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Schon wieder sind die Regierungsvertreter zu einem Gipfel zusammengekommen. Doch jeder Ansatz eines Lösungsvorschlages steht auf einem sehr wackligen Fundament. Nicht man selbst hat die Kontrolle über die eigene Zukunft, sondern andere. Von einer eigenen Lösung ist man weit entfernt. So stehen die Vertreter in trauter Einigkeit beisammen und hoffen eben. Zum Beispiel, dass den Banken das Geld nicht ausgeht, die Chinesen die Weltkonjunktur am Laufen halten oder auf eine neue Hilfsmaßnahme der Zentralbanken. Für die Retter ist die Lage klar: man kann nur warten und hoffen.

So verwundert es nicht, dass es fast täglich nur noch ums "Hoffen" geht. Besonders deutlich ist dies an dem aktuellen G8-Gipfel auszumachen. Es wird ohne Ergebnis verhandelt. Es wird unter anderem gehofft, dass Griechenland die Eurozone nicht verlassen möge. Nicht, dass die Teilnehmer etwas in der Hand hätten, nicht, dass sie sich treffen um etwas beschließen zu wollen. Nein sie sitzen, mal stehen sie und reden das Altbekannte in die Mikrophone der Reporter. Einen Plan, eine wirkliche Lösung aber, die hat man nicht.

Lange Zeit war der Vorschlag des alternativlosen Sparens der Deutschen die einzig richtige Lösung für Europa. Jedenfalls wurde sie als solche verkauft. Da es den sparenden Nationen jetzt viel schlechter geht als zuvor, kann man von einem erfolgreichen Vorschlag nicht sprechen. Zur Überraschung der Südländer sparen die Deutschen selbst nicht und zusätzlich läuft ihre Konjunktur, im Gegensatz zu der in den Krisenstaaten, das schürt Wut und isoliert das Land in Europa.

Nun wird gehofft, dass die Krise durch neue Wachstumsimpulse gelöst werden kann. Nicht Sparen soll die Lösung sein, sondern Wachstum. Natürlich ist auch das keine Lösung, denn womit soll das Wachstum angeschoben werden? Mit neuen Schulden, der eigentlichen Ursache der aktuellen Krise. Sollte diese Art der Lösung Gehör finden, dann muss schnell wieder gehofft werden. In diesem Fall müssen nämlich die Investoren gewillt sein, den Staaten Geld zur Verfügung zu stellen und die Ratingagenturen müssen gewillt sein, eine höhere Verschuldung zu tolerieren. Es braucht ein wirklich besonders großes Stück an Hoffnung, wenn man glaubt, dieser Weg des Wachstums wäre einfach so möglich.

Zudem wird gehofft, dass die Lage in Spanien nicht außer Kontrolle gerät. Eine arbeitslose Bevölkerung ist zu allem fähig. Das weiß man nicht nur in Brüssel. So schielen Regierungen immer wieder auf die Iberische Halbinsel, dass bloß von dort kein Brand gelegt wird, der sich über Europa ausbreiten könnte.

Und natürlich geht es auch um Geld. Jegliche Hilfsmaßnahme hat bisher nur auf dem Bereitstellen von Geld beruht. Jedesmal wird gehofft, kein weiteres Land möge Bedarf anmelden, jedesmal wird gehofft, dass die Milliarden im Topf ausreichend seien, um den nächsten Brandherd zu löschen, die nächste Schieflage zu stützen.

Es fühlt sich so an, als eilen die Retter von einem Gipfel zum anderen, nur um dann innezuhalten und gemeinsam zu hoffen. Ganz aktuell sitzt man wieder zusammen auf einem G8-Gipfel in Chicago, es wird sehr gehofft, dass man sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen könne, damit auch dieses Treffen kein Debakel wird, wie die vielen zuvor. Denn scheinbar hofft bei jedem Zusammenkommen jeder Teilnehmer auf den anderen. Es wird eben gewartet und gehofft, auf den nächsten Rettungs-Gipfel, der hoffentlich eine Lösung bringen soll.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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