.

So oder so ist die Grippe im Anmarsch.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

 

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