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An der Börse gibt es immer einen Hype. Nicht jeder bekommt die gleiche Aufmerksamkeit, nicht jeder Hype reisst gleich viele Anleger in den Abgrund. Doch gibt es sie immer wieder. Ein Hype entsteht, weil sich viele Aktionäre gewillt sehen, Aktien kaufen zu müssen, weil es "in" ist, sie zu besitzen. Warnende Worte prasseln ab, wie Regen auf einer neugewachsten Motorhaube. Je mehr gewarnt wird, umso stärker der Drang der Neulinge, das Verbotene haben zu wollen. Die Geschichte endet immer gleich.

Die wohl bekannteste Bubble (Blase) ist die Spekulation um die holländischen Tulpenzwiebeln im 17.Jahrhundert. Manch einer hat sogar sein Haus hergegeben, um ja eine bestimmte Sorte besitzen zu dürfen. Dieser Hype ist schon lange her. In unseren Tagen werden Hypes um kleine Aktien gemacht, die sogenannten Pennystocks, und es wird versucht, täglich einen zu entfachen. Meist sind das kleine Aktien, die vor sich hin dümpeln. Mit Börsenbriefen und Push-Kommentaren in Aktienforen werden Käufer animiert, diese zu erwerben.

Wenn die Nachfrage sich leicht erhöht, beginnt bei diesen umsatzarmen Werten der Aktienkurs bereits zu steigen. Weitere Käufer springen auf den Zug der steigenden Kurse, da sie an dem Anstieg von Anfang an mitverdienen wollen. Weitere Anleger gesellen sich auf die Käuferseite, noch weiter steigt der Kurs. Sogar so weit, dass er es in die Topliste des Tages schafft, denn diese Aktie hat offensichtlich besonders stark zulegen können. Dadurch sind noch mehr Käufer animiert, auf den, diese Käuferschicht nennt es Trend, aufzuspringen und auch dabei zu sein. Der Kurs der Aktie steigt noch stärker, die Spekulanten kaufen jetzt wie wild. Willkommen im Hype.

Die Charakteristik eines Hypes ist, dass die Kurse steigen, ohne dass man weiss wieso. Es wird nur gekauft, weil es alle tun. In der Anfangsphase ist es gar so, dass die Kurse steigen und jeder der Dumme ist, der nicht mitmacht. Die Hype-Aktien steigen um 12% während die eigene Aktie am Tag um 1% steigt.

Jetzt haben alle Hypes eines gemein. Es ist ein Moment der Ekstase, der bald vergeht, nur wann, das kann niemand genau sagen. So war und ist es auch bei dem Facebook Börsengang gewesen. Alle wollen dabei sein, wenn der weltgrößte Social Media Dienst den Gang aufs Parkett wagt. Dass die  Bewertung zu hoch angesetzt war, war nicht schwer zu deuten, nur wie erklären Sie das den Neulingen.

Während das Netz voller Warnungen war, bloss nicht in die Facebook Aktie zu investieren, erhöhte das Unternehmen aufgrund starker Nachfrage die Preisspanne für die Zeichnung. Niemand hört auf die Warner, wenn man beim größten Börsengang der letzten Zeit dabei sein kann (darf?).

Jeder, der jetzt seinen Senf in einem Blog oder in einem Forum abgibt, wird mit Missachtung gestraft, wenn die Meinung nicht dem Hype entspricht. Nur positive Nachrichten sind gute Nachrichten. Die meisten Leser sind nicht mehr unschlüssig, sie haben ihre Meinung getroffen und suchen nur nach Bestätigung, warum man unbedingt dabei sein muss.

Wie hält man nun diese Klientel von einem Fehler ab? Die Profis haben ihre Erfahrungen mit Hypes (dot.com / Neuer Markt) gemacht. Ihre Meinung sollte als Warnung dienen. Man will den Neulingen einen Fehler ersparen. Doch scheinbar hat es nicht funktioniert, denn die Facebook Aktien wurden dem Unternehmen aus den Händen gerissen. Koste es was es wolle, möchte man da sagen.

Einen Anleger von einem Hype abzuhalten geht nur dann, wenn dieser macht, was er machen möchte und dabei einen ordentlichen Verlust erleidet. Nur wenn der Mensch am Portemonnaie getroffen wird, das Geld also weg ist, dann erst ist er gewillt, sein Handeln zu hinterfragen. Und vielleicht auch aus seinen Fehlern zu lernen.

Richtig wäre es, wenn die Neulinge auf die alten Hasen hören würden, denn nur der Dumme lernt aus den eigenen Fehlern, der Kluge aus den Fehlern der anderen. Da das aber nicht passiert, muss der Neuling kaufen, denn wer nicht hören will, muss fühlen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

start-trading Team

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